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HOCHSCHULPOLITIK

Rede und Antwort: Neuer Geschäftsführer des Studierendenwerks im Interview

(Foto: mac)

08.10.2018 11:50 - Maren Wenzel

Es kriselt beim Studierendenwerk Essen-Duisburg (akduell berichtete). Weshalb akduell den neuen Geschäftsführer Jörg Lüken in seinem Büro in einer Querstraße hinter dem Limbecker Platz getroffen hat. Und Fragen zur neuen Mensa in Duisburg, dem KKC und den Mieten beim Studierendenwerk gestellt. Hier lest ihr das Interview, das von akduell-Redakteurin Maren Wenzel geführt wurde.

ak[due]ll: Der Mensabau in Duisburg soll erheblich teurer werden als geplant. Wie ist das passiert?

Lüken: Das arbeiten wir gerade intensiv auf. Die Idee, auf diesem Grundstück zu bauen, stammt noch von mir. Insofern bin ich auch ungeheuer traurig, dass noch nicht gebaut wurde. Die Mensa sollte ja schon längst fertig sein. Mittlerweile ist klar, dass das ursprünglich geplante Mengengerüst im Hinblick auf die Essenszahlen nicht valide war. Die Gesamtkostenprognose beläuft sich mittlerweile auf 40 Mio. Euro. Ursprünglich waren 24 Mio. Euro kalkuliert. So eine große Summe ist für das Studierendenwerk nicht realisierbar.

ak[due]ll: Wann geht es denn jetzt los?

Lüken: Wir haben noch keine neue Zeitschiene. Es finden aktuell viele Termine und Absprachen statt, z.B. mit dem Architekten. Wir haben vorher ein Gebäude mit zwei Etagen geplant. Jetzt versuchen wir, den Gastraum möglichst ins Erdgeschoss zu verlegen. Denn dann haben wir auch bessere Möglichkeiten als bislang, das Gebäude zu entfluchten. Andernfalls müssten Treppenhäuser als Fluchtwege gebaut werden, was selbstverständlich Auswirkungen auf die Kosten hat. Wir versuchen vom Tempo her alles zu geben. Sobald wir einen neuen Zeitplan haben, gehen wir damit auch an die Öffentlichkeit.

ak[due]ll: Wird wegen dem Mensa-Chaos der Sozialbeitrag an das Studierendenwerk Essen-Duisburg steigen?

Lüken: Es gehen beim Mensaneubau keine Mittel verloren. Ob der

Ich möchte es das KKC eigentlich offen haben. Ich bin für eine Kooperation mit dem AStA.

Sozialbeitrag erhöht werden muss, ist eine Frage, die ich losgelöst betrachten würde. Es geht darum, wie es insgesamt um das Studierendenwerk steht. Auch da kann ich abschließend noch nichts zu sagen.

ak[due]ll: Die Mieten beim Studierendenwerk sind immer ein Thema. In Essen und Duisburg gibt es relativ günstigen Wohnraum im Vergleich etwa zu Bochum. Trotzdem kostet ein Zimmer im Wohnheim zwischen 240 und 420 Euro. Für 420 Euro kann man in Duisburg zwei Zimmer haben. Wie kommt es dazu?

Lüken: Das muss man differenzierter betrachten: Was ist das für ein Zimmer für 420 Euro? Wie groß ist es? Wo liegt es? In Essen haben wir zum Beispiel neugebaute und sanierte Wohnheime in Toplagen. Da steckt Geld drin. Insgesamt sind wir dazu verpflichtet, die Mieten so zu gestalten, dass wir die Wohnheime kostendeckend betreiben können. Außerdem sind unsere Mieten inklusive Nebenkosten. Die meisten Zimmer werden möbliert vermietet. Wenn man die Kosten für Strom, Internet und TV von der Gesamtmiete abzieht, liegt man schon ganz woanders. Und ja, es gab massive Preiserhöhungen in der Vergangenheit. Eine Erhöhung von 20 Euro pro Monat auf einmal ist natürlich viel. Das waren Folgen einer Nachkalkulation, die lange nicht geschehen ist. Die hätten vorangegangene Generationen mittragen müssen. Man muss natürlich sehen, dass Preisanpassungen nicht so ruckartig durchgeführt werden. In Zukunft muss versucht werden, das anders zu lösen.

ak[due]ll: Auch das KKC interessiert die Studierenden, denn es ist immer noch geschlossen. Wie geht es damit weiter?

Lüken: Tatsächlich ist es so, dass der Landesrechnungshof bemängelt hat, dass es eine Unterdeckung im KKC gegeben hat. Dazu kann man sich als Studierendenwerk unterschiedlich verhalten. Man kann durchaus argumentieren, dass es eben auch ein Stück Kultur an der Universität ist, die zu den Aufgaben des Werkes gehören. Nun ist aber kommuniziert worden, das KKC geschlossen zu halten. Da muss ich sehen, wie man das Thema wieder in Gang bringt. Ich möchte es (Anm. d. Red.: das KKC) eigentlich offen haben. Ich bin für eine Kooperation mit dem AStA, auch wenn wir nicht so viele Leute hineinbringen können, wie geplant. Früher waren es 800, jetzt sind es nur noch 199 aufgrund von Brandschutzproblematiken. Aber ein Betrieb auf kleiner Flamme würde zunächst auch ausreichen. Da möchte ich eigentlich wieder hinkommen. Aber bitte, nageln Sie mich nicht auf einen Termin fest. Auch da sind in der Vergangenheit zu viele Zusagen gemacht worden.

ak[due]ll: Das Studierendenwerk sollte umbenannt werden in Revierwerk. Ein Unternehmen aus Berlin wurde dafür beauftragt und bezahlt, die Fassade des Gebäudes in Essen wurde umgepinselt. Dann kam der Verwaltungsrat und sagte, ihm gefalle das Konzept nicht. Was ist da passiert?

Lüken: Das Problem war, dass man stark auf die Kommunikation im Haus gesetzt hat. Nun gibt es aber so etwas wie den Verwaltungsrat. Es liegt in der Verantwortung des Studierendenwerks, die Kommunikationswege einzuhalten. Da können Mitarbeitende noch so viel arbeiten – wenn man nicht für Kommunikation sorgt, gibt es Probleme. Da gab es ein erhebliches Defizit.

ak[due]ll: Sie sind geplant nur bis Ende des Jahres und auch nur in Teilzeit hier. Wie viel kann man von Ihnen, wo sie auch parallel noch das Akafö in Bochum leiten, erwarten? Was wollen Sie unbedingt tun?

Lüken: Ich nehme mir nie etwas vor, ohne mir ein Bild gemacht zu haben. Aber die Punkte, die Sie beschrieben haben, da stimme ich zu, sind die Knackpunkte hier im Haus. Wenn wir da eine Ordnung drin haben, wird es besser. Ob ich bis Ende des Jahres oder länger bleibe, wird man sehen. Aber bestimmte Dinge müssen abgearbeitet sein, denn die kann man nicht einer neuen Geschäftsführung überlassen. Bei Studierendenwerken gibt es Fettnäpfchen ohne Ende, die müssen wir vorher wegräumen.

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