IMG_20150222_173855Das seit 2011 leerstehende Schulgebäude nahe des Bahnhofs Essen-West hat eine neue Besitzerin gefunden. Die Stiftung „Mein Wohnen“ erwarb die Immobilie nach gut einjährigen Verhandlungen von der Stadt Essen und will einem gemeinnützigen Träger gut 500 Quadratmeter im Erdgeschoss zu symbolischen Mietkosten überlassen. Im März soll in Gesprächen zwischen der Stadt, dem Investor und der Bürgerinitiative Bärendelle vereinbart werden, wie genau diese Fläche genutzt werden kann. In den Obergeschossen sollen günstige Wohnungen entstehen.">
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KULTUR

Happy-End an der Bärendelle?

(Fotos: aGro)

24.02.2015 19:20 - Alex Grossert

Das seit 2011 leerstehende Schulgebäude nahe des Bahnhofs Essen-West hat eine neue Besitzerin gefunden. Die Stiftung „Mein Wohnen“ erwarb die Immobilie nach gut einjährigen Verhandlungen von der Stadt Essen und will einem gemeinnützigen Träger gut 500 Quadratmeter im Erdgeschoss zu symbolischen Mietkosten überlassen. Im März soll in Gesprächen zwischen der Stadt, dem Investor und der Bürgerinitiative Bärendelle vereinbart werden, wie genau diese Fläche genutzt werden kann. In den Obergeschossen sollen günstige Wohnungen entstehen.

Im Sommer 2013 hatten Aktivist*innen das Gebäude für einige Tage besetzt, um dort ein soziokulturelles Zentrum entstehen zu lassen. Die Stadt sprach damals nicht mit den Besetzer*innen, sondern ließ die Polizei mit Räumpanzer und Kettensäge antreten (akduell berichtete). Anwohner*innen gründeten daraufhin die Bürgerinitiative Bärendelle (BIB), um die Forderung nach einer gemeinnützigen Verwendung des Gebäudes weiter zu bekräftigen. Die Stadt suchte derweil nach einem Käufer, der nun gefunden ist. Bei der Stiftung „Mein Wohnen“ handelt es sich um einen privaten Unternehmensverbund ohne gemeinnützige Ziele. Bereits vor drei Jahren hatte die Stiftung 200 Wohnungen im unmittelbaren Umfeld der Bärendelle von der Immobiliengesellschaft Immeo-Wohnen übernommen.

Worten folgen überraschend Taten

Im Januar schienen die Fronten zwischen Stadt und Bürgerinitiative noch verhärtet. Die BIB hatte Oberbürgermeister Reinhard Paß zu einer Veranstaltung eingeladen. Dieser antwortete in einem knappen Brief, dass er den Wunsch der Bürgerinitiative teile, das Gelände nicht ungenuzt zu lassen. Er sei allerdings aufgrund laufender Verhandlungen nicht in der Lage, öffentlich zur zukünftigen Nutzung Stellung zu beziehen. Diese Haltung stieß auf scharfe Kritik: „Ohne Informationen – auch über laufende Verhandlungen – und ohne die Möglichkeit, miteinander zu sprechen, machen Sie die Bürgerinnen und Bürger unmündig“, heißt es in einem Antwortbrief des BIB-Vorstandes. „Nach unserer Erfahrung sind das leider nur schöne Worte. Wir vermissen die Taten, die solchen Worten folgen müssten.“ Eine Nutzung als Wohnraum hielt die Bürgerinitiative aufgrund der Lage, des Denkmalschutzes und des hohen Wohnraumleerstands in Essen damals noch für abwegig.



„Enttäuscht, aber begeistert“

Für BIB-Sprecher Ralf Schubert ist das einen Monat später bereits „Schnee von gestern“. Man sei zwar enttäuscht, aber auch begeistert von den neuen Umbauplänen. „Mit gut 500 Quadratmetern kann man etwas anfangen“, sagt Schubert, „Wir wollen da ja keine Randale machen, sondern haben viele verschiedene Ideen, die auch umsetzbar sind, etwa ein Seniorentreff oder Beratungsstellen.“ Eine Nutzung des gesamten Gebäudes hätte man als Förderverein ohnehin kaum tragen können, glaubt Schubert. Die Bürgerinitiative hatte im vergangenen Jahr neben Demonstrationen und Nachbarschaftstreffen auch einen „Markt der Möglichkeiten“ veranstaltet, bei dem Gruppen, die Interesse an der Nutzung eines soziokulturellen Zentrums haben, ihre Ideen vorstellten. Neben Selbsthilfegruppen, Künstler*innen und einem Strick-Treff waren dies auch Vereine und Verbände.

Im März will man reden

Am 11. März soll es ein erstes Gespräch geben, um mit der neuen Eigentümerin auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen. Die Bürgerinitiative könne laut Schubert in einen Förderverein umgewandelt werden und so die Trägerschaft übernehmen. Ob man sich einig wird, ist derzeit noch offen, die Idee wird aber von vielen Seiten unterstützt. Nicht nur die Große Koalition im Rat unterstützt den gefundenen Kompromiss. Auch aus der Opposition gibt es Lob für die Umbaupläne. Ratsherr Matthias Stadtmann von den PARTEI-Piraten erklärt, seine Fraktion begrüße die vorgestellte Lösung. „Das Konzept bietet so die Chance zu einem Pilotprojekt; einer Kombination aus Wohnen, Arbeit, Kultur, Kreativität und sozialem Leben.“

Organspendeausweis: Eine wichtige und persönliche Entscheidung

Ich tippe „Organspendeausweis“ in die Google-Suchleiste ein und drücke Enter. 140.000 Ergebnisse in 0,23 Sekunden. Ein Klick auf das dritte Suchergebnis der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) lässt mich staunen: „Der Organspendeausweis – Sagen Sie Ja oder Nein“. Ich gehöre zu den 81 Prozent der Bevölkerung, die einer BZgA-Befragung aus dem Jahr 2016 nach eine positive Einstellung gegenüber dem Organspendeausweis haben, aber immer noch keinen im Portemonnaie haben. Vielleicht, weil ich mich bisher nicht ausreichend darüber informiert habe. Denn einen Organspendeausweis zu besitzen muss nicht heißen, auch Spender*in zu sein.
 

?Studifrage!

Wieso hat am Wochenende keine Cafete geöffnet, wenn man den ganzen Tag in der Bib sitzt?

 

Wo auf der Welt isset am Schönsten? In Essen.

Bis 2017 konnten Essener*innen Clips an das Team des Netzwerk Film senden. Am Sonntag wurde das erstmalig in der Lichtburg vorgeführt.
 
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