Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

HOCHSCHULPOLITIK

"Wenn die Zeit vergeht und man nichts machen kann"

Bereits seit zwei Wochen zelten syrische Geflüchtete in Dortmund, um auf ihre Lage aufmerksam zu machen und eine beschleunigte Bearbeitung ihrer Asylanträge zu erkämpfen. Nachdem das Protestcamp zunächst vor einem Gebäude des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) aufgebaut worden war, zogen die Aktivisten am Dienstag vergangener Woche auf die Katharinentreppe vor dem Hauptbahnhof um. Trotz Angriffen von Neonazis und einem nur knapp verhinderten Selbstmord will man hier solange ruhig und friedlich auf die eigene Problemlage aufmerksam machen, bis man des Platzes verwiesen wird.
 

Mehr als nur keine Kohle

Armut: Kaum ein Thema dient der politischen und insbesondere parlamentarischen Linken mehr, um sich vom Rest der bundesrepublikanischen Parteienlandschaft abzugrenzen. Oder besser gesagt die Bekämpfung dieser. So hat die linke Bundestagsfraktion am vergangenen Freitag in die Bochumer Jahrhunderthalle geladen, um über die Armutsspirale im Revier zu diskutieren. Bei geladenen Gästen aus der ersten Reihe der Partei, Gewerkschaftern und dem Kölner Politikwissenschaftler Christoph Butterwegge blieb es aber ein berechenbarer Austausch der Argumente. Über Armut ließ sich trotzdem einiges lernen
 

Inside Jürgens Welt

Ein lässiger Sprung aufs Podium, lauter Applaus, einige im Publikum sind schon vor dem ersten Wort aufgestanden: Der Autor und Publizist Jürgen Todenhöfer wird im neuen Audimax am Campus Essen herzlich empfangen. Gut 1.000 zahlende Gäste sind gekommen, um für einen Eintrittspreis von sieben Euro der Lesung aus seinem Buch „Inside IS – Zehn Tage im Islamischen Staat“ beizuwohnen. Vor einem mehrheitlich schwer begeisterten Publikum wurde es nur an einer Stelle kontrovers, aber der Journalist wusste zu schlichten.
 

Ein bisschen Frieden gegen die G7

Der G7-Gipfel, der am vergangenen Wochenende auf Schloss Elmau in Bayern stattfand, ist nun vorüber und damit auch der Protest. Die Staatsoberhäupter der großen Wirtschaftsmächte haben das Postkartenidyll nahe der Zugspitze verlassen und auch die meisten der circa 20.000 eingesetzten Polizist*innen sind wieder zu Hause. Hunderte Journalist*innen haben ihre Ferienhäuser geräumt und über 1.000 Protestierende ihr Zeltlager. Zurück bleibt der Eindruck einer gelungenen Inszenierung ohne Gewalt, dafür aber mit einigen sehr fragwürdigen Positionen.
 

Koffer, Jacke und ein Paar Schuh

Es begann im September 2014 mit der Suche nach einer Annahmestelle für einen Kinderwagen und endete mit der Eröffnung des ersten Essener Warenhauses für Flüchtlinge Anfang November. Nachdem Benjamin Melzer für seine Kinderwagen-Spende erst in Mülheim eine Anlaufstelle gefunden hatte, gründete er die Gruppe „WiE - Willkommen in Essen“. Die rund 20 Freiwilligen konnten Dank 400 Starthilfe Kleider-Kartons der „Willkommen in Mülheim“- Gruppe und der Transporter des DRK in den Räumlichkeiten der Noterstaufnahmeeinrichtung der Firma European Homecare (EHC) im Opti Gewerbepark, eine Kleiderkammer einrichten. akduell hat sich hinter die Tore, hinein in die Klamottenberge gestürzt und fleißig Eindrücke, pardon Sachen sortiert und gesammelt.
 

Vom Wegschauen und Schweigen

Racial Profiling - und wir sehen zu?
 

