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HOCHSCHULPOLITIK

Soforthilfe für Studierende gefordert

Infolge des Corona-Virus wird auch bei Studierenden das Geld knapp.
[Symbolfoto: David Peters]

26.03.2020 15:56 - David Peters

Unter dem Corona-Virus und der dadurch entstandenen wirtschaftlichen Krise leiden nicht nur Unternehmen und Selbstständige, auch Studierende geraten in finanzielle Notlagen. Das Bündnis „Soforthilfe für Studis“ fordert eine Soforthilfe von 3.000 Euro für Studierende.

Infolge der Krise rund um das Corona-Virus kommt es zu Kündigungen, Kurzarbeit und Verdienstausfällen für Arbeitnehmer*innen. Um das auszugleichen, stellten Bund und Länder und Länder bereits Hilfsfonds in Milliardenhöhe auf die Beine. Wenig beachtet werden bei den Hilfen aber die Studierenden, so Amanda Steinmaus vom freien zusammenschluss von student*innenschaften (fzs). „Innerhalb weniger Tage brach für tausende Studierende die Grundlage der Finanzierung ihrer Lebenshaltungskosten weg. Es braucht jetzt schnelle und unbürokratische Lösungen.“

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Der fzs ist Teil des Bündnis „Soforthilfe für Studis“, in dem auch ASten, Landes- und Bundesstudierendenvertretungen, der Bundesverband ausländischer Studierender, Hochschulgruppenverbände und Parteijugenden organisiert sind. Das Bündnis fordert, dass Studierende, die sich in einer finanziellen Notlage befinden, vom Bund eine Soforthilfe in Höhe von 3.000 Euro erhalten sollen. Die Soforthilfe soll ab dem 30. März ohne vorherige Bedürftigkeitsprüfung vergeben werden. Sollte sich nachträglich herausstellen, dass keine Bedürftigkeit bestand, dann soll die Zahlung in einen zinslosen Kredit umgewandelt werden, der nach 10 Jahren fällig wird.

Katrin Lögering vom Landes-ASten-Treffen NRW (LAT NRW) ergänzt: „Notsituationen erfordern eine erhöhte finanzielle Flexibilität, welche die meisten Studierenden nicht leisten können. Das Angebot sollte im Speziellen auch für ausländische Studierende zugänglich sein.“ In der aktuellen unklaren Studiensituation sollten Studierende nicht durch die entstandenen finanziellen Belastungen am Studienfortschritt gehindert oder gar zum Abbruch des Studiums gezwungen werden. Eine entsprechende Petition des Bündnis fand bereits mehr als 22.000 Unterstützer*innen.

Start des Sommersemesters unklar

Momentan ist noch unklar, wann das kommende Semester starten wird und wie die verlorene Zeit in den Studienverlauf integriert wird. Mehr als 1.300 Professor*innen unterzeichneten einen offenen Brief, der sich der Forderung von UDE-Rektor Ulrich Radtke nach einem „Nicht-Semester“ anschloss. „Nur wenn das Semester nicht (regulär) zählt, ist gesichert, dass denjenigen keine Nachteile entstehen, die die schlechtesten Voraussetzungen haben oder im Verlauf des Sommers neuen Belastungen ausgesetzt sein werden“, so die Initiator*innen.

Auch beim Deutschen Studentenwerk (DSW) ist die finanzielle Belastung von Studierenden Thema. Das DSW fordert ebenfalls einen Hilfsfond für Studierende, aber auch für die Studierendenwerke, die mit Einnahmeausfällen zu kämpfen haben. Außerdem sollen aufgrund der Unklarheiten über das kommende Semester die Regelstudienzeit und die Förderungshöchstdauer beim BAföG verlängert werden. DSW-Generalsekretär Achim Meyer auf der Heyde erklärte dazu: „Die Politik beweist in diesen Tagen, dass sie zu raschem und entschlossenem Handeln fähig ist. Das sollte sie nun auch tun, um die rund 2,9 Millionen Studierenden in Deutschland zu unterstützen.“

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