Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

KULTUR

Neues vom Theater an der Ruhr

Bernhard Deutsch [Foto: M. Eberhardt]: Theaterpädagoge Bernhard Deutsch im Interview.
10.03.2021 16:50 - Helena Wagner

Der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) der Universität Duisburg Essen (UDE) steht schon länger in enger Zusammenarbeit mit den verschiedenen Kultureinrichtungen des Ruhrgebiets, darunter auch das Theater an der Ruhr in Mülheim an der Ruhr. Die Planung eines integrativen Programms für die Zeit nach dem Lockdown ist in vollem Gange. Theaterpädagoge Bernhard Deutsch erzählt von neuen Projekten für den Herbst.

Durch die Pandemie ist die Planung für zukünftige Projekte und Vorstellungen schwierig. Bernhard Deutsch vom Theater an der Ruhr hat dennoch viele Ideen, die er unter anderem gemeinsam mit dem Jungen Theater angehen möchte. Studierende des Ruhrgebiets arbeiten in der Gruppe „Labor 3“ im Rahmen des Jungen Theaters zusammen an verschiedenen Stücken. Der Theaterpädagoge Bernhard Deutsch begleitet das „Labor 3“ und plant zusammen mit ihnen einen Teil des viertägigen Straßentheaterfestival, welches für Ende Oktober angesetzt ist und in vier Innenstädten gleichzeitig stattfinden soll, darunter auch Mülheim und Duisburg. Um mit den verschiedenen Tageszeiten und Lichtverhältnissen zu spielen, bekommt das Junge Theater im Rahmen des Straßentheaterfestivals einen Tag für ihr Projekt.

Theater in der Fußgängerzone

Vor dem April wird erst einmal nicht geprobt, danach sind Proben einmal wöchentlich im Freien angesetzt. Im Herbst wird das Event dann in die heiße Phase gehen, in der hoffentlich intensiv zusammen geprobt werden kann. „Ziel ist es, einen vorhandenen absurden Theatertext umzusetzen, zum Beispiel von Michel de Ghelderode, oder eine eigene Idee zu entwickeln.”  

Albert Bork und Fabio Menendez in EINES LANWeißen Nächten im Rafffelbergpark (Foto A.Köhring).JPG
Schauspieler [Foto: A. Köhring]: Die Weißen Nächte des Theaters an der Ruhr waren in den vergangenen Jahren viel besucht.
 

Deutsch hat schon eine erste Idee: “Ein Oberthema könnte zum Beispiel sein: ‚DER TOD IST DA!‘. Es geht dabei um das Nicht-Wahrhaben-Wollen des Tods und um Einige, die aufstehen und den Tod ‚überwinden‘“, erzählt Deutsch. „Ich könnte mir vorstellen, dass wir als Ergänzung zur Message des Stücks etwas in der Fußgängerzone hinterlassen, zum Beispiel einen Baum pflanzen oder ein Video drehen. Etwas, was symbolisch den Tod überwindet und das Stück thematisch abschließt“, stellt sich Deutsch den Abschluss des Tages vor. Die Ideen des Ensembles werden momentan gesammelt und gemeinsam ausgereift. Interessierte Studis können sich bei Bernhard Deutsch (Tel.: 0208-5990147) melden.

Inspiriert für diese Idee wurde Deutsch vom „unsichtbaren Theater“, bei dem Theatergruppen an öffentlichen Plätzen wie der Bahn gesellschaftskritische Themen behandeln. Durch die Pandemie wird das Ganze aber nicht vor zufälligem Publikum stattfinden, sondern wahrscheinlich mit Voranmeldung in einem begrenzten Raum mit genügend Abstand. Wichtig ist, dass nicht nur erfahrene Schauspieler:innen an dem Projekt teilnehmen, sondern auch andere Gruppen: „Ich möchte in einem walk-act eine größere Gruppe von Kindern und Jugendlichen einbeziehen, die in einem abgegrenzten Gehraum in Abstand auftreten und von zehn Schulen kommen und dort theaterspielen“, führt Deutsch die Idee aus.

Ein Kultur-Picknick im Park

Ein weiteres Projekt könnte gerade für Studierende besonders interessant sein. Neben dem Straßentheaterfestival plant Deutsch ein Sommerpicknick, welches in Kooperation mit dem AStA entsteht und an die „Weißen Nächte“ anschließt. Die Idee ist es, an einem schönen Nachmittag zusammenzukommen und gemeinsam Musik, Theater und Gesellschaft zu genießen: „An diesem Nachmittag sollen alle eine Decke mitbringen, sich im Abstand zusammensetzen und gemütlich ein Stück Kuchen essen, Kaffee oder Tee trinken, eine gute Zeit haben.” stellt Deutsch sich die Stimmung im Park vor. “Wir dachten, dass die, die Gitarre spielen, diese dabei haben oder ein anderes Instrument mitbringen. Oder, dass man zusammen singt. Es soll locker sein“, beschreibt Deutsch die Idee. 

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Das Theater soll an diesem Nachmittag  eine entscheidende Rolle spielen: „Wir würden dann Führungen in kleinen Gruppen von bis zu fünf Personen durch das Haus vom Kostüm, in die Studios und hinter die Bühn anbieten. Die Führungen sollen unsere Schauspieler:innen und Techniker:innen übernehmen, die auch mit picknicken“. So werden die Schauspieler:innen und Mitarbeiter:innen des Theaters nicht nur Gruppenführer:innen, sondern sind gleichzeitig auch Teil der Gruppe im Park. Die Studierenden sollen das Festival genießen können, es ist also kein typisches „Bierfest im Park“, so Deutsch, sondern ein Picknick, an dem Kultur zusammen erlebt werden soll. Aufgrund der Pandemie werden auch für dieses Event Anmeldungen im Voraus nötig sein.

Studis mittendrin statt nur dabei

Studierende sollen ganz bewusst Teil des Programms sein: „Ich kann mir einen Auftritt von einem/einer oder mehreren Studierenden mit einem/einer Schauspieler:in auf einem Baum, unter einem Baum, am See vorstellen, mit einem unvorbereiteten Text oder einer Impro ohne jede Vorgabe“, beschreibt Deutsch die Inklusion der Studierenden. Zusammen mit dem AStA denkt man über ein mehrtägiges Sommercamp im nächste Jahr nach, an dem theater- und musikbegeisterte Studierende über mehrere Tage teilnehmen und zusammen ein Projekt ausarbeiten können.

Wenn man nicht bis zum Sommer warten möchte, hat das Theater an der Ruhr vieles auf dem Spielplan stehen. Diesen kann man auf der Website einsehen. Das Theater an der Ruhr hofft, ab dem 16. April wieder vor eingeschränktem Publikum spielen zu können und plant für den Juni im Park unter freiem Himmel aufzutreten.
 

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