Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

HOCHSCHULPOLITIK

Debatte um den akademischen Mittelbau im Senat

Senatssitzung in Duisburg.

[Symbolbild: Pixabay]

19.04.2019 13:01 - Magdalena Kensy

 

Debatte um den akademischen Mittelbau im Senat

Ingenieur*innen, Informatiker*innen, Mediziner*innen, sie alle bekommen bei einer Promotion in den meisten Fällen schon per se eine 100-Prozent-Stelle. Andere Fächer, insbesondere die Geisteswissenschaften, welche auch als Reflexionswissenschaften angesehen werden, bekommen im Vergleich dazu eine mindere, ungleiche Behandlung. Ulrich Radtke, Rektor der Universität Duisburg-Essen, fordert in einem Interview mit Kate Maleike, Redakteurin und Moderatorin der Bildungssendung „Campus & Karriere“ volle Stellen für alle Doktoranden, bei der Senatssitzung trifft die Forderung auf Kritik und Bedenken.

In der letzten Senatssitzung entstand Diskussionspotential nach dem Rektor Ulrich Radtke seinen Bericht im Senat vorstellte. In einem früheren Bericht forderte Radtke, dass Doktorand*innen ein „professionelles Gehalt“ und volle Stellen bekommen sollten – nicht nur als Zeichen der Wertschätzung. Durch Teilzeitstellen von 50 oder 75 Prozent, sieht Radtke die Gefahr „die Besten für den Wissenschaftsbetrieb“ zu verlieren. Die Universität Duisburg-Essen erwartet von den Promotionen hohe Qualität, doch vergibt in manchen Fächern  nur halbe bis dreiviertel Stellen. Doch es bleibt nicht nur bei dem Qualitätsanspruch, welche die Doktorand*innen erfüllen müssen. Nach Radtke sollten Doktorand*innen auch „ausreichend Zeit und eine professionelle Umgebung“ zum Arbeiten haben. Die Mindestanforderung, die erfüllt werden müsste, so Radtke, sei eine Gleichbehandlung und damit die Schaffung von 100-Prozent Stellen in allen Bereichen. Radtke merkt ebenso an, dass eine Zeitbeschäftigung nach der Promotion üblich und sinnvoll sei „Es muss eine Auslese bei den Besten innerhalb der Wissenschaft geben und deswegen sind Zeitverträge bis zur Professur notwendig, da habe ich kein Problem mit.“  

Kritik aus den eigenen Reihen

Das Thema Promotionsstellen traf auf einen Nerv der Senatsmitglieder. Unter den anwesenden Professor*innen kam die Frage auf, ob nicht vielleicht zu Viele angehenden Doktorand*innen promovieren, wenn nicht für alle die gleiche Chance auf eine volle 100-Prozent-Stelle besteht. Radtke hält sich diesbezüglich bedeckt und merkte lediglich erneut an, dass es eine Frage der Auffassung sei und dass eine Ausweitung an Promotionen nicht nötig sei.
Eine weitere Anmerkung von den Seiten der Professor*innen war, dass „es nicht mehr nur um Vollzeit-Stellungen geht, sondern um die Verbesserung von Doktorandenstellen“.

Statusgruppen

sind die Stimmberechtigten Mitglieder im Senat. Dazu gehört die Gruppe der Hochschullehrer*innen, die Gruppe der akademischen Mitarbeiter*innen und die Mitarbeiter*innen in Technik und Verwaltung, sowie die Gruppe der Studierenden und die Beratenden Mitglieder.

Die Nachfrage, wie eine Verbesserung genau aussehen soll und wer diese Verbesserung zu tragen hat, beantwortete Radtke nur kurz mit: „Für sie ist nur wichtig, wie geht man damit um.“ Diese Aussage fand das Plenum nicht für ausreichend an und Radtke erklärte weiter, dass Auswertungen anhand der Personalakten sich als schwierig erweisen und somit nun durch ein Berufungsverfahren abläuft.
Scharfe Kritik kam von der Seite der Professor*innen, wo der Standpunkt vertreten worden ist, dass es nicht sein kann, dass Drittmittel-Anträge für Stellen gestellt werden, „wo Leute sich dann ausbeuten lassen, wenn Sie die Stelle annehmen, nur damit die Uni auf einen besseren Ranking Platz kommt.“

Vertagung zur nächsten Senatssitzung

Der Ablaufplan der Senatssitzung sah eine Diskussion im Plenum, bezüglich des Themas über den akademischen Mittelbau, nicht vor. Dennoch bestand bei allen Statusgruppen großer Diskussionsbedarf.
Der Einwand, dass eine Diskussion zu nichts führe, wenn Beteiligte nicht auf das Thema vorbereitet sind, wurde von der Senatsvorsitzenden angenommen. Darauffolgend wurde sich darauf geeinigt, dieses Thema als ein Hauptpunkt auf dem Ablaufplan zur nächsten Senatssitzung aufzunehmen.

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