Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

HOCHSCHULPOLITIK

AStA-Sitzung: Viel Geld und eine Vorstellungsrunde

Der Vorstand lost aus, wer das Protokoll führen muss. [Foto: Dennis Pesch]

17.02.2020 20:23 - Dennis Pesch

15 Referent*innen sind seit Ende Januar im neuen Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA) bestehend aus Grüner Hochschulgruppe, Linker Liste und JuSo Hochschulgruppe tätig. Am Dienstag, 11. Februar, kam der AStA zu seiner ersten Sitzung zusammen. Die Referent*innen stimmten über drei Anträge der Gruppe Crème Critique, des Islamischen Studierendenbund Essen und des Antifa-Café Ruhr ab.

Nachdem der AStA in der vergangen Wahlperiode in 8 Referate 22 Referent*innen eingesetzt hatte, ist die neue Zusammensetzung deutlich kleiner. In 7 Referaten arbeiten nun 15 Referent*innen. Neben vielen Referent*innen, die länger im AStA tätig sind, sind auch neue Gesichter hinzugekommen. Damit sich alle einmal kennen lernen, stellten sich die hauptamtlichen Angestellten von Sozialberatung, Kassenverwaltung, Servicepoint und Systemadministration den neuen Referent*innen vor.

Nach der Vorstellungsrunde stellte der Islamische Studierendenbund Essen (ISB) seinen jährlichen Antrag für das interkulturelle Fastenbrechen am 30. April. „Wir wollen verschiedene Menschen mit unterschiedlichen Religionen und Hintergründen zusammenbringen”, erklärte Betül Karabulut, Vorstandsvorsitzende des ISB. Das Motto des Fastenbrechens lautet dieses Jahr „break fast, break barriers“ und dreht sich um die Themen Diskriminierung, Intoleranz, Gewalt und soziale Ausgrenzung.

In den vergangenen Jahren veranstaltete der ISB das Fastenbrechen stets in Räumen der Universität. Zuletzt nahmen 350 Studierende daran teil. Nun sollen 500 Menschen daran teilnehmen können. Zudem findet die Veranstaltung nur in der Nähe des Campus statt: „Wir würden es bevorzugen, das Fastenbrechen am Campus der Universität Duisburg-Essen zu veranstalten. Jedoch erweist sich dies als schwierig, da es keine Möglichkeit gibt, einen Raum zur gewünschten Uhrzeit für 500 Menschen zu buchen”, erklärte Karabulut die Entscheidung.

Über 2.000 Euro für gesellschaftskritische Veranstaltungen

Neben einem kulturellen Rahmenprogramm will der ISB Spenden sammeln für die Stiftung gegen Rassismus. Nach eigenen Angaben plant und koordiniert die Stiftung mit Sitz in der Schweiz die jährlichen Internationalen Wochen gegen Rassismus. Zudem kündigte Karabulut auf der Sitzung eine Podiumsdiskussion zum Thema Diskriminierung an. Da die von ihnen angefragten Referent*innen noch keine Zusage gegeben haben, wollte sie auf Nachfrage der akduell die Namen noch nicht nennen. Letztlich entschied sich der AStA bei zehn Ja-Stimmen und einer Enthaltung dafür, das interkulturelle Fastenbrechen mit rund 4.000 Euro zu unterstützen. Die restlichen 3.240 Euro sollen aus dem Haushaltstopf des Studierendenparlaments kommen.

Im Referat für Ökologie und Mobilität soll eine Mobilitätsstudie geplant werden.

Darüber hinaus stellte die linksradikale Gruppe Crème Critique aus Duisburg einen Antrag auf finanzielle Unterstützung ihrer Veranstaltungsreihe „Critique and Solidarity”. Ende Januar kamen zur ersten Veranstaltung von Crème Critique rund 45 Menschen in den Duisburger AStA-Keller und diskutierten mit Alex Demirović darüber, „warum emanzipatorische Praxis dialektisches Denken benötigt“, berichtete AStA-Referent Philipp Collin. Zwei weitere Veranstaltungen finden im Februar und März statt: „Staatsfragen. Einführung in materialistische Staatskritik“ von Moritz Zeiler am 27. Februar und „Materialistische Kritik und Geschlechterverhältnisse“ von Barbara Umrath am 26. März, jeweils im Djäzz Jazzkeller Duisburg. Der AStA stimmte einstimmig einer Unterstützung von 1.400 Euro zu.

790,20 Euro beantragte dann das Antifa-Café Ruhr, das aus dem ehemaligen Antifa-Café Mülheim entstanden ist. Im Januar 2020 wurde dort über die Nazi-Strukturen in Essen berichtet. Am 19. Februar wird der Landessprecher der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten Nordrhein-Westfalen (VVN/BdA) über den Entzug der Gemeinnützigkeit des Vereins im AZ Mülheim berichten. Am 18. März veranstaltet das Café einen Vortrag zur „Kritik romantischer Beziehungsvorstellungen“. Dieser Antrag wurde ebenfalls einstimmig vom AStA angenommen.

Anschließend berichteten die Referate über ihre bisherige Arbeit in den vergangenen Wochen und ihre Pläne für die kommenden Monate. Im Referat für Ökologie und Mobilität soll eine Mobilitätsstudie geplant werden. Das Referat für Kultur und Freiräume ist in der Planung des Campusfestes und will mit dem gesamten AStA eine kritische Einführungswoche für die neuen Studierenden im Sommersemester organisieren.

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