Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

HOCHSCHULPOLITIK

Beim KKC stehen die Zeichen auf Umbau

Möglicherweise kann das KKC 2021 wieder eröffnen. [Symbolfoto: Maren Wenzel]
25.09.2020 13:42 - Dennis Pesch

Das Kunst- und Kulturcafé (KKC) am Campus Essen der Universität Duisburg-Essen (UDE) könnte bald den Umbau beginnen. Der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) und das Studierendenwerk befinden sich in Vertragsgesprächen. Besonders geht es voran seit der neue Geschäftsführer Michael Dahlhoff da ist. Wir haben mit ihm und dem AStA gesprochen.

„Ich habe ein Gespräch mit dem UDE-Kanzler Herrn Meinen und den AStA-Vorsitzenden geführt und wir haben ein Konzept ausgearbeitet“, sagte Studierendenwerk-Geschäftsführer Michael Dahlhoff im Interview mit der akduell, Anfang August. Zu klären sind laut AStA und Dahlhoff vor allem Details in den Verträgen. Es geht natürlich auch ums Geld. Im September 2015 musste das KKC wegen Brandschutzmängeln und Sanierungsstau endgültig schließen. 

Was Michael Dahlhoff mit dem Studierendenwerk vorhat

Der Geschäftsführer des Studierendenwerks im Interview zur Überbrückungshilfe, der Corona-Krise und dem Sanierungsstau.
 

Bei den Verträgen verhandeln AStA und Studierendenwerk nun vor allem die Rahmenbedingungen einer Wiedereröffnung. „Es liegt auch noch eine bauliche Änderung vor, damit das KKC betriebssicher ist und genehmigt werden kann“, so Dahlhoff. Goldene Wasserhähne wolle man nicht ins KKC einbauen: „Das wollen die Studenten wahrscheinlich auch nicht, sondern erst mal wieder einen Platz, wo sie sich treffen können“, witzelt der Geschäftsführer. Tatsächlich fehlt seit 2015 ein Raum für die Studierendenschaft am Campus Essen. In Duisburg gibt es den AStA-Keller und den Freiraum.

„Wir schauen, dass wir da bei null rauskommen“

Das KKC wird im Besitz des Studierendenwerks bleiben. Der AStA soll jedoch den Gastro- und Kulturbetrieb übernehmen, also Partys oder auch Veranstaltungen zur politischen Bildung durchführen und die Geschäfte leiten. „Wir haben einen Vorschlag für einen Pachtvertrag bekommen“, sagt AStA-Vorsitzender Maximilian Wernicke (Linke Liste). Es müssten noch Details verhandelt werden, auch beim Konzept. Im nächsten Jahr, so hofft der AStA, könnte mit dem Umbau begonnen werden. 

Doch wer kommt für die Kosten auf? „Das Studierendenwerk, die Universität und wir als AStA werden in gleichen Anteilen die Kosten decken“, sagt Wernicke. Das bestätigt auch Dahlhoff. Derzeit ist die Rede von einem sechsstelligen Betrag, der für den Umbau investiert werden muss. Auf die Studierendenschaft kommen anschließend Fixkosten zu: „Für die Pacht und die Bezahlung von Angestellten“, so Wernicke. Das Ziel ist, dass sich der gastronomische Betrieb selbst trägt. „Wir schauen, dass wir da bei null rauskommen“, sagt der AStA-Vorsitzende. 

Das Studierendenwerk wird bei den Umbaumaßnahmen federführend sein: „Wir helfen den Umbau zu organisieren und können die Maßnahmen gut begleiten, zum Beispiel was Fragen beim Brandschutz angeht“, sagt Dahlhoff. Wenn die Innenräume gestaltet werden, wird der AStA stark involviert sein, um die Vorstellungen der Studierenden umzusetzen.

Kein weiterer Skandal-AStA in Sicht

Dass das KKC in der Hand des Studierendenwerks bleibt, liegt an der Vergangenheit des KKC. „Ich habe dem AStA gesagt, dass wir Sicherheit schaffen müssen“, so der Geschäftsführer Dahlhoff. Hier und da werde es Kontrollen geben. Mit einem Vertrauensverlust rechnet niemand. AStA und Studierendenwerk haben ihre Zusammenarbeit deutlich verbessert. Dass es zu einem Skandal wie Anfang 2012 kommt, als der konservative AStA nach Veruntreuungsvorwürfen abgewählt wurde, ist unwahrscheinlich. Am selben Tag noch verkaufte der AStA das KKC für 25.000 Euro an das Studierendenwerk.

Jahre vor der Abwahl wurde das KKC in eine neugegründete AStA Service GmbH ausgegliedert. Die Geschäftsführer der GmbH waren zeitgleich auch die AStA-Vorsitzenden und zahlten sich somit auch selbst Gehälter aus. Sie standen unter anderem wegen Veruntreuung in über 100 Fällen vor Gericht. Der Prozess endete im November 2016 mit einem Freispruch. Am Ende stand eine finanziell ruinierte AStA Service GmbH da.
 

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