Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

HOCHSCHULPOLITIK

Immer Ärger mit der Prüfungsordnung

 (Symbolfoto: Erik Körner)
04.03.2019 11:46 - Erik Körner

Gemäß den aktuellen Rahmenprüfungsordnungen (RPO) der Universität Duisburg-Essen (UDE) für Bachelor- und Masterstudiengänge ist laut Paragraph 15, Absatz 4 (Bachelorstudiengänge) und Paragraph 14, Absatz 4 (Masterstudiengänge) „eine Abmeldung von der Prüfung nach Ausgabe des Themas nicht mehr zulässig.”

Jeder Studiengang an der UDE hatt eine eigene Prüfungsordnung. Die Rahmenprüfungsordnung ist diesen individuellen Ordnungen übergeordnet. Problematisch ist, dass sie somit auch bestimmte facheigene Regelungen, wie zum Beispiel Regelungen für Hausarbeiten, überschreibt. Obwohl viele Prüfungsordnungen keine Sonderklauseln oder -paragraphen für Hausarbeiten haben, gelten laut RPO andere Rücktrittskriterien als für Klausuren – in diesem Fall die mangelnde Rücktrittsmöglichkeit nachdem ein Thema vergeben wurde.

Mehrere Fachschaften äußerten auf der letzten Fachschaftenkonferenz (FSK) Bedenken zur derzeitigen Rechtslage. Laut Corinna Kalkowsky, von der Fachschaft Sozialwissenschaften (Fachschaft 2a), kam es im Studiengang Lehramt Sozialwissenschaften vereinzelt vor, dass „Studierende bereits in der ersten Seminarsitzung das Thema ihrer Hausarbeit festlegen mussten.”. Entsprechend der RPO schließt diese Regelung schon zu Semesterbeginn die Möglichkeit aus, von der Hausarbeit zurückzutreten. Die einzige Ausnahme stellten, wie bei regulären Klausuren, ärztlich bestätigte Krankheitsfälle dar.

Diverse Lehramtsstudierende, vor allem die der Bildungswissenschaften, sowie Vertreter*innen der Gesellschafts- und Kommunikationswissenschaften boten der 2a ihre Unterstützung an. Sie wollen sich gemeinsam für fairere, transparentere und einheitliche Prüfungsformalitäten einsetzen. Zuvor kontaktierte die 2a zusammen mit dem Senat der UDE das Justiziariat, um sich nach der Rechtlichkeit der fehlenden Rücktrittsoptionen zu erkundigen. Eine Antwort blieb bisher aus.

Licht am Ende des Tunnels

Die wohl flexibelste und gleichermaßen studierendenfreundlichste Option bietet momentan die Fakultät der Geisteswissenschaften. Studierende melden sich in der fünften beziehungsweise sechsten Vorlesungswoche über das Online-Portal HiSinOne für ihre Prüfungen an. Während des Semesters haben die Studierenden dann Zeit, mit den Prüfer*innen in Kontakt zu treten und ihnen ihr Thema mitzuteilen. Erst nachdem das Thema von den Prüfer*innen im HiSinOne eingetragen wurde, gilt die Hausarbeit als angetretene Prüfung. Somit haben Studierende genug Zeit, sicherzustellen, dass einer erfolgreichen Abgabe nichts im Weg stehen wird. Wer kein Thema festlegt, wird automatisch als zurückgetreten eingetragen und muss keinen Fehlversuch befürchten.

Diese Option bietet Studierenden außerdem ein interessantes Schlupfloch: Es ist theoretisch möglich, das Thema im laufenden Semester zu besprechen, die Hausarbeit zu beginnen und das Thema erst kurz vor der Fertigstellung offiziell eintragen zu lassen. Die RPO beinhaltet keine Vorschriften, die eine Mindestfrist zwischen der Themenfestlegung und der Abgabe der Hausarbeit bestimmen.

Eine generelle Lockerung der Rücktrittsgesetze scheint vorerst nicht in Aussicht zu sein.

Pascal Riemann, vom Prorektorat für Studium und Lehre, teilte der akduell in Abstimmung mit dem Dezernat Studierendenservice sowie dem Justiziariat der Universität Duisburg-Essen mit, dass „dieses Modell [der Geisteswissenschaften] zuletzt in der Runde der Studiendekan*innen und -dekane am 31. Januar vorgestellt würde. [Dort] wurde jedoch deutlich, dass es weiterer Abstimmungsprozesse bedarf, bevor ein solches Modell universitätsweit eingeführt werden kann”, sagt Riemann. Das Thema soll in der kommenden Sitzung im Mai erneut aufgegriffen werden.

Eine generelle Lockerung der Rücktrittsgesetze scheint vorerst nicht in Aussicht zu sein. Ideal wäre eine ähnliche Regelung wie bei schriftlichen Klausuren, von denen bis zu einer Woche vor Prüfungsantritt zurückgetreten werden kann – zumal es vor wenigen Semestern zumindest in den Anglophone Studies möglich war, auch nach Themenabgabe innerhalb von zwei Wochen von einer Hausarbeit zurückzutreten.

 

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