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KULTUR

Vier Filmsoundtracks, die Lust auf Kino machen

Ihr habt Lust auf einen Film und gute Musik? Dann hört euch diese Soundtracks an.

[Foto: pixabay]

31.07.2021 09:00 - Canberk Köktürk, Erik Körner

In NRW durften die Kinos nach einer langen Pandemie-Pause wieder ihre Türen für Gäst:innen öffnen. Zu diesem Anlass haben wir euch vier Filmsoundtracks rausgesucht, die euch wieder in cineastische Stimmung bringen und gute Laune in die Ohren schießen lassen.

Inherent Vice (2014)

Die Verfilmung des Literaturklassikers von Thomas Pynchon erzählt die Geschichte des Hippie-Detektiven Doc Sportello in den 1970er Jahren und seiner Odyssee in Südkalifornien. Dem versucht der Komponist der Filmmusik Jonny Greenwood gerecht zu werden. Die Kompositionen Greenwoods versuchen atmosphärisch einen Noir-Krimi der 40er á la „Tote schlafen fest“ (1946) zu erschaffen. Zusätzlich besteht die Musik von „Inherent Vice“ ebenfalls aus Klassikern der 70er Jahre wie „Vitamin C“ von Can oder „Any Day Now“ von Chuck Jackson. Die Geschichte um Doc Spotello ist verwirrend, gespickt mit seltsamen Begegnungen und geheimnisvollen Figuren und wird von Musik von Greenwood untermalt. Der zusätzliche Musikauswahl aus den 70ern begleitet die zugedröhnte Story und zerrt die Zuhörer:innen in die letzten Jahre des Hippietums. Während eines heißen Sommers verwandelt dieser Soundtrack eure Fahrt zur Arbeit zu einem mysteriösen sowie undurchschaubaren Detektiv-Abenteuer.

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Jackie Brown (1997)

Dass Quentin Tarantino nicht nur ein Film-Connoisseur ist, sondern auch mit jedem Film eine grandiose Zusammenstellung von Songs rausbringt, ist seit seinem 1992 erschienenden Debütfilm „Reservoir Dogs“ (1992)  bekannt. Da „Jackie Brown“ häufig das vergessene Meisterwerk Tarantinos ist, wird auch dessen Soundtrack wenig beachtet. Wie häufig bei Tarantino, wurden die Songs nicht eigens für den Film komponiert, dafür aber mit Dialogfetzen aus „Jackie Brown“ versehen. Die erste Sequenz des Films begleitet die Flugbegleiterin „Jackie Brown“ bei ihrem alltäglichen Gang durch die Gates zum legendären Song „Across 110th Street“ von Bobby Womack. Auch die restlichen Tracks sind hauptsächlich Soulklassiker wie „Who is He – And What Is He For You“ von Bill Whiters oder „Street Life“ von Randy Crawford. Die Songs in „Jackie Brown“ sind nicht nur wichtige Werke der Musikhistorie, sondern verführen auch dazu, sich mit dem Soul zu beschäftigen und auf eine musikalische Entdeckungsreise zu gehen. Wenn der Soundtrack durch euren Player läuft wird gefühlt jede einzelne Sache die ihr währenddessen tut zu einer Einstellung aus Tarantinos Linse.

Radio Rock Revolution (2009)

Heute ist Rockmusik etwas Alltägliches, vor rund 60 Jahren galt sie als gemeinfährlich. In Großbritannien weigerte sich etwa die öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt BBC, den von verzerrten Gitarren getriebenen Krach zu spielen, der scheinbar die Jugend vergiftete. Zum Glück gab es Piratensender, die diesen Job übernahmen – und der Regierung ein Dorn im Auge waren. Die Tragikomödie „Radio Rock Revolution“ erzählt die fiktive Geschichte von den goldenen Tagen eines solchen Senders, selbstverständlich mit epochenakkurater Musik. Der Soundtrack enthält einige der wichtigsten Tracks aus der Ära der British Invasion, etwa „Jumpin‘ Jack Flash“ von den Rolling Stones oder „All Day And All Of The Night“ von The Kinks. Weitere namhafte Künstler:innen auf der Tracklist sind zum Beispiel David Bowie, The Who, Jeff Beck, oder Dusty Springfield. So bietet „Radio Rock Revolution“ den idealen Einstiegspunkt für alle, die mehr über eine Zeit der Musikgeschichte lernen wollen, in der Zigaretten und Tweed-Anzüge zur Haute Couture gehörten.

Kikis kleiner Lieferservice (1989)

Es ist einfach, die Filme von Studio Ghibli für ihre Handwerkskunst, ihre Bildsprache oder ihre Geschichten zu loben, die sich zwischen einem Liebesbrief an die Natur und Kindheit und scharfer Kritik an den Folgen des Spätkapitalismus bewegen. Ohne die Musik, meist beigesteuert von Komponist Joe Hisaishi, wäre die Ghibli-Magie aber nur halb so wirksam. Schließlich sind es die Lieder, die Themen wie Melancholie, Sehnsucht, Naturverbundenheit oder gnadenlosen Optimismus mitverköpern. Der Soundtrack von „Kikis kleiner Lieferservice“ ist da keine Ausnahme. Ein sanftes Orchester untermalt die Story des 13-jährigen Mädchens, das ihr Elternhaus verlässt, um eine vollwertige Hexe zu werden, und spiegelt mit seinen Instrumenten den wundersam-neugierigen Blick eines Kindes auf eine sich langsam öffnende Welt wider. Highlights sind das unter Ghibli-Kenner:innen hochgeschätzte „Town With An Ocean View“ und die Tracks „Ryuuju no dengon“ und „Yasashisa ni Tsutsumareta nara“ der japanischen Künstlerin Yumi Matsutoya, damals bekannt als Yumi Arai. Letzteres bedeutet übersetzt so viel wie „in Zärtlichkeiten umhüllt“ was die Essenz des Films in nur drei Worten zusammenfasst.

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