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KULTUR

Faszination American Football?

Profisport hat genug negative Seiten, auf die ich immer aufmerksam machen werde. [Symbolbild: pixabay]

16.09.2020 11:43 - Canberk Köktürk

Seit dem 11. September fliegt das Ei wieder! Weltweit haben die Fans sehnsüchtig auf den Kickoff gewartet. Mittlerweile hat American-Football, durch die gelungene Marketingstrategie der NFL, eine riesige Fanbase in Deutschland. An jedem verdammten Sonntag werde auch ich wieder vor dem Fernseher sitzen und meine Sensationslust stillen. Trotzdem hat American Football auch negative Seiten, die den Sportfans bewusst sein müssen.
 
Ein Kommentar von Canberk Köktürk
 
American Football bietet alles was Sportfans brauchen. Die Athletik in dieser Sportart ist einfach wunderschön anzusehen. Wenn die Defense, bestehend aus Muskelmaschinen, versucht den Running Back aufzuhalten und er sie durch filigrane Beinarbeit überwindet oder wenn der Quarterback seinen Receiver in der Endzone zum Touchdown findet und der Underdog in letzter Sekunde gewinnt, erblüht mein Sportlerherz.

Den bitteren Beigeschmack von modernen Gladiatorenkämpfen wird man nicht los.

Trotz meiner neu gefunden Liebe zu dieser Sportart, sollten die negativen Aspekte der NFL nicht in Vergessenheit geraten: Gesellschaftliche Probleme, wie Rassismus, haben in der NFL keinen Platz. Nach dem Motto: „Sport sollte unpolitisch sein!“
Seitdem sich Colin Kaepernick 2016 aus Protest gegen Polizeigewalt während der Nationalhymne hin kniete und deswegen seine Karriere beenden musste, hat sich der Standpunkt der Fans und NFL kaum geändert: Bei der diesjährigen Saisoneröffnung, der Kansas City Chiefs und Houston Texans, wurden die Spieler von den Fans ausgepfiffen, weil sie gemeinsam ein Statement gegen Rassismus setzen wollten. Die NFL hat es noch nicht geschafft, ihren Spielern, einen Raum zu bieten, in denen sie ihre Sorgen zu gesellschaftlichen und politischen Problemen äußern können. Die NBA ist ein wenig weiter: Dort dürfen Spieler von der Liga auserwählte Statements auf ihren Trikots tragen. 

Dabei wird man beim Football permanent an die strukturelle Benachteiligung der PoC erinnert. Für die meisten Spieler waren die Stipendien für ihr Talent, in einer Sportart, in der Hirn- und Nervenschäden alltäglich sind, die einzige Chance auf eine gute Bildung. Den bitteren Beigeschmack von modernen Gladiatorenkämpfen wird man nicht los. Auch die geringe Geschlechter Diversität ist ein Problem. Neben Cheerleading gibt es kaum Platz für Frauen in dieser Sportart.

Auch wenn American Football alles bietet, um meine Sportbegeisterung zu stillen, werde ich nicht aufhören, auf die negativen Seiten der NFL, und generell im Profisport, aufmerksam zu machen. Nur so wird es langfristige Veränderungen geben

SGS ohne Chance gegen Titelanwärter

Für den ersten Spieltag der Allianz-Frauen-Bundesliga hätte sich die SGS Essen sicherlich einen einfacheren Gegner gewünscht, als Meisterkandidat FC Bayern München. Die kleine Hoffnung, dem Favoriten am Samstagmittag, 3. September, doch vielleicht Punkte zu klauen, erfüllte sich nicht. Zu dominant waren die Spielerinnen vom FC Bayern. So stand am Ende ein 0:3 auf der Anzeigetafel. Zum Zuschauen verdammt waren die verletzten Spielerinnen Kirsten Nesse und Nina Brüggemann, die neben dem Profigeschäft im Ruhrgebiet studieren.
 

Nina Simone: Die Frau der Protestsongs

In unserer Portrait-Reihe stellen wir Frauen vor, die Rassismus bekämpft haben.
 

Weshalb mich Alltagsrassismus einschränkt

Das Gefühl des Fremdseins und Alltagsrassismus sind meine ständigen Begleiter. Bin ich fremd in der Ferne, oder fremd in der Heimat?
 
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