Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

HOCHSCHULPOLITIK

Laptopverleih für digitales Lernen

Ohne die nötige Hardware ist digitales Lernen unmöglich.

[Foto: Jacqueline Brinkwirth]

20.07.2020 21:52 - Sophie Schädel

Die Lehre wird auch im Wintersemester digital ablaufen. Im Sommersemester ergab eine Umfrage an der UDE, dass 20 Prozent aller Studierenden aus finanziellen Gründen mindestens ein Gerät fehlt, um richtig studieren zu können. Das Problem geht die Uni nun in Kooperation mit dem AStA an: Wer sich keinen Laptop fürs Studium leisten kann, darf sich bald einen ausleihen.

67 Laptops mit Tragetasche und vorinstallierter Windows-Software samt Office und andere Programmen werden gerade vom ZIM (Zentrum für Informations- und Mediendienste) vorbereitet. Bald soll die Ausleihe starten. Die Uni hatte die Idee und finanziert die Geräte. Die Entscheidung, wer ein Gerät bekommen soll, trifft der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA). „Unsere Rolle ist dabei die Bedarfsprüfung“, erklärt Vorsitzender Max Wernicke. Das sei sinnvoll, schließlich hat der AStA durch seinen Härtefallausschuss schon Übung in der Prüfung von Einkommensnachweisen. Befindet der AStA, dass jemand sich tatsächlich keinen Laptop fürs Studium leisten kann, bekommt die Person eine Bescheinigung, mit der sie sich beim ZIM ihr Gerät abholen kann.

UDE: Netiquette im digitalen Semester

Eine kleine Sammlung von Verhaltenstipps für das digitale Sommersemester.
 

„Ziel ist, dass wir in den ersten Wochen der vorlesungsfreien Zeit diese Geräte anbieten können und so Studis zumindest die vorlesungsfreie Zeit mit Nachbereitung, Klausurvorbereitung und Hausarbeiten und Projektarbeit nutzen können“, berichtet Wernicke. „Aktuell ist die Idee, dass die Geräte immer bis zum nächsten Semesterende verliehen werden, das wird aber noch genau in den Leihverträgen festgelegt. Dann hat man seine Hausarbeiten fertiggeschrieben und kann das Gerät zurückgeben, oder bei Bedarf neu ausleihen.“

20 Prozent der Studierenden fehlt Geld für ein nötiges Gerät

Die frisch veröffentlichten Ergebnisse einer Umfrage der UDE zum Thema digitales Studium zeigen, dass sich ein Fünftel aller, die hier studieren, nötige Hardware nicht leisten kann. Warum wurden also nur 67 Laptops für die Ausleihe angeschafft? „Ja, intuitiv würde man sagen, dass die Geräte nicht ausreichen“, bestätigt Wernicke. „Aber an der Ruhr-Uni Bochum gibt es das Angebot jetzt auch. Da haben sie eine ähnliche Stückzahl und sie sind noch nicht ausgelastet“, wägt er ab und kündigt an, das UDE-Projekt ab Beginn gut bewerben zu wollen, damit alle mit Bedarf davon erfahren. „Wenn wir dann feststellen sollten, dass der Bedarf höher ist, muss man nachordern“, fordert der Vorsitzende. Mit den ASten der Uni in Bochum und auch in Aachen, wo ein ähnliches Angebot starten soll, stehe man im engen Austausch darüber.

Wegen der Pandemie hat die UDE ihre Lehre innerhalb weniger Tage auf digital umgestellt. Im Wintersemester wird das ähnlich aussehen; ein Ende von Corona und damit der digitalen Lehre ist noch nicht absehbar. Wie lange soll die Laptop-Ausleihe gehen? Wernicke hofft auf ein langfristiges Projekt. „Auch im Normalbetrieb nach Corona wäre es doch gut, so eine Struktur zu haben, damit Leute Geräte ausleihen können, für die ihnen das Geld fehlt“, sagt er. „Auch um strukturellen Bildungsungerechtigkeiten, die sich aktuell umso mehr zeigen, ausgleichen zu können. Ich sehe kein Argument, das dagegenspräche, das zu einer dauerhaften Struktur zu machen.“ Darüber müsse aber erst noch verhandelt werden.

Nicht nur fehlende Computer machen Studierenden in der digitalen Lehre zu schaffen. Auch wer zuhause kein oder nur langsames Internet hat, kann Angebote wie Seminarsitzungen via Zoom schwer nutzen. Dafür sei aktuell kein Angebot in Planung. „Die meisten Studierenden wohnen privat und haben eigene Verträge mit verschiedenen Internetanbietern. Darauf können wir sehr viel schwerer einwirken“, bedauert Max Wernicke.

ABZ und BCKS fordern Inklusion bei digitaler Lehre

ABZ und BCKS fordern auch während der digitalen Lehre Inklusion.
 

UDE: Datenschutzprobleme bei Moodle-Kursen von Studierenden

Die von Fachschaften geführten Moodle-Kurse verursachen datenschutzrechtliche Probleme.
 

Unterrichten im Lockdown

Eine Cambridge-Dozentin erzählt, wie gut Online-Lehre funktioniert - und wo es dabei hapert.
 
Konversation wird geladen