Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

HOCHSCHULPOLITIK

LHG beantragt Streichung des Wahlfachs Homöopathie

Homöopathische Zuckerkügelchen sollen gegen Krankheiten helfen. [Foto: Pixabay]

06.04.2019 13:10 - David Peters

An der Universität Duisburg-Essen (UDE) gibt es das Wahlfach „Klassische Homöopathie“. Studierenden soll dort der theoretische Hintergrund und das Therapiespektrum von Homöopathie vermittelt werden. Die Wirkung homöopathischer Mittel ist wissenschaftlich nicht erwiesen, deswegen beantragte die Liberale Hochschulgruppe (LHG) eine Streichung des Wahlfachs.

Homöopathie ist eine Therapieform aus dem 18. Jahrhundert, die der Deutsche Samuel Hahnemann entwickelte. Dabei werden den Patient*innen Substanzen verabreicht, die „potenziert“, beziehungsweise stark verdünnt werden, so dass die ursprüngliche Substanz kaum noch nachweisbar ist. Eine bekannte Form sind kleine weiße Zuckerkügelchen, auch bekannt als Globuli. Eine Wirkung, die über den Placebo-Effekt hinausgeht, konnte wissenschaftlich nicht nachgewiesen werden, dennoch wird an der UDE Homöopathie gelehrt. Der Gesundheitsexperte der SPD Karl Lauterbach sagte 2018: „Als Arzt halte ich die Homöopathie für völlig wirkungslos.“ Grund genug für die Liberale Hochschulgruppe zu fordern, dass das klinische Wahlfach „Klassische Homöopathie“, das am Institut für Allgemeinmedizin gelehrt wird, gestrichen werden soll.

„Eine Lehrveranstaltung, die eine vermeintliche Heilmethode, welche auf nichts außer Spontanverlauf, Suggestion, Konditionierung oder Placebo-Effekt zurückzuführen ist,, sollte nicht an unserer Universität gelehrt werden, besser noch: an keiner. Stattdessen sollte das Institut für Allgemeinmedizin hier ein klares Signal senden, dass sie als Lehrinstitution stets medizinische Erkenntnisse auf aktuellstem Stand in ihren Wahlfächern und anderen Lehrveranstaltungen anbieten“, begründet die LHG ihren Antrag im Studierendenparlament und beruft sich auch auf eine Entscheidung der Medizinischen Fakultät Wien, die nach Beschwerden von Studierenden das Fach aus dem Angebot entfernte. Neben dem Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) soll sich auch der Senat des Themas annehmen: „Wir sehen den Senat in der Pflicht dies umzusetzen und der Homöopathie nicht den wissenschaftlichen Ritterschlag zu erteilen, indem sie als Wahlfach an der medizinischen Fakultät unterrichtet wird.“

Einigkeit im StuPa

Bei den Parlamentarier*innen war man sich anfangs unklar über den Inhalt des Wahlfachs und über eine möglicherweise kritische Auseinandersetzung mit dem Thema. Severin Görgens (Conny und ihre Freunde) sagte: „Ich möchte zu Bedenken geben, dass Ärzt*innen oft mit Homöopathie konfrontiert werden, deswegen ist es korrekt, dass sich eine Bildungseinrichtung kritisch damit auseinandersetzt.“ Daraufhin verlas Sven Benentreu (LHG) die Beschreibung von der Seite des Institutes für Allgemeinmedizin, in der eine kritische Auseinandersetzung nicht deutlich wurde. Zuspruch für den Antrag gab es unter anderem von Fabian Franken (Grüne Hochschulgruppe, GHG): „Ich unterstütze den Antrag und werde das im Senat ansprechen. Ich wusste nicht, dass es Seminare für Quacksalberei an der Uni gibt.“ Der Antrag der LHG wurde mit 31 „Ja“-Stimmen angenommen.

Der Direktor des Instituts für Allgemeinmedizin Prof. Dr. Gesenhues kritisiert, dass die LHG vor dem Antrag keinen Kontakt zu ihm aufgenommen und über das Thema gesprochen habe. „Da wird ein Thema sehr hochgespielt. Maximal zwei Studierende pro Semester belegen dieses Wahlfach.“ Es werde sich in dem Wahlfach wissenschaftlich mit dem Thema Homöopathie auseinandergesetzt, so Gesenhues. 

AStA bleibt auch der eigenen Arbeit gegenüber kritisch

Bei der AStA-Sitzung am 18. April waren die finanzielle Unterstützung für Projekte gegen Rechts, Veranstaltungen im Sommersemester und die Berichte der Referate thematische Schwerpunkte. Neben Lob gab es auch Kritik an der eigenen Arbeit.
 

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Was bei einer mündlichen Prüfung, bei denen Prüfer*innen und Prüflinge einander zufällig zugeteilt werden, schiefgehen kann, lest ihr im heutigen Campuserlebnis.
 

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