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HOCHSCHULPOLITIK

Senat: Unklarheiten bei Online-Prüfungen

 Sowohl Prüfende als auch Studierende sind aufgrund der Online-Klausuren verunsichert. [Foto: pixabay]
15.02.2021 13:51 - Helena Wagner

Neben der Wahl der Kommission zur Findung der stellvertretenden zentralen Gleichstellungsbeauftragten der Universität Duisburg-Essen (UDE) war in der Senatssitzung am 5. Februar wieder einmal die aktuelle Klausurenphase Thema. Die Prüfenden forderten einen klar geregelten Prüfungsablauf im Online-Semester.

In der Senatssitzung am 5. Februar wurde die Wahl der Mitglieder einer Kommission zur Findung der stellvertretenden zentralen Gleichstellungsbeauftragten durchgeführt. Es standen jeweils zwei Vertreter:innen der Statusgruppen aller Fakultäten und der zentralen Einrichtungen der Universität-Duisburg-Essen zur Wahl, von denen alle gewählt wurden.

Neben den Wahlen wurden die Stimmen nach einem geordnetem Prüfungsablauf mit klaren Vorgaben laut. Prof. Dr. Ulrich Görtz von der Fakultät für Mathematik sprach an, dass die Unsicherheit der aktuellen Prüfungsphase nicht nur die Prüflinge betreffe, sondern auch die Dozierenden beunruhige: „Hilfreich wäre eine klare Formulierung des Prüfungsablaufs.“ Die Frist, in der die Prüfenden ankündigen müssen, ob die Klausur Online oder in Präsenz stattfindet,  betrug am Tag der Senatssitzung noch drei Wochen vor dem Klausurtermin. Prof. Dr. Görtz forderte eine Verkürzung dieser Frist, um so eine größtmögliche Flexibilität in der Prüfungsgestaltung zu haben. „Außerdem sollte man den Prüfenden detaillierte juristische Informationen zum Prüfungsablauf weitergeben und eine einheitlich begründete Wertung der Online-Klausuren angeben. Es sind keine akzeptablen Prüfungsbedingungen, auf eine Aufsicht zu verzichten.“, merkte Görtz an. 

Prof. Dr. Isabell Van Ackeren, Prorektorin für Studium und Lehre an der UDE, antwortete daraufhin, dass bereits an einem Leitfaden für Prüfende während des Online-Semesters gearbeitet werde. „Die Wertung und Überprüfung der Prüflinge hängt von den verschiedenen Aufgabentypen ab. Wir müssen davon ausgehen, dass es auch in Zukunft weitere Schwierigkeiten mit den Präsenzprüfungen gibt.“ Die Form der „Koffer“- oder „Open-Book“-Klausuren eigne sich daher gut für das Online-Semester. Diese Klausurtypen zeichnen sich dadurch aus, dass die Prüflinge während der Prüfung in ihre Unterlagen und Skripte schauen dürfen, schriftliche Hilfsmittel also erlaubt sind. „Es handelt sich einfach um eine andere Fächerkultur, bei der man diese Prüfungsformen gut einsetzen kann“, so Van Ackeren. 

Sorgen um technische Probleme

Doch nicht nur die Form der Klausuren bereitet Sorgen. Prof. Dr. Ute Schmiel von der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften wies auf die technischen Probleme hin, die es durch die Online-Prüfungen gebe. Durch die Größe mancher Kurse käme es oft vor, dass die Online-Plattformen überlastet sind. Es falle schwer, mit einer Kursgröße von 500 Studierenden zurechtzukommen, wenn der virtuelle Raum nur für 300 konzipiert ist. „Man fühlt sich als Prüfender alleingelassen was die technische Unterstützung der Uni betrifft. Daher die Bitte um Unterstützung seitens der Universität.“

Weiter überlegt man, Studierende als Unterstützung in der Prüfungsphase einzusetzen. Prof. Dr. Anja Steinbach, Vorsitzende der Fakultät der Geisteswissenschaften, schlug eine Ausbildung von Studierenden als Helfer:innen vor: „Viele Studierende haben durch die Pandemie ihre Nebenjobs verloren. Indem die Universität sie in einem kurzen Kurs ausbildet, um bei technischen Problemen zu helfen, werden neue Arbeitsplätze geschaffen und man kann schneller auf die technischen Probleme reagieren.“

Der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) stellt neben dem bereits laufenden Laptopverleih zur Behebung der Ausstattungsungleichheit 30 SIM-Karten mit unbegrenztem Datenvolumen für Studierende zur Verfügung. Somit werde versucht, auch den betroffenen Studierenden die Angst vor technischen Problemen während der Prüfung zu nehmen.
 

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