Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

HOCHSCHULPOLITIK

AStA reagiert auf finanzielle Notlage von Studierenden

Aufgrund der Corona-Krise nimmt die Anzahl der Härtefallanträge an der UDE zu. [Symbolbild: David Peters]
02.06.2020 13:37 - David Peters

Die Corona-Krise hat viele Studierende in finanzielle Notlagen gebracht. Dadurch nimmt die Anzahl der Härtefallanträge zu. Der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) der Universität Duisburg-Essen (UDE) erhöht deswegen das Budget des Härtefallausschusses um 20.000 Euro. 

26 Anträge in sechs Tagen, sonst seien es selbst im antragsstärksten Monat März nur rund 50 bis 60 Anträge, beschreibt Michel Breuer, der Vorsitzende des Härtefallausschusses, die Lage. „Dies zeigt eindeutig, wie sehr sich die finanzielle Situation von etlichen Studierenden in den letzten Wochen wegen Corona verschlechtert hat“, so Breuer. Seit einigen Jahren bietet der AStA Studierenden die Möglichkeit, den Mobilitätsbeitrag zu übernehmen oder zurückzuerstatten. Zumindest wenn eine „plötzliche, unvorhersehbare und unverschuldete finanzielle Notlage“ vorliegt. Dann haben Studierende die Möglichkeit einen Härtefallantrag zu stellen, über den  in einem Ausschuss entschieden wird. Der Mobilitätsbeitrag machte im letzten Sommersemester mit 208,38 Euro den größten Anteil am Sozial- und Studierendenschaftsbeitrag aus. 

Härtefallantrag

 

Aufgrund der Corona-Pandemie können Härtefallanträge aktuell nur postalisch eingereicht werden. Welche Unterlagen dazu nötig sind, wie so ein Antrag gestellt werden muss und welche Fristen eingehalten werden müssen, steht auf der Seite des Härtfallausschusses (https://www.asta-due.de/beratung/haertefallantrag/). Dort ist auch ein Musterschreiben zu finden.

208,38 Euro sind besonders in Krisenzeiten wie jetzt eine große finanzielle Belastung für Studierende. Diese haben aufgrund der Corona-Krise nicht nur mit dem Wegfall eines Nebenjobs zu kämpfen, sondern auch mit Anschaffungskosten für das digitale Semester, führt der AStA in einer Pressemitteilung aus: „Um überhaupt am Semester teilnehmen zu können, entstehen vielen Studierenden Mehrkosten durch die Anschaffung von Webcams, Laptops oder einem leistungsfähigeren Internetzugang.“ Dadurch gäbe es im Onlinesemester ungleiche Teilhabechancen für Studierende, die ohnehin mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen haben.

AStA stockt Budget auf

Weil der Härtefallausschuss aufgrund der Corona-Pandemie nicht tagen kann, bearbeitet Finanzreferent Pascal Winter gemeinsam mit dem Ausschussvorsitzenden Breuer die Anträge. „Wir kommen bisher mit der Antragsbearbeitung hinterher und können allen Antragsteller*innen zeitnah eine Rückmeldung geben. Trotzdem fühlen wir uns als AStA, genau wie unzählige Studierende, von der Bundesregierung allein gelassen und fordern vernünftige und nachhaltige Unterstützung für Studierende“, erklärt Breuer.
Aufgrund der steigenden Zahlen der Härtefallanträge hat sich der AStA dazu entschlossen, das Budget des Härtefallauschusses um 20.000 Euro aufzustocken. Dieses Geld war eigentlich für das jährliche Campusfest vorgesehen, das aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt werden musste. „Die Entscheidung das Campusfest abzusagen, fiel uns nicht leicht,“ betont Aylin Kilic, Vorsitzende des AStA: „Das dadurch freigewordene Geld kann vielen Studierenden eine punktuelle Hilfe sein.“

Kredite der Politik sind eine „Farce“

Mit der Erhöhung des Budgets springe man dort ein, wo die Bundesregierung versagt, so der AStA und bezeichnet die von der Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) bereitgestellten Kredite für Studierende als „Farce“. Die Kredite, die Karliczek in Aussicht gestellt

hatte, sind nur bis zum 31. März 2021 zinslos, zudem müssen sie nach in einem Zeitraum von 6 bis 23 Monaten zurückgezahlt werden. Das bedeute für eine Vielzahl von Studierenden, dass sie das Darlehen bereits im Laufe ihres Studiums zurückzahlen müssten, so der AStA. „Bereits jetzt sind viele Studierende, die neben dem Studium zur Deckung ihres Lebensunterhalts jobben müssen, einer starken Doppelbelastung ausgesetzt.“ Ein zusätzlicher Kredit würde diese Situation weiter verschärfen. Zudem kritisiert der AStA die Höhe des Darlehens: „Wie sollen von 650 Euro lebensnotwendigen Ausgaben für Miete, Lebensmittel sowie Krankenkassenbeiträge bezahlt werden können, wenn bereits ein WG-Zimmer im Durchschnitt 353 Euro kostet?“

Karliczek hatte „eine unbürokratische, schnelle und wirksame Unterstützung für die Studierenden“ versprochen. Ein Ziel, dass der AStA als verfehlt ansieht. Stattdessen würden die Studiendarlehen zu mehr Verschuldung und Studienabbrüchen führen. „Langfristig muss ein sozialer Rahmen geschaffen werden, damit finanziell benachteiligte Studierende in dieser Krise nicht auf der Strecke bleiben“, fordert AStA-Vorsitzender Max Wernicke. Der Staat müsse dort Unterstützung leisten, wo sie benötigt werde.
 

Corona-Blog: Was passiert an der UDE?

Auf unserem Blog versorgen wir euch mit aktuellen Informationen rund um die Corona-Krise an der UDE.
 

Senats- und Fakultätsratswahlen in den Dezember verschoben

Die Wahlen sind während der Pandemie eine große Herausforderung. Die Wahlbeteiligung könnte noch weiter sinken.
 

Corona-Hochschulverordnung: Das ändert sich an der UDE

Fehlversuche, Regelstudienzeit? So geht es jetzt an der UDE weiter.
 
Konversation wird geladen