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HOCHSCHULPOLITIK

Nachhaltigkeitsnovember fällt wegen Corona-Pandemie aus

Das Ökoreferat plant den Wandel zu einer nachhaltigen UDE.

[Symbolbild:pixabay]

18.11.2020 16:02 - Laura Lindemann

Vom DIY-Workshop bis zur Infoveranstaltung: Im November letzten Jahres stand beim Studierendenausschuss (AStA) alles im Zeichen der Nachhaltigkeit. Denn der AStA machte sich zur Aufgabe in Form von Vorträgen und Workshops an der Universität Duisburg-Essen (UDE) über Klimathemen zu informieren. Aufgrund der Corona-Pandemie fällt die Reihe in diesem Jahr aus.

Ein Antrag, der im Frühjahr 2019 beim Studierendenparlament (StuPa) einging, befeuerte das Vorhaben eines Nachhaltigkeitsnovembers. Hauptthemen waren Vorträge zur nachhaltigen Energiewende und den Ausstieg aus der Braunkohle. „Wir haben damals den November gewählt, damit sich die neuen Erstis im Oktober erstmal in der Uni einleben konnten, um dann einen Monat später an den Nachhaltigkeits-Veranstaltungen teilzunehmen“, sagt Thomas Hörren, ehemaliger Ökoreferent des AStA. Im vergangenen Jahr war er maßgeblich an der Organisation des Nachhaltigkeitsnovembers beteiligt. 

Programmpunkte waren unter anderem Veranstaltungen zu nachhaltigen Wirtschaftsmodellen, der Bedeutung des Green-Office für die UDE und Workshops zum Thema Upcycling. „Die Workshops kamen am besten an“ so Hörren. „Beispielsweise haben wir Putzmittel selbst hergestellt und alte Gläser damit befüllt. Davon waren alle begeistert.“ Generell sei der Nachhaltigkeitsnovember auch ein Ort der Begegnungen gewesen, bei dem Studierende aus verschiedenen Fachrichtungen zusammengekommen sind.

Die Teilnehmendenzahl betitelt Hörren eher als „schwankend“. Bei einigen Veranstaltungen waren über 20 Interessierte und bei anderen nur drei, woraufhin die Veranstaltung dann abgesagt werden musste. „Grundsätzlich war die Anzahl der Studis sehr stark themenabhängig. Beim Thema Klima-Entschwörung waren zum Beispiel mehr Leute da als bei dem Vortrag zur E-Mobilität. Ich glaube, ein paar Punkte sind für Studierende zu speziell gewesen“, räumt er ein. „E-Mobilität oder Energiewende wirkt eher trocken. Das sind zwar starke politische Inhalte, aber gerade für Erstsemester sind diese Themen in meinen Augen schwierig.“

Projekt wird nicht mehr weitergeführt 

Schön sei allerdings gewesen, dass sich Studierende bei einigen Infoveranstaltungen jeweils einen Credit-Point anrechnen lassen konnten. Manchmal mussten Studierende dazu noch eine schriftliche Zusatzleistung in Form einer Hausarbeit zum Thema Nachhaltigkeit an der Uni erbringen und konnten somit sogar mehr als einen Credit-Point bekommen. „Das war eine gute Sache, weil dadurch die Teilnahme an den Veranstaltungen gewürdigt wurde. Das war schon ein erster Schritt“, beschreibt Hörren.

So sollte der November ein Beispiel geben, wie viel man in Puncto Nachhaltigkeit in Bezug auf die UDE auf die Beine stellen kann. In diesem Jahr wird das Projekt allerdings nicht mehr weiter fortgeführt. Hörren ist der Ansicht, dass das trotz der Corona-Pandemie möglich wäre: „Man hätte die Vorträge mit anschließender Diskussion prima online abhalten können. Auch im Hinblick darauf, dass den Leuten in diesen Zeiten Unterhaltung guttun würde. So ist es schade, dass es das Projekt in diesem Jahr nicht mehr geben wird.“ 

Mangelndes Interesse an Online-Veranstaltungen

„Es ist wirklich schade, dass in diesem Jahr keine Veranstaltungen stattfinden, aber aufgrund der Pandemie ist das in diesem Jahr nicht möglich“, sagt Gustav Berger vom Referat Ökologie an der UDE. Online möchte das Ökoreferat den Nachhaltigkeitsnovember nicht stattfinden lassen. Berger befürchtet, dass es dafür zu wenige Interessent:innen geben würde. „Zu Beginn der Pandemie wurden viele politische Veranstaltungen online abgehalten“, erklärt der Referent. Diese wären aber nicht gut besucht gewesen. Berger hat die Erfahrung gemacht, dass zusätzliche Online-Veranstaltungen neben den ohnehin schon online laufenden Lehrveranstaltungen von Studierenden nicht gut angenommen werden. „Es wäre frustrierend, wenn wir alles planen würden und am Ende dann niemand kommt.“

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Im letzten Mal wurde Putzmittel selbst gemacht.[Foto: Laura Lindemann]

Im Mai plante der AStA auf seiner Klausurtagung bereits Konzepte zur Umsetzung der Reihe in Präsenz, allerdings musste er schnell feststellen, dass das aufgrund der Corona-Pandemie in diesem Jahr nicht mehr möglich ist. „Wir haben noch versucht, in der O-Woche der Erstsemester, geleitet Fahrradtouren anzubieten. Aber auch das mussten wir letztendlich ausfallen lassen, da der AStA mit deutlicher Mehrheit dagegen stimmte“, so Berger. Gesundheit gehe in diesen Tagen einfach vor. 

Deshalb konzentriert sich das Ökoreferat aktuell auf strukturelle Veränderungen innerhalb der Uni. Themen, wie das Green Office an der UDE zu etablieren oder die Uni zu einer Fairtrade Uni werden zu lassen, stehen ganz oben auf der Agenda. „Da braucht es nur noch wenige Schritte, bis wir den Beschluss durchgebracht haben“ erklärt Berger. „Wir nutzen das digitale Semester, um unsere gesamte Energie in den strukturellen Wandel hin zu einer nachhaltigen Uni zu stecken.“ 
 

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