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HOCHSCHULPOLITIK

Mörder*innen und Leben lieben?

Macht einmal mehr fragwürdige Schlagzeilen: die Supermarktkette Veganz. (Foto: .dh/flickr.com

27.10.2016 16:12 - Meiko Huismann



Ein Kommentar von Meiko Huismann

Hach, die Sozialen Netzwerke sind doch was Feines. Firmen können in direkten Kontakt mit ihren Kunden*innen treten. Die Marketingabteilungen reiben sich die Hände über die kreativen Möglichkeiten, die sich ihnen bieten. Aber oft wird die Rechnung ohne die Zielgruppe gemacht.

Das beste Beispiel dafür war der Aufruf eines Spülmittelherstellers, der seine Kunden*innen bat, das Design der Flasche zu kreieren. Die Aktion ging nach hinten los, denn gewonnen hat ein dunkelbraunes Design mit der Aufschrift „schmeckt lecker nach Hähnchen“ unter einem stümperhaft gezeichneten Geflügel. Letzten Endes hat sich der Hersteller für ein weniger komisches Design entschieden. Das PR-Desaster war perfekt. Darüber kann man schmunzeln.

Was aber in der letzten Woche durch die Sozialen Netzwerke ging, war dann mal überhaupt nicht lustig. Was war passiert? Die vegane Supermarktkette Veganz rief seine Facebook-Fans auf, anlässlich des bald stattfindenden Weltvegantag  sein Profilbild mit einem Button des Firmenslogans „Wir lieben Leben“ zu verschönern. Viele haben mitgemacht und Veganz veröffentlichte die Profilbilder auf der Facebook Seite. Zum Beispiel ist eine junge Frau zu sehen, die mit einem großen Kohlrabi in der Hand posiert. Mit dem Button „Wir lieben Leben“.

Der Aufreger ist das Shirt der jungen Dame, mit dem Schriftzug der norwegischen Metalband „Burzum“. Der Sänger Vorg Vikernes ist selbsternannter Rassist. Er hat Brandanschläge auf Kirchen verübt. Von 1993 bis 2009 verbüßte Vikernes sogar eine Haftstrafe wegen Mordes. Er hatte den Gitarristen der Dark-Metalband Mayhem getötet. Die Band eines mutmaßlichen Nazis und Mörders mit dem Motto „Wir lieben Leben“ zu verbinden ist schon eine harte Nummer und nicht mit Unwissenheit abzutun.

Ende vergangener Woche entschuldigte sich  Veganz-Pressesprecher Fabian Steinecke dafür und versprach, in Zukunft die verschiedensten Aufdrucke auf der Kleidung zu überprüfen. Hach, die schöne neue Welt der Sozialen Medien. Gut Gemeintes ist wieder einmal nach hinten losgegangen. Und das leider wohl auch nicht zum Letzten Mal.

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