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HOCHSCHULPOLITIK

Fachschaft versus KoWis - Runde 2

Nachdem die Missverständnisse beiseite geschafft wurden, herrscht am Campus wieder mehr Frieden. [Foto: Erik Körner]

25.04.2019 17:33 - Erik Körner

Auf der letzten Fachschaftenkonferenz (FSK) am 8. April informierte die Fachschaft für Kommunikation und Sprache (1a), dass einige Studierende der Kommunikationswissenschaften ihre eigene Fachschaft gegründet hätten (akduell berichtete). Bereits einen Tag später fand, mit Unterstützung des FSK-Referenten Robin Pannhausen, ein klärendes Gespräch zwischen der 1a und Camille Rose, einem der Vertreter der vermeintlichen KoWi-Fachschaft, statt.

Direkt zu Beginn des Gesprächs bemühte sich Rose darum, sämtliche bisherigen Missverständnisse aus dem Weg zu schaffen und Neue zu vermeiden. „Wir sehen uns natürlich klar als Teil der 1a, nicht als eigenständige, unabhängige Fachschaft“, sagte der angehende Kommunikationswissenschaftler. Er fügte hinzu: „Wir fanden es auch alle gut, dass die 1a sich da direkt drum gekümmert hat, eine Diskussion einzuleiten.“

Rose fand nichtsdestotrotz auch Worte der Kritik: „Ich habe so ein bisschen das Gefühl, dass zwischen uns und euch von der Fachschaft so eine Art Rivalität vorliegt.“ Die 1a versicherte Rose, dass weder persönliche noch professionelle Probleme vorliegen würden. Lediglich die uneindeutige Kommunikation hätte bei ihnen Bedenken ausgelöst.
Zuvor konnten leichte Spannungen vereinzelt festgestellt werden. So zum Beispiel in der Kommentarsektion eines Instagram-Posts, in dem die KoWis über die scheinbare Neugründung ihrer Fachschaft informierten.

Nachdem diverse Mitglieder der 1a nochmals betonten, dass zumindest der Name „KoWi-Party“ aus Klarheitsgründen nicht verwendet werden sollte, einigten sich beide Seiten auf einen Kompromiss. „Wir können den Namen natürlich ändern, möchten aber dennoch nicht auf das Ereignis verzichten und die Party trotzdem organisieren“, so Rose. Die Mitglieder der 1a akzeptierten diesen Kompromiss, betonten aber auch, dass die Organisation ausschließlich in den Händen der KoWis liege und sie keine Hilfe anbieten werden.

Die Qual der Wahl

Die unzureichende Kommunikation im Hinblick auf die Organisation der Party löste die ursprünglichen Spannungen zwischen der 1a und den Kommunikationswissenschaftler*innen aus. Die Frage, wie letztere überhaupt darauf kamen, gewählte Mitglieder ihres eigenen Faches zu sein, stand immer noch offen.

Markus* und Sophia*, zwei Studierende der Kommunikationswissenschaften, erwähnten während der Sitzung eine E-Mail, die sie am 6. November 2018 empfingen. In dieser Mail wurde darauf hingewiesen, dass sich die damals aktuelle Studierendenvertretung der Kommunikationswissenschaften auflösen werde. Am 27. November 2018 sollte dann eine Vollversammlung stattfinden, während  die neue Studierendenvertretung gewählt werden sollte. Welchem Gremium diese Studierendenvertretung zuzuordnen ist, blieb unerwähnt.

Markus erwähnte, wie unseriös diese Wahl verlief. „Das fand alles während und im Raum der Vorlesung ‚Grundlagen der Kommunikationswissenschaft‘ statt. Eine tatsächliche Vollversammlung als eigenständige Versammlung gab es nie.“ Cornelius Beckers, gewähltes Mitglied der 1a, zeigte sich deutlich unzufrieden mit der Mail: „Wer auch immer die geschrieben hatte, diese Person wurde unsererseits nie bestätigt.“

Offene Fragen

Nicht nur  die 1a, sondern auch Pannhausen und Rose waren merklich von dieser Mail verwirrt. Pannhausen merkte an, dass es sich dabei eventuell um eine Wahl zum Fakultätsrat hätte handeln können: „Sowas existiert auch, aber das ist keine Fachschaft. Das sind lediglich akademische Vertreter, jedoch keine studentische Selbstverwaltung wie eine Fachschaft.“

Diese Überlegung stellte sich schnell als eigentlich unmöglich heraus. „Ich fürchte, dass du somit nicht offiziell gewählt bist. Die Wahlen für Fakultätsräte finden eigentlich immer im Sommer statt und werden von der Universität selbst offiziell ausgerufen“, so Pannhausen.

Für was genau diese Wahlen nun letztendlich waren, ist momentan noch unklar. Allerdings hat das Gespräch nochmals bestätigt, dass es derzeit keine dezidierte Studierendenvertretung für die Kommunikationswissenschaften gibt und die 1a sich weiterhin um alle Studierenden der Fachrichtung kümmern wird.

*Die Namen wurden geändert und sind der Redaktion bekannt
 

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