Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

HOCHSCHULPOLITIK

Studierendenwerk: Versorgungssituation mangelhaft

So sollte die neue Mensa eigentlich aussehen, doch das ist wohl vorläufig Geschichte. (Foto: Studierendenwerk Essen-Duisburg)
12.09.2018 08:48 - Daniel Veutgen

Am Duisburger Campus ist das Essen der Studierenden von Eintönigkeit geprägt. Wer im L-Bereich zwischen zwei Veranstaltungen hunger hat, ist zum Speisen im teuren U-Café verdammt. Dort erwartet Studierende eine Geschmacksvielfalt, die sich von Pommes bis Backkartoffel erstreckt. Eine halbe Stunde reicht nicht für den Gang zur überfüllten M-Mensa und zurück. Im Senat am 7. September berichtete Dirk Solbach, stellvertretender Vorsitzender des Verwaltungsrats des Studierendenwerks. Er zerschlägt die studentische Hoffnung auf schnelle Besserung. Es ist jedoch nicht die einzige schlechte Nachricht.

„Das Land hat 23,3 Millionen zur Verfügung gestellt, um den Mensabau zu ermöglichen. Dass das nicht ganz reicht, war von vornherein klar“, begründet Solbach die Verzögerungen der bisherigen Planung. Nun habe das Land mündlich weitere Zuschüsse zugesagt. Der Baubeginn der neu geplanten Mensa im L-Bereich wird sich dennoch erheblich verzögern. Erst ein Jahr später als geplant soll nun mit dem Bau begonnen werden. Ursprünglich für Herbst 2019 angekündigt, erwartet Solbach eine Verzögerung der Fertigstellung von mindestens einem Jahr.

Neben dem zeitlichen Rahmen ändert sich aber noch mehr.
Das Studierendenwerk hat nämlich auch das Konzept der neuen Mensa umgestellt. Selbst mit mehr Geld sei nur eine deutlich kleinere Mensa als bisher geplant realisierbar. Etwa 1.000 Essen sollen pro Tag über die Theke gehen. Das Studierendenwerk sei dazu verpflichtet, kostendeckend zu arbeiten. Um das in allen Bereichen zu gewährleisten, stehen deswegen auch Preiserhöhungen in anderen Bereichen an, die jedoch nicht im Zusammenhang mit der Mensa-Finanzierung stehen würden, so Solbach.

Brötchen werden teurer

Die gelbe Cafeteria in Essen und das U-Café in Duisburg sind gerade in den Morgenstunden essentielle Anlaufpunkte für Studierende. In den letzten Minuten vor Vorlesungsbeginn schnell noch verschlafen einen Kaffee und ein Brötchen holen, weil der Wecker zu Hause wieder einmal zu oft auf Schlummern gestellt wurde. Zehn unglaublich erholsame Minuten länger liegen bleiben, statt zu Hause zu frühstücken. Ein morgendlicher Ritus, der nun 10 Cent mehr deines BAföGs zu verschlingen droht. Auf der Senatssitzung kündigte Solbach an: Ab dem 1. Oktober muss man für einige der beliebten Frühstücksprodukte bald tiefer in die Tasche greifen. Doch nicht nur bei den Brötchen will das Studierendenwerk die Preise anziehen.

Auch bei den vom Werk betriebenen Wohnheimen erwartet Solbach in Zukunft erneut Mietsteigerungen. Es habe sich zu viel Renovierungsbedarf aufgestaut. „Es wird repariert und repariert, aber die nötige Investitionssumme für eine ordentliche Umsetzung fehlt einfach“, so Solbach, der davon ausgeht, dass das Studierendenwerk für die notwendige Kernsanierung einiger Wohnheime einen Kredit aufnehmen muss.

Den miserablen Zustand einiger Wohnheime diskutiert auch studentische Senatorin Corinna Kalkowsky. „Verzeihen Sie meine Ausdrucksweise, aber das grenzt an Körperverletzung, wenn die Studierenden gezwungen sind, in den Wohnungen zu leben, weil sie ja auch keine andere Alternative haben“, spricht die Senatorin das massive Schimmelproblem in einigen Wohnungen an. Das ist nicht ihr einziger Kritikpunkt.

Nachdem sie die Komplexität der Haushaltsberichte des Studierendenwerks bemängelte, nimmt sie Stellung zur Situation um die Mensa. Kalkowsky fordert: „Es muss eine Übergangslösung für Duisburg gefunden werden, die Situation mit einer Mensa für alle Studierenden ist unzumutbar.“ Dass es planerisch unüberlegt ist, die künftigen Gäste der neuen Mensa bisher nicht mit einzubeziehen, bemängelt zudem die studentische Senatorin Aylin Kilic. Sie wünscht sich einen stärkeren Einbezug der Studierenden in die Planung der neuen Duisburger Mensa.

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