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KULTUR

Esports: Geld steckt in jedem Sport

Welche Rolle spielt Geld, wenn es um die Sportlichkeit geht?

[Symbolbild: Erik Körner]

09.09.2019 10:01 - Erik Körner

Esports sollte weiterhin nicht als Sport anerkannt werden. Das schreibt der Journalist Raphael Späth in einem Kommentar in der Süddeutschen Zeitung (SZ). Die Unternehmen hinter den Spielen hätten nur Interesse an maximalem Profit, nicht aber an maximaler sportlicher Leistung. Doch der Profit spielt bei der Sportlichkeit von Esports-Titeln keine Rolle.

Eine Replik

Hinter den Spielen im Esports stecken große Konzerne wie EA und Ubisoft. Ihr Ziel ist mögliches viel Gewinn mit der Produktion der Spiele abzuwerfen. Das hat SZ-Autor Raphael Späth korrekt erkannt. Wie könnten für Esports-Titel zuständige Unternehmen nicht profitorientiert sein? Der Aufbau einer Esports-Szene für ein Spiel ist teuer. Spieler*innen Coaches, Sportpsycholog*innen und weiteres professionelles Personal müssen bezahlt, gigantische Hallen für Turniere gemietet werden.

Dass sie kein Interesse an maximaler sportlicher Leistung hätten, ist falsch. Zumal er nicht erklärt, ob mit maximaler Leistung Körperlichkeit oder den Wettkampfgedanken gemeint ist. Späth merkt richtig an, dass auch andere Sportarten, wie Dart oder Tischfußball, wenig Bewegung erfordern. Trotzdem kritisiert er Esports für den Mangel an Bewegung, behauptet: „vermutlich würde kein Arzt der Welt als Behandlung einer Adipositas zwei Stunden Counterstrike pro Tag verordnen.” Späth kann den Unternehmen kein Desinteresse an der körperlichen Leistung unterstellen, wenn die Videospiele diese inhärent nicht erfordern. Profit spielt dabei keine Rolle.

Insofern er mit maximaler Leistung den fairen Wettbewerb meint, liegt er ebenfalls falsch. Entwickler und Softwarevertreiber Valve hat im Jahr 2015 vier von fünf Counter Strike: Global Offensive-Spielern des Teams iBuyPower auf Lebenszeit gebannt. Sie haben im Vorfeld arrangiert, ein Match zu verlieren, um im Gegenzug Gegenstände im Spiel zu erhalten. Riot Games, die hinter League of Legends stehen, ergriffen ähnliche Maßnahmen für dasselbe Vergehen, das auch Matchfixing genannt wird. Blizzard, Entwickler und Vertreiber von Overwatch, hat Spielern für diskriminierende Kommentare, die sie in ihren privaten Livestreams geäußert hatten, ein temporäres Wettkampfverbot ausgesprochen.

Die Schuld im Geld zu suchen, ist nicht der richtige Weg.

Untergrabe ihre Profitorientierung ihr Interesse an sportlicher Leistung, hätten die drei Unternehmen diese Schritte nicht unternommen, um die Integrität und den fairen Wettbewerb ihrer Spiele zu garantieren. Die Schuld im Geld zu suchen, ist nicht der richtige Weg. Hinter Fußball, dem größten Sport der Welt, steht der Verband FIFA. Diese hält regelmäßig internationale Turniere und verkauft Übertragungsrechte, um Umsätze in Milliardenhöhe zu generieren. Niemand würde auf die Idee kommen, deswegen Fußball nicht mehr als Sport anzusehen.

Den Kommentar von Raphael Späth findet ihr hier.

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