Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

HOCHSCHULPOLITIK

Selbstbestimmt und nicht binär

Am 10. Oktober entschied das Bundesverfassungsgericht im Verlauf eines seit Jahren geführten Rechtsstreits, dass die bestehende Regelung zum Geschlechtseintrag verfassungswidrig ist. Jetzt können die Gesetzgebenden entscheiden, ob der Geschlechtseintrag abgeschafft oder eine dritte Option im Gesetz dauerhaft verankert wird – in Ländern wie Nepal, Kanada und Dänemark ist dies bereits schon länger möglich.
 

Prestige - koste es, was es wolle

Seit Jahren versucht die Stadt Duisburg, ihr graues Schmuddelimage loszuwerden. Stattdessen will sie zu einem leuchtenden Konsumziel in der Region werden. Dabei geht das Streben nach Prestige an den Belangen und Interessen der Bürger*innen vorbei, finden Aktivist*innen.
 

(K)eine sexuelle Belästigung bei Anton‘s Bierkönig Essen

 

Braun sind die Umzüge in Moers

26,1 km von Duisburg entfernt liegt Kamp-Lintfort. Seit Monaten hat die 37.683 einwohnerstarke Stadt und ganz besonders der Stadtteil Hoerstgen ein waschechtes Neonazi-Problem. Eine Kameradschaft mit dem Namen „Volksgemeinschaft Niederrhein“ ist dort aktiv und wird von einer durchaus wirksamen Figur der neonazistischen Szene unterstützt: Kevin Giuliani. Der aus Moers stammende Neonazi gibt sich bürgerlich und führt ein Umzugsunternehmen.
 

Mehr als nur Mehrheiten

Vor sieben Jahren gründete ein Aussteiger aus Deutschland eine Gemeinschaft in der Algarve im Süden Portugals. Jeden Freitag findet in Tojeiro die „Pizza Party“ dort statt, mit integrierter Pizza-Flatrate und anschließender elektronischer Musik bis zum Mittag des nächsten Tages. Alle, die dort leben, kommen als Freiwillige, für wenige Wochen oder einige Jahre. Ein einmonatiger Aufenthalt dort hat Fragen aufgeworfen: Was ist Gemeinschaft? Wie werden Entscheidungen getroffen? Wieso ist das Mehrheitsprinzip als politische Lösungsfindung so dominant? Ein Erlebnisbericht über das Alternativmodell.
 

Kufens alternative Fakten

Über Wochen diskutierten CDU und CSU über die sogenannte Obergrenze, die die CSU gefordert hatte. So solle die Zuwanderung auf maximal 200.000 Menschen begrenzt werden. Weil sich die Unionsparteien, trotz gemeinsamen Wahlprogramm, lange nicht einigen konnten, diskutierte die halbe Bundesrepublik das Thema seit Monaten rauf und runter, obwohl der Vorschlag aller Wahrscheinlichkeit nach der Verfassung widerspricht.
 

Die Stadt, die ihnen zusteht

Eigentlich gibt es ist in der Strauss-Siedlung im Duisburger Stadtteil Neudorf keinen Wohnraummangel. Die meisten Häuser hier stehen leer. Das städtische Immobilienunternehmen Gebag vermietet den Wohnraum jedoch nicht mehr, weil die Modernisierung bevorsteht. Neun Menschen besetzten deshalb am Samstag, 16. September, ein Haus in der Siedlung. akduell-Redakteur Dennis Pesch hat sich mit Marlon Klezko* und Kathrin Fröbel*, zwei der Besetzer*innen, zum Interview getroffen.
 

Friedensbewegt in Essen

150 selbsternannte Hüter*innen des Friedens demonstrierten am Samstag, 7. Oktober, durch Essen. Anlass dafür war eine Luftwaffen-Konferenz der NATO, die vom 10. Oktober bis zum 12. Oktober in der Essener Messe stattfindet. Ein Blick auf die Organisator*innen der Friedensdemos verrät allerdings, dass es den Beteiligten nicht um eine Analyse von gesamtgesellschaftlichen Phänomenen geht, sondern um oberflächliche Parolen.
 

Neumühl ist (nicht) neu rechts

Im Duisburger Stadtteil Neumühl haben 21,1 Prozent der Wähler*innen im Zuge </strong><strong>der Bundestagswahl der AfD ihre Stimme gegeben. Der Schock sitzt tief, so auch bei Anja Buchmüller-Brand, die Pfarrerin der Evangelischen Kirchengemeinde in Neumühl ist. Sie sagte RP Online: „Offene Fremdenfeindlichkeit begegnet mir hier so nicht.“ Andere Neumühler*innen fürchten: der Ruf des Stadtteils könne leiden, weil man demnächst „als Nazi-Hochburg“ abgestempelt werden könne.
 

Animal-Pay-Gap liegt bei 100 Prozent

 

OB-Wechsel nach fünf Jahren?

Sonntag ist Superwahltag in Duisburg. Die Bürger*innen stimmen nicht nur über das Designer Outlet Center ab (siehe Seite 6), sondern wählen neben dem Bundestag auch ein neues Stadtoberhaupt. Wir haben uns die vier Kandidaten von SPD, CDU und Bündnis 90 / die Grünen, Linkspartei sowie FDP angeschaut. Seitdem der ehemalige Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) in Folge der Loveparade-Katastrophe 2012 aus dem Amt gewählt wurde, be- findet sich Sören Link (SPD) an der Stadtspitze.
 

Comeback mit Christian Lindner

2013: Die FDP fliegt mit einem historisch schlechten Wahlergebnis aus dem Bundestag. Dieses Jahr stehen die Karten für den Wiedereinzug nicht schlecht. Sogar im Rennen um die Position als drittstärkste Kraft mischt die Partei mit. Wir haben das Wahlprogramm der Liberalen hinsichtlich der Themen Bildung und Diskriminierung einmal genauer unter die Lupe genommen.