Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

HOCHSCHULPOLITIK

Aufklärung: Ein Werkzeug gegen unfaire Behandlung

Im kommenden Wintersemester könnte es Änderungen in der

Rahmenprüfungsordnung geben. [Symbolfoto: pixabay]

07.04.2020 12:25 - Julia Segantini

Letzten Sommer beschlossen die NRW-Landesregierung aus CDU und FDP weitreichende Änderungen am Hochschulgesetz. Gestrichen wurde damals unter anderem das Verbot von Anwesenheitspflichten. Die Kommission für Lehre, Studium und Weiterbildung (KLSW) ist ein Gremium an der Universität Duisburg-Essen (UDE) und setzt sich nun dafür ein, dass dieses Gesetz möglich studierendenfreundlich umgesetzt wird. Worum es ihnen dabei vor allem geht, erklärt Corinna Kalkowsky, studentische Vertreterin in der KLSW.

Auch wenn es kein Verbot mehr für Anwesenheitspflicht gibt, kam diese Änderung an der UDE noch nicht zum Einsatz. Weil sich das aber noch dieses Jahr ändern soll, will die KLSW eine möglichst vorteilhafte Umsetzung für die Studierenden erkämpfen. Dafür hat sie eine AG bestehend aus zwei Studierenden und jeweils einer Person aus den drei anderen Statusgruppen – Hochschullehrer*innen, akademische Mitarbeiter*innen, Mitarbeiter*innen in Technik und Verwaltung – gegründet.

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Eine der studentischen Vertreter*innen ist Corinna Kalkowsky. Das Verbot zur Anwesenheitspflicht wieder zu kippen, sei nicht das Ziel, so Kalkowsky. Vielmehr gehe es darum, die Studierenden in ihren Rechten aufzuklären und ihnen so ein Werkzeug gegen unfaire Behandlung in die Hand zu geben. „Wir wollen einige Dinge konkretisieren, die man gesetzlich sowieso so auslegen kann“, beschreibt Kalkowsky die Aufgabe der AG. In den ungenauen Begrifflichkeiten liege das größte Problem. Denn auch ohne Anwesenheitspflicht seien Grauzonen immer wieder genutzt worden, um in der Praxis doch eine Anwesenheitspflicht durchzusetzen. „Faktisch haben wir schon viele Seminare, die Anwesenheitspflicht machen, weil sie als Übung deklariert werden. Übungen haben keine Auflagen, wann ist es also eine Übung?“

Wehrt euch!

Die Begriffe hätten je nach Fakultät unterschiedliche Bedeutungen. Eine Konkretisierung würde also zu mehr Einheitlichkeit führen. Die Änderungen sollen später in der Rahmenprüfungsordnung festgeschrieben werden. Wenn ihr euch ungerecht behandelt fühlt oder Lehrende unerlaubterweise Anwesenheitspflichten durchsetzen, kann eure Fakultät sich besser gegen willkürliche Handlungen von der Prüfungsverwaltung einsetzen. Kalkowsky betont: „Die neue Rahmenprüfungsordnung soll wieder mehr Rechte und Verpflichtungen auf die Fakultäten legen. Das Justiziariat oder die Verwaltung vom Prüfungsamt haben sich in der Vergangenheit zu viel herausgenommen.“ Die KLSW wolle mit ihren jetzigen Bemühungen eine möglichst pragmatische Lösung finden.

Mit starken Kontroversen rechnet Kalkowsky nicht. Die Statusgruppen würden das Anliegen der Studierenden verstehen und unterstützen, „weil das Bedürfnis, sich wehren zu können, definitiv berechtigt ist.“ Wichtig ist Kalkowsky: „Ich möchte verhindern, dass Anwesenheitspflicht als didaktisches Mittel genutzt wird.“ Viele Lehrende seien überzeugt, dass Anwesenheitspflicht eine wirksame pädagogische Maßnahme sei. Diese Idee lehnt Kalkowsky ab. Der AG gehe es nicht um Studierende mit Kindern, chronischen Krankheiten oder Behinderungen. „Die haben die Chance auf Nachteilsausgleiche. Es geht vor allem um die Studierenden, die arbeiten gehen müssen. Wir haben eine extrem heterogene Studierendenschaft und dem muss man gerecht werden“, stellt sie klar. Voraussichtlich im Sommer will der Senat über die Rahmenprüfungsordnung entscheiden.

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