HOCHSCHULPOLITIK

Internationales Netzwerken mit Aurora

14.05.2018 10:21 - Sarah Dannehl

Das Ende 2016 gegründete Netzwerk Aurora versammelte sich vom 1. bis zum 3. Mai für ihre halbjährliche Tagung zum ersten Mal in Essen. Wir haben mit den AStA-Vorsitzenden der UDE, der neu gewählten Studierendenpräsidentin von Aurora, Elísabet Brynjarsdóttir, und Kees Kouwenaar vom Aurora-Netzwerk über die Tagung, Ziele und Möglichkeiten des Netzwerks gesprochen.

„Die Kernidee von Aurora ist, ein kleines, hoch vertrauensvolles Netzwerk aus gleichgesinnten Forschungsuniversitäten zu bilden. Diese verbindet die gemeinsame Hingabe, a) exzellente Forschung und b) gesellschaftliche Relevanz und Einfluss erzielen“* zu wollen, erklärt Kouwenaar. Man setze darauf, bewährte Verfahren, aber auch noch ungelöste Herausforderungen zu teilen und im Austausch miteinander von den jeweils anderen Universitäten zu lernen. Die Zusammenarbeit setzt auf den Austausch zwischen Akademiker*innen, Studierenden und Verwaltungspersonal. Neben der Einbindung der Studierenden, zählen aber auch Diversität und Inklusion, gesellschaftlicher Einfluss sowie innovative Lehr- und Lernmethoden zu den zentralen Themen des Netzwerks. Aber auch Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Internationalisierung gehören zu den Punkten, denen sich verschiedene Arbeitsgruppen widmen, in denen jeweils „eine gemeinsame Vision entwickelt wird, wie die ideale Situation für Diversität, gesellschaftlichen Einfluss etc. aussehen könnte“, sagt Kouwenaar.

Internationaler Austausch

Auf der Tagung in Essen beeindruckte Elísabet vor allem „von den anderen Repräsentant*innen zu hören, was an ihren Universitäten los ist und zu sehen, wie ähnlich unsere Probleme sind, aber auch zu sehen, wie andere diese Probleme angehen und wie ich davon lernen kann“*. Ein Diskussionsthema war auch die Idee europäischer Universitäten des französischen Präsidenten Emmanuel Macron. Das Netzwerk selbst könne zu dieser ausgereiften Idee noch keine Stellung beziehen. AStA-Vorsitzende Carlotta Kühnemann begrüßt, dass Themen wie Macrons Idee „kritisch diskutiert werden und das innerhalb des Aurora-Netzwerks eine starke Kritik an der unternehmerischen Hochschule“ existiere. „Nach der Tagung haben alle viele neue Ideen mitgenommen und auch viele Kontakte, um diese besser umsetzen zu können“, fügt sie hinzu. „Für unsere Arbeit war der Input zum Thema psychische Krankheiten sehr spannend und wir werden das auf Bundesebene im fzs nochmal aufgreifen.” Hierbei bezieht sich Kühnemann auf die Arbeit Elísabets bei einer Initiative für psychische Gesundheit. Beide bedauern aber, dass keine Studierenden im Podium saßen und greifen damit die Kritik der Studierenden im Publikum auf. 
Anders als bei anderen Hochschulnetzwerken sei bei Aurora, dass man nicht auf „Elitenbildung und ein einseitiges Streben nach gemeinsamer Drittmittelakquise durch Forschungsstärke setzt, sondern einen gesellschaftlichen Unterschied machen möchte“, sagt Kühnemann. „Deshalb sind die Themen auch aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen, wie zum Beispiel der Klimawandel oder die soziale Ungleichheit.“ AStA-Vorsitzender Marcus Lamprecht hebt hervor, dass „Studierende hier ernst genommen und in einem hohen Maße einbezogen werden“. Durch den internationalen Austausch mit anderen Studierendenvertretungen könne man viel für die eigene Arbeit im AStA mitnehmen.

Wie soll es weitergehen?

Für die Zukunft des Netzwerks wünscht sich Elísabet, dass die Studierenden noch stärker in die Arbeit involviert werden. „Wir müssen lautstärker und erreichbarer für die allgemeine Studierendenschaften an unseren Universitäten sein“, erklärt sie. Aufgrund des Anspruches der Inklusion müsse außerdem sichergestellt werden, dass alle Universitäten gleichberechtigt sind. Dadurch dass das Netzwerk noch sehr jung sei, hab es zudem noch viel Wachstum vor sich, das habe aber auch den Vorteil, dass Studierende noch Raum haben, an der Entwicklung mitzuwirken. Die AStA-Vorsitzenden der UDE wünschen außerdem, dass „mehr Raum für politische Arbeit unter den Studierendenschaften entsteht“. Man habe vor allem gemeinsame Handlungsfelder in den Bereichen Wohnraum und Wahlbeteiligung erkennen können.
Mitmachen

Damit ein hohes Maß an Vertrauen und Intimität gewährleistet werden könne, kann nur eine Universität pro Land beziehungsweise Hochschulsystem Teil des Netzwerkes werden, so Kouwenaar. Dennoch können auch Studierende aktiv werden, dessen Hochschulen keine Mitglieder sind. Wer auf der Homepage ein für sich passendes Projekt findet, kann entweder über info@aurora-network.global oder direkt mit Kouwenaar unter kees.kouwenaar@aurora-network.global Kontakt aufnehmen.

*Die Zitate von Elísabet Brynjarsdóttir und Kees Kouwenaar wurden aus dem Englischen übersetzt.

Lauf akduell! Für die Rückenmarksforschung

Beim Wings For Life World Run in Duisburg lief auch die akduell mit. Hier lest ihr, worum es beim Run geht und warum noch nicht alles dort optimal ist.
 
 

Hochmut kommt in Duisburg oft vor dem Fall

 

Mit Topf und Kochlöffel gegen Neonazis

Etwa 600 Neonazis demonstrierten am Samstag, 14. April 2018, durch die Dortmunder Innenstadt. Eine durch die Polizei hermetisch abgeriegelte Demonstrationsroute verschaffte den Neonazis, wie in den vergangenen Jahren, eine nahezu reibungslose Inszenierung und Vernetzung. Kein Wunder also, dass Neonazi und Stadtratsmitglied Michael Brück (Die Rechte) sagte: „So ein Fahnenmeer hat Dortmund seit 1945 nicht mehr gesehen.“
 
Konversation wird geladen