Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

HOCHSCHULPOLITIK

Separatist*innen bei den Fachschaften

Auf dem Campus Essen herrschen aktuell leichte Spannungen

zwischen der Fachschaft 1a und den KoWis.

[Foto: Erik Körner]

15.04.2019 13:01 - Erik Körner

Die Fachschaft für Kommunikation und Sprache (1a), informierte bei der letzten Fachschaftenkonferenz (FSK) am 8. April, darüber, dass sich einige Student*innen der Kommunikationswissenschaften anscheinend von ihnen abspalten und eine eigene Fachschaft gründen wollen, beziehungsweise offenbar schon gegründet haben.

Eine von der selbst proklamierten Fachschaft für Kommunikationswissenschaften geschriebene Mail an die Fachschaft 1a war der Auslöser der Problematik. In dieser informierte Erstere darüber, dass sie plant, eine „KoWi-Party“ zu veranstalten. Außerdem wurde die Fachschaft 1a gefragt, ob sie dieses Vorhaben finanziell unterstützen könnte.

Die 1a als Fachschaft für Kommunikation und Sprache deckt normalerweise sämtliche sprachwissenschaftlichen Studiengänge ab – somit auch die Kommunikationswissenschaften. Folglich wäre die Gründung einer separaten Fachschaft für den Studiengang Kommunikationswissenschaften obsolet. Außerdem nannte die Fachschaft 1a ihre Partys bereits Ende 2015 von „KoWi-“ in „KuS-Party um“. Dadurch sollten Missverständnisse vermieden werden. Der ursprüngliche Name implizierte, die Feiern wären ausschließlich für Studierende des Studiengangs Kommunikationswissenschaften, anstatt für alle Studierenden aller kommunikationsorientierten Studiengänge.

Wenige Tage nach dieser Mail veröffentlichte ein Instagram-Account namens „die_fachschaft_kowi_ude“ einen Post zum Beginn des Sommersemesters. Auf die Frage einer Studierenden, “seit wann es denn bitte eine Fachschaft KoWi gäbe” antworteten die Betreiber*innen des Accounts: „Schön, dass du fragst. Seit dem 1. April…und das ist kein Scherz“. Sophie Schönberger, gewählte Referentin der Fachschaft 1a, zeigte sich verwundert: „Ich dachte, die KoWis werden von der Fachschaft 1a vertreten, oder hat sich da was geändert?“ Die Accountbetreiber*innen erwiderten: „Die KoWis werden immer noch von der Fachschaft 1a vertreten.“ Sie fügten hinzu: „Denn die neugegründete KoWi-Fachschaft ist ein integrierter Mitglieds(Fachschafts)verband innerhalb der Fachschaft 1a.“

Studierende können sich problemlos zusammentun und eine Hochschul-gruppe gründen.

Um die Angelegenheit zu klären, schilderten Sophie Schönberger und Alexander Quast, Referent*innen der Fachschaft 1a, den Anwesenden bei der FSK ihre Situation. Nicht nur die Vertreter*innen anderer Fachschaftsräte, sondern auch Constanze Becker, Severin Görgens und Robin Pannhausen, Referent*innen des autonomen Fachschaftenreferates, waren von dem eigenmächtigen Handeln der Kommunikationswissenschaftler*innen überrascht.

Becker wies darauf hin, dass „die Satzung der Fachschaften eindeutig ist.“ Folglich kann sich keine Fachschaft einfach selbst gründen, ohne dies vorher der FSK bekanntzugeben. Laut Görgens ist die angebliche Fachschaft für Kommunikationswissenschaften „kein gewählter Fachschaftsrat.“ Allerdings könnten sich Studierende relativ problemlos zusammentun und eine Hochschulgruppe gründen. „Damit könnten sie an unserer Uni schon einige Dinge für ihre Studis tun, außer sich eben eine Fachschaft nennen oder von anderen Geld für Partys verlangen“, so Görgens.

Zuvor hatten bereits einige Fachschaften, zum Beispiel für Sport oder Soziale Arbeit, weitere Mails der Kommunikationswissenschaftler*innen erhalten. Eine dieser Mails enthielt Informationen zu einer geplanten Semestereinstiegsparty für KoWi-Erstis, in der sich Organisator*innen der Party selbst als “gewählte Fachschaftsmitglieder” bezeichneten. Die Vertreter*innen der Fachschaft 1a waren perplex, da sie keine Mails dieser Art erhalten hatten. Während Constanze Becker darum bat, diese Mail an das autonome Fachschaftenreferat weiterzuleiten, versicherte Görgens, dass „die Situation vom allgemeinen Studierendenausschuss (AStA), beziehungsweise vom Studierendenparlament (StuPa) definitiv beobachtet werden wird“. Darüber hinaus kritisierte er die Abwesenheit der Kommunikationswissenschaftler*innen: „Wenn die eine Party organisieren wollen, warum kommen die dann nicht zur FSK und beantragen, wie jeder andere auch, das Geld dafür bei uns?“

Die Referent*innen des autonomen Fachschaftenreferates boten der 1a am Ende des Tagesordnungspunkts ihre Hilfe an. Bereits am nächsten Tag traf sich die 1a zusammen mit Robin Pannhausen und Camille Rose für ein klärendes Gespräch. 
Mehr dazu findet ihr in Kürze auf akduell.de.

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