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KULTUR

Game of Thrones: Ein Labyrinth wird zum Hürdenlauf

Hatte die letzte Staffel Game of Thrones Potenzial? [Symbolbild : simisi1,Pixabay]

24.05.2019 16:42 - Anna Riemen

Warnung: Dies ist der Versuch eines weitestgehend spoilerfreien Kommentars. Wer jedoch die letzte Folge noch nicht gesehen hat und absolut auf Nummer sicher gehen möchte, nicht mal den kleinsten Hinweis zu erhaschen, der möge nicht weiterlesen.

Ein Kommentar von Anna Riemen

Ich stehe ja medientechnisch so überhaupt nicht auf die Genres Fantasy und Mittelalter. Eigentlich sind auch Handlungsstränge, die aus politischen Intrigen bestehen, genauso wenig mein Fall, wie die schonungslose Darstellung sexueller Gewalt. Game of Thrones vereinte unter anderem all das miteinander, aber trotz meiner sonst üblichen Aversionen hat mich noch keine andere Serie auf Anhieb dermaßen abgeholt, gepackt und nicht wieder losgelassen. Selten sah ich so gut geschriebene Charaktere, selten eine so hochwertige

In jeder einzelnen Folge passierte unheimlich viel, selten etwas Vorhersehbares.

Produktion, solch gnadenlose Plottwists und eine so fein geschilderte Darstellung menschlicher Abgründe. Die komplexe Handlung spielte parallel an vielen verschiedenen Orten. An jedem entstand eine eigene kleine Geschichte mit seinen eigenen ikonischen Protagonisten. In jeder einzelnen Folge passierte unheimlich viel, selten etwas Vorhersehbares. Die vorangegangenen Game of Thrones-Staffeln zu schauen, war wie mit 200 km/h durch ein Labyrinth mit Schlaglöchern zu heizen: man sah nie, was hinter der nächsten Kurve auf einen wartete und alle fünf Minuten knallte unerwartet etwas, das einen im Sessel zusammenzucken ließ. Und so fieberte ich ganze Staffeln lang auf den Moment hin, an dem all die wichtigsten Charaktere von all diesen verschiedenen Orten endlich einmal zusammenträfen. Wie gewaltig, fragte ich mich, muss ein Höhepunkt sein, der all diese vorangegangenen fulminanten Spitzen an Krassheit noch übertrumpfen soll?

Ich glaube, dass ich mich das nicht als Einzige gefragt habe und genau das das Problem war: Die bisherige Handlung war nur noch schwer zu toppen und die Fans ohne die Hilfe eines Scriptgenius wie George R. R. Martin nicht mehr so leicht vom Hocker zu hauen. Das Drehbuch der letzten Staffel stand unter dem Zwang, in kürzester Zeit einen der größten Berge an Handlungssträngen zu beenden, die eine Serie jemals aufgebaut hat. Und dies mit Charakteren, von denen die meisten bereits am Ende ihrer Entfaltungsmöglichkeiten angekommen sind. Das komplexe Netz der Geschichte schmolz ab der siebten Staffel auf einen einzigen Brennpunkt zusammen und die kleine Schar der vom Publikum lieb gewonnenen Charaktere wurde paradeartig dem Ende entgegen gescheucht.
Anstatt durch einen Irrgarten mit Twists and Turns nahm die Story einmal Anlauf und hüpfte über all die noch am nötigsten abzuarbeitenden Hürden – ein paar unausweichliche Schlachten, etwa – ihrem Zentrum entgegen. Hierbei war kein Todesfall mehr wirklich unvorhergesehen, weniger dramatisch als irritierend wirkten dagegen die Taten einzelner Charaktere, die so gar nicht zu ihnen passen wollten. Wenn man so viele Kurven überspringt, bleiben außerdem einige Logiklöcher nicht aus. In der letzten Folge wurde sich immerhin bemüht, die noch lebenden Protagonist*innen in eine hoffnungsfrohe, leicht offen gelassene Zukunft zu entlassen. Diesen Teil hätte man besser, aber, zugegebenermaßen, auch weit schlechter regeln können. Ganz nach dem Motto: Es ist kein gutes Ende. Es ist kein schlechtes Ende. Es ist ein Ende.
 

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