Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

HOCHSCHULPOLITIK

„Conny und ihre Freunde gehen in den Zirkus“

(Foto: Conny und ihre Freunde)

19.11.2018 11:03 - Dennis Pesch

Kurz vor der Wahl des Studierendenparlaments (StuPa) an der Universität Duisburg-Essen (UDE) vom 26. bis 30. November, hat sich eine neue hochschulpolitische Liste gegründet. akduell-Redakteur Dennis Pesch hat mit Constanze Becker aka Conny über die Kritik am StuPa und AStA, Exmatrikulationen, den Semesterbeitrag und das Flabbergasted Festival gesprochen.

ak[due]ll: Euer Name ist ja schon etwas außergewöhnlich. Wie seid ihr darauf gekommen?

Conny: Irgendwann habe ich mir mal vorgenommen, dass ich eine eigene Liste nur für mich gründe. Dann kamen aber noch ein paar Freunde hinzu. Außerdem ist der Zirkus meistens lusitg, vorausgesetzt dort werden keine Tiere gequält. Und im StuPa weiß man oft nicht, ob man weinen oder lachen möchte und das ist im Zirkus auch manchmal so.

ak[due]ll: Ihr habt uns geschrieben, dass man das StuPa von hochschulpolitischen Listen lösen sollte. Was meint ihr damit und warum wollt ihr das?

Conny: Wir finden es nicht sinnvoll, dass es parteinahe Listen gibt. Man sollte im StuPa Leute sitzen haben, die da was tun wollen und nicht abhängig von ihrer Liste sind, wo man sich an die Meinung halten muss und es da Stress gibt, wenn man davon abweicht. Wir sind der Meinung, dass die Leute, die am besten für das StuPa geeignet sind, auch da rein gehen sollten.

ak[due]ll: Ihr seid unzufrieden mit der Arbeit des StuPas und AStAs. Was wollt ihr inhaltlich ändern?

Conny: Das ist ein schönes Thema (lacht). Wir sitzen oft als Fachschaften-Vertreter im StuPa und es ist frustrierend da zu sitzen, seine Meinung zu sagen, aber nicht abstimmen zu dürfen. Es geht oft nicht so aus, wie man sich das gewünscht hat. Wir machen aber keine Versprechen, mit denen wir jetzt in die Wahl gehen, sondern wollen das umsetzen, was die Studierenden an uns heran tragen. Jeder Einzelne bei uns hat natürlich auch Ideen, die wir umsetzen wollen.

ak[due]ll: Was sind das für Ideen?

Conny: Zum Beispiel wollen wir uns beim Studierendenwerk dafür einsetzen, dass die Mensa in Duisburg kommt und sich die Mensasituation schnell ändert. Außerdem muss der AStA-Keller in Duisburg renoviert werden. Und wir wollen Wasserspender auf den Campussen. Der Kanzler der UDE, Herr Ambrosy, hat gesagt, dass das an den Wasserleitungen nicht möglich ist. Es gibt aber die Möglichkeit Wasserkanister aufzustellen. Der Kanzler sagt, dass der AStA sich darum kümmern müsste.

ak[due]ll: Ihr kritisiert, dass sich StuPa und AStA nicht an eigene Beschlüsse halten. Um welche geht es?

Conny: Das Problem ist, man erfährt nichts über die Sitzungen, wenn man nicht selbst dort war. Wir wollen einen Zugang schaffen. Es ist nicht für jeden Studierenden möglich an Unterlagen wie Anträge, Einladungen, etc. zu kommen ohne dafür Hürden überwinden zu müssen.

ak[due]ll: In eurem Wahlprogramm steht, dass ihr eine „pragmatische Vetrretung“ sein wollt und Referate nach Qualifikation besetzt werden sollen. Was können sich die Studierenden darunter vorstellen?

Conny: Eine listenübergreifende Vertretung. Es gibt viele Leute in anderen Listen, die gute Ideen umsetzen wollen, aber nicht in AStA-Referate gewählt werden. Wir haben zum Beispiel gemerkt, dass Pascal, der Finanzreferent des AStAs, oft auf den Sitzungen der Fachschaftenkonferenz ist. Der lebt für den Job. Auch Lotti aus dem Ökoreferat und Milan vom Kulturreferat sind oft da. Es gibt viele Leute, die tapfer wieder kommen, obwohl sie viel Kritik einstecken müssen. Solche Arbeit wünschen wir uns von allen.

ak[due]ll: Ihr sagt, ihr wollt eine Campusbrauerei aufmachen, ist das ein Gag?

Conny: (lacht) Es wäre doch schön, wenn wir eine eigene hätten, aber ja, das ist schon ein Gag.

ak[due]ll: Das mit den „unendlichen Prüfungsversuchen“ meint ihr aber schon ernst?

Conny: ​​​​​​​(lacht) Nein, Irgendwann muss auch mal gut sein. Das ist auch für die Studierenden das Beste, wenn nach dem dritten Versuch klar ist, dass das nicht das richtige für jemanden ist.

