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HOCHSCHULPOLITIK

AStA spricht über Awareness-Konzept

Die Parties des AStAs sollen bald mit einem Awareness-Konzept durchgeführt werden. (Foto: David Vega/flickr.com/CC BY 2.0)

14.05.2018 11:26 - Sarah Dannehl

Auf der vergangenen AStA-Sitzung am 8. Mai stellte das Referat für Sozialpolitik ein Awareness-Konzept für eine sichere Party vor. Wie genau das aussieht und für wen es gedacht ist, haben wir für euch zusammengefasst:

Neben jeder Menge Spaß und Freude, kommt es auf Parties leider auch immer wieder zu Übergriffen auf marginalisierte Gruppen. Deshalb hat sich das Referat für Sozialpolitik dazu entschlossen, ein Awareness-Konzept auszuarbeiten. Denn „diese passieren leider auch im universitären Kontext“, sagt Referentin Miriam Tomalla (Linke Liste). Durch das Konzept soll ein sicheres Umfeld an der Universität geschaffen werden und Studierende für die Problematik sensibilisiert werden.

Ein Rückzugsort für Betroffene

In der Praxis könnte das so aussehen: In Schichten werden jeweils drei Personen in einem Team arbeiten. Eine von ihnen befindet sich im sogenannten safe space - einer sicheren Räumlichkeit innerhalb der Universität - um für die Ankommenden als Ansprechperson agieren zu können. „Falls betroffene Personen jedoch Ruhe benötigen und alleine sein möchten ist dies auch möglich“, sagt Tomalla. Die anderen beiden sollen sich unter die feiernden Studierenden mischen und für diese ansprechbar sein. Der safe space soll als Rückzugsort dienen, als Schutz vor weiteren Vorfällen und als Raum, in dem Gespräche mit den Betroffenen angeboten werden. Dabei sollen Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt werden, jedoch solle von den anwesenden Verantwortlichen nur soweit eingeschritten werden, wie es die Betroffenen wünschen. Für die Gespräche können konfrontativ, mit Freund*innnen, vermittelnd oder situationsgebunden ablaufen. Grundsätzlich gelte die Parteilichkeit zugunsten der Betroffenen. Wichtig seien Geduld, Mitgefühl, aktives Zuhören, aber gleichzeitig auch Selbstschutz. Sollte ein Vorfall einer*m Verantwortlichen zu nahe gehen, sollte jemand anderes übernehmen. Man sei sich bewusst, dass man kein*e ausgebildete*r Ärzt*in oder Psycholog*in sei. Deshalb sei auch „Voraussetzung, um im Awarenessteam helfen zu können, ist das Teilnehmen an einem von uns angebotenen Workshop“, erklärt Tomalla. Das Referat habe selbst an einer solchen Schulung teilgenommen. „Da wir im Kontakt mit den Personen stehen, die uns geschult haben, besitzen wir die Kompetenzen, um die Workshops anbieten zu können“, so Tomalla weiter. In der Präsentation wird aber auch betont, dass es sich lediglich um ein Hilfsangebot und keine Kontrollinstanz handeln kann.

Während in Duisburg der neu eingerichtete Frei[]raum als safe space dienen soll, ist in Essen noch kein fester Raum bekannt. Man sei sich aber sicher, einen geeigneten Ort zu finden. Zusätzlich ist auch eine Notfallnummer geplant, unter der sich Studierende an das Awareness-Team wenden können. Hierzu müssen noch Handys angeschafft werden. Mit Flyern und Plakaten soll zusätzlich auf das Angebot aufmerksam gemacht werden. In abgestufter Form, etwa durch Verwarnungen und Unterstützung der Security, soll das Hausrecht angewendet werden. Während der Sitzung wurde noch der Vorschlag eingebracht, T-Shirts mit einem Logo zu bedrucken, um den Erkennungswert des Teams zu steigern. Zudem könne das Logo auch auf Party-Flyer gedruckt werden, sodass Studierende direkt wissen, dass es sich um eine Party mit Awareness-Konzept handle.

Ehrenamtlich für eine sichere Party

Zur Zielgruppe des Konzepts zählen unter anderem Betroffene von Sexismus, Rassismus, Homophobie und Antisemitismus, aber auch Menschen, die sich auf Parties eher unwohl fühlen und einen Rückzugsort benötigen. Hingegen nicht zur Zielgruppe gehören alkoholisierte Personen, die lediglich in dem Raum ausnüchtern wollen.

Spätestens auf dem Campusfest, das am 29. Juni auf dem Campus in Duisburg stattfindet, soll das Konzept Anwendung finden. Man wünsche sich aber auch eine Zusammenarbeit mit den Fachschaften, um auch auf deren Feiern mit dem Konzept zu arbeiten. Für die nächsten Wochen seien deshalb Besuche auf der Fachschaftskonferenz als auch in den Fachschaften selbst geplant, um das Konzept vorzustellen. Durch eine mögliche Kooperation erhofft man sich wiederum auch mehr ehrenamtliche Mitwirkende im Awareness-Team.

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