Ja, ich will – Gleichberechtigung!

In Irland wurde zum weltweit ersten Mal in einem Referendum über die Einführung der gleichgeschlechtlichen Ehe abgestimmt. Das Ergebnis kann nicht nur für Irland wegweisend sein, sondern setzt ein Zeichen und befeuert die Debatten in anderen Ländern. Ein Kommentar.
 

Die Freiheit, das zu machen, was man will

Grenzenlose Freiheit auf der einen, grenzenlose Faulheit auf der anderen Seite. Wer sich mit dem Grundeinkommen beschäftigt, stößt auf viele Argumente für eine bedingungslose Grundsicherung, genauso aber auf Zweifel an der Finanzierbarkeit und Warnungen vor der sozialen Hängematte. Man kann die Idee befürworten, oder ihr mit gesunder Skepsis begegnen – auf jeden Fall sollte man sich mit ihr auseinander setzen.
 

Ein Viertel vom Ganzen?

Das Hochschulzukunftsgesetz schrieb sich auf die Fahne, ein freieres Studium zu ermöglichen und sieht unter anderem vor, dass Studierende verstärkt bei der Hochschulpolitik mitbestimmen dürfen – Stichwort Viertelparität. An der Universität Duisburg Essen hat der Senat am 8.Mai über die neue Grundordnung abgestimmt. Die Umsetzung von Paragraph 11A des HZG, der den wohlklingenden Titel Gewährleistung einer qualifizierten Mitbestimmung in der Hochschule trägt, stieß bei den Studierendenvertreter*innen allerdings auf Ablehnung.
 

Tod im Mittelmeer

Samstag, 16. Mai 2015, 14 Uhr, Willy Brandt Platz in Essen. Ein leiser Trommelschlag ertönt und etwa 30 Menschen fallen zu Boden. Es ist eigentlich ein ganz normaler Einkaufstag. Die Umrisse der Personen werden mit weißer Kreide umrandet, erneutes Trommeln erklingt und die Gefallenen begeben sich wieder in die Senkrechte. Der Umriss auf dem Boden wird mit einem Namen, einem Kreuz und der Jahreszahl 2015 beschriftet. Amnesty International macht aufmerksam auf die vielen tausend Flüchtlinge, die im Mittelmeer ertrinken.
 

Zwischen Nelken und Antisemitismus

Sowohl in der Bundesrepublik als auch in den ehemaligen Konzentrationslagern werden dieser Tage wieder rote Nelken niedergelegt. Vor 70 Jahren befreiten die alliierten Truppen Gefangene und Zwangsarbeiter*innen aus den Konzentrationslagern der Nationalsozialist*innen. Der Schrecken und die Gräueltaten des deutschen Faschismus sind in die Geschichtsbücher eingegangen – als Mahnung an zukünftige Generationen. Aber wie funktioniert Gedenken im Jahr 2015? akduell wirft einen Blick auf die derzeitige Gedenk- und Erinnerungskultur in den ehemaligen Konzentrations- und Vernichtungslagern in Auschwitz und der heutigen Gesellschaft.
 

Legion 47: Rechte Anschläge in Duisburg

Die Zerschlagung der rechtsterroristischen Vereinigung Old School Society hat vergangene Woche Schlagzeilen </strong><strong>gemacht. Fast zeitgleich wurde bekannt: Seit März 2013 sollen drei Duisburger NPD-Mitglieder Feuerwerkskörper in einer Flüchtlingsunterkunft gezündet, den Pavillon eines türkischen Schnellimbisses in Brand gesteckt und Chemikalien aus Schulen gestohlen haben. Seit vergangener Woche müssen sich Patrick K., Daniel N. und Manuel M. vor dem Duisburger Landgericht für insgesamt 38 Straftaten verantworten. Darunter: Brandstiftung, unerlaubter Waffenbesitz, 24 Einbruchsdiebstähle, Körperverletzung und Handel mit 500 Gramm Methamphetamin.