Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

HOCHSCHULPOLITIK

„Ich habe mich bezüglich des Virus der Meinung von Fachleuten angeschlossen“

 Kanzler Meinen spricht im Senat über das Coronavirus. 
[Symbolbild: David Peters] 

18.02.2020 20:54 - Laura Lindemann

Immer mehr Menschen infizieren sich weltweit mit der Lungenkrankheit Covid-19. Auch in Deutschland nimmt die Zahl der Erkrankungen zu. Obwohl die Krankheit hier zu Lande nur schwache Symptome aufweist, gibt es an vielen Hochschulen in Deutschland ein Campusverbot für Menschen, die kürzlich aus China ausgereist sind. Bei der vergangenen Senatssitzung am 7. Februar 2020 gab Jens Andreas Meinen, Kanzler der Universität Duisburg-Essen (UDE), dazu ein Statement ab.

„Die Lage um das Coronavirus ist unübersichtlich und schwer einzuschätzen“, beginnt Kanzler Meinen sein Statement. „Wir haben uns deshalb für eine zurückhaltende Kommunikation entschieden.“ So werden auf der Webseite der UDE Kontaktadressen angegeben, bei der sich potenziell Betroffene melden können. Außerdem gibt das Gesundheitsamt der Stadt Essen Tipps, wie man an Hochschulen mit der Situation umgehen kann. Meinen bleibt vorerst gelassen: „Ich habe mich der Meinung von Fachleuten angeschlossen. Ich glaube, dass viel durch die Presse und Social Media dramatisiert wird.“

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Virolog*innen des Essener Uniklinikums bewerten die Situation um Covid-19 eher als Hysterie. Mitarbeitende, die eine Dienstreise nach China planten, wurden jedoch trotzdem beraten. „Alle haben aus eigener Erkenntnis oder Unmöglichkeit ihre Dienstreisen nach China vorerst abgesagt“, berichtet Meinen. Denn natürlich habe die UDE eine Verpflichtung den Studierenden und Mitarbeitenden gegenüber. So müsse man sich mit dem Thema Arbeitssicherheit und Arbeitsschutz auseinandersetzen, so der Kanzler. Eine konkrete Bedrohung an den beiden Campussen sehe er jedoch aktuell nicht.

Umgang an der UDE

Vertreter*innen aus dem Personalrat beschäftigten sich während der Sitzung außerdem mit dem Thema Diskriminierung durch Covid-19. (akduell berichtete) Meinen stellt klar: „Das Ausgrenzen von chinesischen Studierenden und Mitarbeitenden geht gar nicht.“ So wurde zu allen chinesischen Mitarbeiter*innen der persönliche Kontakt gesucht.

 Der Personalrat wünscht sich bezüglich des Umgangs mit aus ihrem Chinaaufenthalt eingereisten Mitarbeiter*innen konkrete Handlungsanweisungen. Es geht um Fragen wie: Wie bindend ist eine Aufforderung, dass gerade Eingereiste zu Hause bleiben müssen? Müssen diese 14 Tage zu Hause bleiben? Wie sieht es dann mit der Entlohnung aus? Ist die Universität überhaupt berechtigt eine solche Aufforderung auszusprechen? „Hier sollte man individuell auf den Einzelfall eingehen“, sagt Meinen. „Konkrete Maßnahmen können nur vom Gesundheitsamt verhängt werden.“

So hält er ein Campusverbot für kürzlich aus China ausgereiste Personen übertrieben. Die Universität Bielefeld hat beispielsweise für gerade aus China Ausgereiste ein Campusverbot von 14 Tagen „Wartezeit” verhängt. Laut der hochschuleigenen Homepage solle das eine etwaige Ansteckung mit dem Virus verhindern. „Sollte sich die Lage um das Virus zuspitzen, werden wir natürlich entsprechend reagieren”, so Meinen. 

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