Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

HOCHSCHULPOLITIK

Protestcamp gegen Wohnungsnot

Foto: dpe
25.06.2018 14:04 - Sophie Schädel

Der AStA der Uni Duisburg-Essen hat vom 13. bis 15. Juni ein Protestcamp auf dem Campus Essen errichtet. Dort protestierten Studierende gegen steigende Mieten und für eine BAföG-Erhöhung. Vor allem die teuren Wohnheimpreise waren Thema des Protests, für das sich Viele interessiert haben aber nur wenige aktiv auf dem Campgelände mitgestateten.

Bunte Zelte stehen auf der Essener Campuswiese. Dort hängen viele Plakate und Studierende schreiben ihre Monatsmiete auf Zettel an einer Pinnwand. „Im Ruhrgebiet steigen die Mieten immer weiter. Das ist auch für Studierende ein Problem“, erklärt Alessa Junghänel vom Referat für Sozialpolitik. „Uns stören besonders die hohen Preise in den Wohnheimen des Studierendenwerks.“

Acht solcher Wohnheime betreibt das Studierendenwerk in Essen. Davon liege nur eines knapp unter der im BAföG veranschlagten Wohngeldpauschale von 250 Euro, bemängelt Junghänel. Die restlichen sieben lägen darüber, in einem müssten die Mieter*innen sogar 450 Euro zahlen.

Das trifft besonders internationale Studierende: „Viele von ihnen haben auf dem freien Wohnungsmarkt mit rassistischen Vorurteilen zu kämpfen“, so Referentin Junghänel. Da bleibe manchmal nur noch die Möglichkeit, ins Wohnheim einzuziehen, auch wenn man es sich kaum leisten kann.

Probleme, die Studierende vielerorts kennen. „Für uns ist es Zeit gewesen, den Protest auch hier auf unseren Campus zu tragen. Wir wollen das Studierendenwerk, die Uni und Stadt zum Handeln bewegen“, erklärt Junghänel. Das Essener Protestcamp ist  Teil der bundesweiten Kampagne „Studis gegen Wohnungsnot“ des Freien Zusammenschluss der StudentInnenschaften (FZS). Der FZS fordert dabei mehr Wohnheim-Plätze und eine Erhöhung des BAföG.

Die Protestzelte. (Foto: dpe)

 

Das Camp in Essen greift auch spezifische lokale Probleme auf. An einer Pinnwand können Studierende anonyme Beschwerden an das Studierendenwerk richten. „In einem Wohnheim sind eine Woche lang alle sanitären Anlagen ausgefallen. Außerdem haben manche Mieter*innen keine Backöfen. Andere wurden von ihren Mitbewohner*innen sexistisch angegangen und fühlen sich in der gemeinsamen Küche nicht mehr wohl“, fasst Junghänel zusammen.

In den Zelten des Protestcamps konnten sich Studierende über die aktuelle Situation Studierender auf dem Wohnungsmarkt austauschen, Transparente malen und über zukünftige Protestformen sprechen. Ein Vortrag über Diskriminierung am Wohnungsmarkt, ein Streetartworkshop und ein Lesekreis wurden ebenfalls angeboten. „Wir sind eine Ideenwerkstatt“, sagt Junghänel, „und  haben auch in Zukunft noch einiges vor.“

Besonders internationale Studierende wollte das Camp erreichen. Doch aus Angst vor Repression wurde die Aktion im Vorfeld nicht beworben. Weniger Studierende als erhofft kamen zum Camp, um sich auszutauschen. „Ich finde das Ganze wichtig, aber mich betrifft es nicht, weil ich nicht im Wohnheim wohne“, sagt Ruben aus Essen, einer der Besucher*innen. „Die Idee ist gut“, pflichtet ihm André bei, der mit ihm hergekommen ist. „Aber ich glaube nicht, dass man dadurch Mieten reduzieren und das Bafög erhöhen kann.“ Das Camp kann nur ein Anfang sein, da sind sich die beiden einig.

Zwei Tage nach Eröffnung endet das Programm des AStA für das Camp auf der Essener Campuswiese mit einer Art Basar. Hier stellen sich das Essener „Alibi“ und verschiedene andere Initiativen vor und erklären, wie sie sich ihre Freiräume selbst schaffen. Studierende betreiben das Camp noch einen Tag autonom vom AStA weiter, dann bauen auch sie die Zelte ab. Die Kampagne „Studis gegen Wohnungsnot“ setzt sich noch bis Ende Juli für die Interessen Studierender auf dem Wohnungsmarkt ein. Mehr Informationen unter studis-gegen-wohnungsnot.co

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