Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

HOCHSCHULPOLITIK

Schwere Vorwürfe gegen BcKS

Der AStA kritisiert die Arbeit des BcKS. [Foto: David Peters]

10.12.2019 10:11 - David Peters

Der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) der Universität Duisburg-Essen erhebt schwere Vorwürfe gegen das Autonome Referat der Studierenden mit Behinderung und chronischen Erkrankungen (BcKS). Die Referenten würden seit zwei Jahren ihrer Arbeit nicht nachkommen.

Kurz vor der Wahl der neuen Referent*innen des BcKS veröffentlichte der AStA [Anmerkung der Red.: am 19.11.] auf seiner Homepage und den sozialen Netzwerken eine Stellungnahme zur Arbeit des autonomen Referats. Der Vorwurf: „Das autonome Referat für Behinderte und/oder chronisch Kranke Studierende kommt seinem Mandat seit zwei Jahren nicht nach und ist außerdem für Anfragen nicht erreichbar.“ Das Referat falle außerdem durch „Nicht-Aktivität“ auf, heißt es in der Stellungnahme.

Als Gründe dafür gibt der AStA an, dass das Referat außer den eigenen Aufwandsentschädigungen kaum Ausgaben abgerechnet habe und schließt daraus, dass das Referat keine Anschaffung getätigt habe oder Veranstaltungen organisiert hat. Zudem werden die Website und die Social-Media-Kanäle des Referats nicht bespielt. Das Referat sei außerdem für die eigene Interessensgruppe und hochschulpolitische Gremien nicht erreichbar und betroffene Studierende würden keine Unterstützung durch das für sie zuständige Referat erhalten.
Auf Nachfrage der akduell schreibt der AStA, dass dieser Zustand schon länger bekannt sei und nach der letzten Wahl schon versucht wurde, die Kritik den Referenten mitzuteilen, das sei aber nicht von Erfolg gekrönt gewesen: „Wir sehen diese hochschulöffentliche Stellungnahme als letzte Eskalationsstufe, da auf unsere Mails und Kontaktversuche nicht eingegangen wurde.“ Der AStA selbst hat aufgrund der Autonomie des Referats keine Möglichkeit, direkt auf die Arbeit einzuwirken. Dies sei auch durchaus positiv, teilt der AStA mit. Deshalb sei die Herstellung von Öffentlichkeit das einzige Mittel, das zur Verfügung steht. „Wir haben lange über diese Stellungnahme diskutiert, da die Autonomie der Referate ein hohes Gut ist“, versichert der AStA.

BcKS weist Vorwürfe zurück

Sascha Lücker, langjähriger Referent des BcKS, sieht das Ganze anders: „Für mich steht fest, dass der Vorwurf aus einer ganz bestimmten Ecke kommt.“ Es handle sich dabei um einen persönlichen Konflikt zwischen Referenten des BcKS und einzelnen Mitgliedern des StuPa und AStA. „Egal was man sagt, wir werden in den Gremien immer nur schlecht geredet. Da hat man dann auch keine Lust mehr drauf“, so Lücker. Er hätte sich auch eine andere Lösung des Konflikts gewünscht: „Bevor man sowas öffentlich macht, könnte man zumindest uns nochmal kontaktieren und sagen ‚Ihr reagiert nie auf unsere Angebote, wir wollen die Stellungnahme veröffentlichen, bitte meldet euch doch mal, sonst geht das raus‘.“ Die Kritik sei außerdem unsolidarisch gegenüber der Interessensgruppe, die ihn und andere Referenten wiedergewählt habe.

„Die geleistete Arbeit kann man ja nicht an Zahlen festlegen.“

Das Referat käme seiner Arbeit sehr wohl nach. Hauptsächlich verhelfen sie Studierenden die richtigen Stellen und Ansprechpartner*innen für Themen, wie beispielsweise den Nachteilsausgleich zu finden, erklärt Lücker. „Ich weise den Vorwurf, dass wir betroffene Studierende nicht unterstützen würden, zurück. Das ist nicht nur unzutreffend, sondern auch verleumderisch.“ Feste Sprechzeiten hat das Referat nicht, „weil die Menschen hauptsächlich über das Internet mit uns kommunizieren.“ Dem Referat stehen für die Arbeit zwei volle Stellen, die Aufwandsentschädigungen erhalten, zur Verfügung. Diese waren bisher auf vier Referenten verteilt gewesen. „Auch die Behauptung, ,Wer wenig Geld ausgibt, der macht wenig‘, ist sehr interessant, wenn der Finanzer des AStAs sagt, ,Ihr müsst weniger Geld ausgeben, wir müssen sparen‘. Das passt für mich nicht zusammen“, so Lücker. „Die geleistete Arbeit kann man ja nicht an Zahlen festlegen. Ich habe vor Jahren mal versucht, ein Frühstück einzurichten, nicht nur für die Betroffenengruppe. Da kamen auch einige Leute, aber eben nicht die, die seit Jahren über uns schimpfen und meckern. Aber die wissen angeblich ganz genau, was wir machen.“ Auch die Arbeit anderer Referate sei nicht unbedingt sichtbar, so Lücker. Auf Nachfrage, ob es ähnliche Probleme auch mit den restlichen autonomen Referaten geben würde, wollte der AStA sich auf Nachfrage der akduell nicht äußern: „Über andere autonome Referate möchten wir hier nicht sprechen.“

Am 26.11. wurden auf der Vollversammlung des BcKS neue Referent*innen gewählt. Lediglich Sascha Lücker ist erneut angetreten. Die neugewählten Referent*innen sind: Corinna Kalkowsky, Timon Rhein, Sascha René Lücker und Jule Zirger.

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