„Ich kenne aber auch Leute, die da durchgefallen sind. Für manche war es positiv, dass sich das so ergeben hat.“

ak[due]ll: Es gibt aber Leute, die exmatrikulaiert werden, obwohl das schon das richtige für sie ist, sie aber nur bei einer Prüfung große Probleme haben.

Conny: Es gibt ganz oft noch eine mündliche Nachprüfung, wo sie zeigen können, dass sie es doch können. Rettungsversuchs finde ich vollkommen in Ordnung. Ich war selbst auch oft im dritten Versuch. Ich kenne aber auch Leute, die da durchgefallen sind. Für manche war es positiv, dass sich das so ergeben hat.

ak[due]ll: Wo können die Studierenden euch denn in den Grundsätzen verorten? Studiengebühren, Anwesenheitspflicht, studentische Mitbestimmung und sowas.

Conny: ​​​​​​​Wir sind für Studienbeiräte, gegen Studiengebühren, gegen Anwesenheitspflicht und uns ist die studentische Vetretung natürlich wichtig.

ak[due]ll: Und beim Semesterticket?

Conny: Wir sind natürlich auch dafür, dass das Semesterticket auf den Studiausweis zurück kommt. Und wir wollen beim Semesterbeitrag erreichen, dass der sich nicht noch weiter erhöht. Irgendwann reicht es auch mal.

ak[due]ll: Die Studierendenschaft lebt gerade vor allem von hohen Rücklagen. In den letzten Jahren kamen große Angebote wie Nextbike und die Kulturtickets dazu. Wo würdet ihr denn kürzen, damit der Beitrag von 13 Euro für die Studierendenschaft nicht erhöht werden muss?

Conny: Ich glaube, es gibt bestimmt Stellen, wo man kürzen kann, aber die müssten wir auch erstmal finden. Pauschal würde ich das auch gar nicht auf irgendwelche Themen setzen. Das muss man erst besprechen und dann schauen, ob es möglich ist zu kürzen.

ak[due]ll: Kritik kommt von euch auch zu einigen Anträgen im StuPa und AStA.

Conny: Wir müssen immer schauen: Wer stellt wie viele Anträge? Sind die Anträge frist gerecht eingereicht worden? Wie viele Studierenden kommen die zu gute? Oft werden Anträge durchgewunken, die halt durchgewunken wurden, weil sie immer durchgewunken werden. Wir müssen alles kritisch betrachten.

ak[due]ll: Kannst du zwei, drei Beispiele nennen?

Conny: Im AStA werden oft verspätete Anträge für das Antifa-Café im AZ Mülheim eingereicht, nachdem die Veranstaltungen schon gelaufen sind. Das kann ja mal passieren, aber nicht zwei, drei Mal hintereinander.

ak[due]ll: Das Kulturfestival „Flabbergasted“ in Essen steht in eurer Kritik. Warum?

Conny: Ich finde es super, dass Leute das veranstalten und dass es das gibt, aber so langsam kommt es so rüber, als wäre das StuPa Hauptgeldgeber. Es richtet sich auch nur an eine bestimmte Gruppe und ist nicht für jeden zugänglich bei der Musikauswahl. Sie könnten mehrere verschiedene Gruppen ansprechen.

ak[due]ll: Ist es denn zum Beispiel bei der MINT-Party anders? Die wird auch jährlich von der Studierendenschaft finanziert.

Conny: ​​​​​​​Wir, die Mint-Liga, haben da vier verschiedene Musik Richtungen und wechseln die DJs durch. Wir nehmen auch auf, was uns gesagt wird. Wenn der Rock-DJ nicht gut genug war, dann wird der ausgetauscht. Es ist auf jeden fall etwas für alle Studierenden, die Party machen wollen. Aber natürlich geht nicht jeder Studierende gerne Party machen. Man kann aber auch Videospiele auf der MINT-Party spielen. Vor allem bieten wir aber Shuttle Busse vom Duisburger Campus zur Party und wieder zurück an.

ak[due]ll: Wir haben auf der Homepage des Flabbergasted nachgeschaut: Techno, elektronische Tanzmusik, Drum‘n‘Bass & Psy, 80‘s, HipHop, Funk, eine Live Stage, Kino, Spiele, Essen und Buden gab es zuletzt im Mai dort.

Conny: ​​​​​Klingt für mich alles sehr ähnlich, von der Musik her, ich bin aber auch kein Experte.

ak[due]ll: Wie steht ihr denn zu Anträgen von kleineren Gruppen und Initiativen?

Conny: Es kommt drauf an, was die wollen. Es sind aber Studierende unserer Universität. Wenn die sich was für was Gutes einsetzen: Warum sollte man die nicht unterstützen?

ak[due]ll: Gibt es etwas, was wirklich allen Studierenden zugute kommen würde?

Conny: Man findet vermutlich nichts, was wirklich allen Studierenden zu Gute kommt. Man sollte aber für jeden Studierenden was dabei haben. Das geht nur über verschiedene Projekte oder man ist richtig clever und findet, was was jeden glücklicht macht.

 

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