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KULTUR

4 Rap-Alben der goldenen 90er-Jahre

Schallplatten waren in den 90ern noch angesagter. [Foto:pixabay]

06.11.2021 14:39 - Özgün Ozan Karabulut

Während sich Hörer:innen heutzutage oft über die immer gleichen Sounds echauffieren, waren die 90er eine interessante Phase im Rap und der Kultur des Hip-Hop. Wir stellen euch vier Rap-Alben aus den 90ern vor, die auch heute noch zeitlos sind und sinnbildlich für den Rap der 90er-Jahre stehen.

OutKast – Aquemini, 1998

„The South got something to say”, sagte Andre 3000 bei der Entgegennahme des Source Awards 1995 für die beste neue Rap-Gruppe. Gemeinsam mit seinem Partner Big Boi brachten sie Atlanta auf die Rap-Karte. OutKast liefern mit ihrem dritten Album eine Sammlung musikalischer und lyrischer Highlights ab. Anstatt viel zu samplen, sind auf ihrem Album viele Instrumente wie Trompeten (SpottieOttieDopaliscious) oder eine Kalimba zu hören. OutKast sprechen auf Aquemini diverse Bereiche an, wobei gesellschaftlich relevante Themen wie eine Überdosis bei Da Art of Storytellin’ (Pt. 1) im Vordergrund stehen. Der Sound des Albums ist experimentell und an manchen Stellen kein klassischer Rap mehr; verschiedene Musikrichtungen wie Funk und Blues fusionieren. Aquemini ist Hip-Hop und noch mehr: „It's OutKast, Aquemini: another Black experience”.

Für Fans von: A Tribe Called Quest, The Pharcyde, De La Soul

DMX – It's Dark and Hell Is Hot, 1998

Das Debütalbum von Rapper DMX landete direkt auf Nummer eins der Album-Charts. Es handelt von Religiosität und den Dämonen, die auf der Seele wiegen, von Gewalt und Enttäuschung. DMX macht seinen inneren Konflikt auf dem Album mit sich aus: In Yonkers, NYC aufzuwachsen und ein frommer Christ zu sein, das ist nicht leicht miteinander zu vereinbaren. Trotz vieler Gebete: Das Böse („Damien”) lässt ihn einfach nicht los. Der letzte Vers von Look Thru My Eyes bringt es auf den Punkt: „I’ve got a good heart but this heart can get ugly”. Das unbehagliche Gefühl, dass beim Hören aufkommt, passt perfekt zum Albumtitel und bringt definitiv keine Good Vibes Only - Atomsphäre. Die raue, markante Stimme von DMX und sein typisches Bellen und Knurren verleihen seinen Songs eine unverwechselbare und aggressive Note. Harte Texte komplettieren die finsteren Beats auf It's Dark and Hell Is Hot. Obwohl Schmerz und Verluste dominieren, wird gute Laune mit dem legendären Party-Banger Ruff Ryders Anthem transportiert und I Can Feel It sampelt den Hit von Phil Collins in DMX-Manier.

Für Fans von: The Lox, Busta Rhymes, Ja Rule

2Pac – All Eyez on Me, 1996

Wer auf Rap von der Westküste steht, kommt an Tupac nicht vorbei. Die Doppel-CD mit 27 starken Tracks lässt Tupacs ganzes musikalisches Repertoire zur Geltung kommen. All Eyez on Me erzeugt eine kraftvolle und mitreißende Stimmung, man ist wie in einem Film. Tradin' War Stories strotzt nur so vor Energie und Selbstbewusstsein, der Track versetzt einen direkt auf die Straßen von Los Angeles. Tupac ist ein Meister darin, ein Ambiente zu erzeugen, in dem sich die Hörer:innen in seine Texte hineinversetzen können. Die Produzenten und Westcoast-Veteranen Johnny "J" und Daz Dillinger haben dabei maßgeblich den Sound geprägt. Egal, ob es sich um sanfte Songs wie How Do U Want It und Life Goes On oder energische Tracks wie California Love und No More Pain handelt: Tupac schafft mit seiner Stimme eine enorme Präsenz, die einen sofort mit gespitzten Ohren zuhören lässt. Für viele gilt das Doppel-Album als eines der besten Werke des Künstlers überhaupt.

Rap aus NYC wird dank des Clans (wieder) hart, ohne jedoch die Realität der Künstler aus den Augen zu verlieren.

Für Fans von: N.W.A., ThaDoggPound, Nipsey Hussle

Wu-Tang Clan – Enter the Wu-Tang (36 Chambers), 1993

Die Rap-Formation aus dem New Yorker Bezirk Staten Island („Shaolin Land“) vereint auf Enter the Wu-Tang chinesische Martial-Arts-Filme und eindringliche Samples mit düsterem Sound aus NYC. Das Debütalbum des Clans liefert mit Bring da Ruckus und Protect Ya Neck Auf-die-Fresse-Tracks. Rap aus NYC wird dank des Clans (wieder) hart, ohne jedoch die Realität der Künstler aus den Augen zu verlieren. Wo die Reise zu den 36 Chambers hingeht, machen die ersten Verse des bekanntesten Tracks C.R.E.A.M. (cash rules everything around me) klar: „I grew up on the crime side, the New York Times side. Stayin' alive was no jive”. Korrupte Cops, Crack-Epidemie, Schüsse fallen, Menschen sterben. Das Leben der Schwarzen Unterschicht in den Ghettos ist kein Zuckerschlecken. Halt bietet die mystische Lehre der Five-Percent Nation, eine afroamerikanisch religiöse Bewegung, die sich in nahezu allen Werken des Clans widerspiegelt. Produziert wurde das Album von Clan-Chef RZA, der für seine Samples von Soul-, Funk- und RnB-Platten berühmt ist. Enter the Wu-Tang hat mit dem dunklen und harten Sound den Weg für kommerziell erfolgreiche Rap-Alben von der East Coast geebnet. Auch fast 30 Jahre nach Release gilt: „Wu-Tang Clan Ain’t Nuthing ta Fuck Wit”!

Für Fans von: Nas, Mobb Deep, Gang Starr

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