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KULTUR

Dunkle Zeiten

Dark eignet sich perfekt für einen Serienmarathon. [Foto: Lena Jansen]
03.08.2020 10:49 - Lena Janßen

Am 21. Juni startete die dritte und letzte Staffel der erfolgreichen Netflix-Produktion Dark. Zeit, das gesamte Werk zu resümieren und einen genaueren Blick auf die Serie zu werfen, die sich als die erfolgreichste deutsche Serienroduktion aller Zeiten entpuppte.

Achtung: Spoilerwarnung

Der 21. Juni bedeutete nicht nur den Start der dritten Staffel von Dark, sondern ist in der Serie auch der Tag des groß angekündigten Weltuntergangs. Doch die Serie ist viel komplexer als eine Geschichte über einen anstehenden Weltuntergang. Zeitreisen, Parallelwelten, Intrigen, Mord und die Liebe. Dark spielt in der erfundenen Kleinstadt Winden, in welcher der junge Mikkel (Daan Lennard Liebrenz und Sebastian Rudolph) in einer dunklen und regnerischen Nacht plötzlich verschwindet. Was zuerst wie eine Entführung wirkt, entpuppt sich als Geschichte mit riesigem Rattenschwanz. Denn Mikkel reist mittels eines Portals durch die Zeit und landet im Jahr 1986.

„Alles ist miteinander verbunden“, heißt es in der Serie nicht umsonst. Denn Mikkels Geschichte wiederholt sich durch die Zeitreise mmer wieder. Damit nicht genug: In der Gegenwart ist Mikkel auch der Vater von Jonas (Louis Hofmann). Jonas spielt in der Serie eine der Hauptrollen und ist ein wichtiger Charakter bei der Aufklärung des ewig währenden Kreislaufes. An dieser Stelle ergibt es keinen Sinn, alle Charaktere und deren Geschichten aufzuführen. Dies würde nicht nur Ewigkeiten dauern, denn Dark stellt in Rekordzeit einen Charakter nach dem anderen und deren Verbindungen zueinander vor. Außerdem lebt beinahe jeder Charakter in einer weiteren Zeit und wird durch eine*n andere*n Schauspieler*in dargestellt.

„Alles ist miteinander verbunden“

Die Handlungsstränge in Dark nachzuvollziehen ist nicht einfach. Es empfiehlt sich, einen Stammbaum hinzuzuziehen, der die einzelnen Charaktere, deren Verbindungen und die verschiedenen Zeiten zusammenführt. Dark ist keine Serie, die man im Hintergrund laufen lässt. Im Bruchteil einer Sekunde kann man bereits eine wichtige Szene verpasst haben, die den ganzen weiteren Verlauf der Serie trägt. Zurückspulen ist allerdings so oder so vorprogrammiert, denn gewisse Sequenzen muss man sich wieder und wieder anschauen, um zu verstehen, was vor sich geht. Die beiden Regisseur*innen Jantje Friese und Baran bo Odar schaffen es mit jeder Folge, von Beginn der ersten bis zum Ende der der dritten Staffel, die Spannung zu halten und die Zuschauenden mit offenem Mund zurückzulassen. Was dazu beiträgt sind die hervorragenden Leistungen der Schauspieler*innen, aber auch die düstere Stimmung in der Kleinstadt Winden, in der es immer nur zu regnen scheint.

Während Jonas in der ersten Staffel herausfindet, dass er durch die Zeit reisen kann und versucht Mikkel zurückzuholen, trifft er in der zweiten Staffel zum ersten Mal auf sich selbst in der Zukunft und bekommt von seinem Zukunfts-Ich den Auftrag, eine Möglichkeit zu finden, den ewig währenden Kreislauf zu durchbrechen. Im Verlauf der zweiten Staffel wird Jonas bewusst, dass er einen Weg finden muss, damit er in seine Gegenwart zurückkehren kann. In der dritten Staffel spielt dann auch Jonas' Jugendliebe Martha (Lisa Vicari) eine deutlich tragendere Rolle als in den Staffeln zuvor. Es stellt sich heraus, dass es ein weiteres Winden in einer Parallelwelt gibt. Jonas reist nun auch von einer Welt in die andere. Denn der Jonas aus der Parallelwelt eins und die Martha aus der Parallelwelt zwei sind die Einzigen, die den Kreislauf gemeinsam durchbrechen können. Sie sind der Anfang und das Ende. Adam und Eva, wie ihre Zukunftsversionen in der Serie heißen. Es stellt sich heraus, dass die beiden Parallelwelten aus der Spaltung einer Ursprungswelt entstanden sind. Jonas und Martha reisen in diese Ursprungswelt und verhindern daraufhin die besagte Spaltung. Der Kreislauf ist durchbrochen.

Dark nimmt dich mit

Die gesamte Handlung Schritt für Schritt aufzubrechen ist schlichtweg nicht möglich. Dark ist als ein Gesamtkunstwerk aufzufassen. Man muss die Serie gesehen haben. Hat man sich einigermaßen in die Zusammenhänge reingefuchst, kann man nicht mehr aufhören zu schauen. Binge Watching ist vorprogrammiert und mit jedem Ende einer Staffel steigt die Vorfreude auf die nächste. Umso trauriger, dass Dark mit der dritten Staffel ihr Ende findet. In diesem Fall ergibt es allerdings Sinn: Die Geschichte ist zu Ende erzählt, die Zuschauenden wissen alles, was sie wissen müssen.

Binge Watching ist vorprogrammiert

Dark zeigt viel Unrealistisches wie Parallelwelten und Zeitreisen, beschäftigt sich allerdings auch mit alltäglichen Themen. Das macht die Charaktere in der Serie nahbarer. Sie verlieben sich, streiten, haben Affären und zeigen sich verletzlich. Zu loben ist außerdem die Darstellung der Vergangenheit, der Zukunft und die passenden Kostüme dazu. Es fühlt sich beinahe so an, als würde man selbst mit Jonas durch die Zeit reisen. Dark nimmt dich mit, in vielerlei Hinsicht. Dazu trägt außerdem der perfekt gewählte Soundtrack bei, dessen Erwähnung am Ende dieser Rezension auf keinen Fall fehlen darf. Bereits der Titelsong Goodbye von Apparat bewirkt, dass man ungern auf „Intro überspringen“ klickt, um endlich eine neue Folge beginnen zu können. Für eine deutsche Serienproduktion kann man durchaus sagen: Hut ab!
 

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