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HOCHSCHULPOLITIK

AStA der UDE stimmt wieder über Anträge ab

Derzeit tagt der AStA nur online. So sah es vor Corona aus. 

[Archivfoto: Dennis Pesch]

15.06.2020 14:29 - Dennis Pesch

Das erste Mal seit dem Ausbruch der Corona-Krise Anfang März hat der  Allgemeiner Studierendenausschuss (AStA) der Universität Duisburg-Essen (UDE) bei seiner Sitzung am 2. Juni 2020 wieder über eine Reihe von Anträgen aus der Studierendenschaft abgestimmt. Die Initiativen Weitblick Duisburg-Essen, SCHLAU Duisburg, #sewforsolidarity und das Soziokulturelle Zentrum Stapeltor erhalten finanzielle Unterstützung.

Für eine Filmvorführung und ihre generelle Arbeit stellte UDE-Student Clemens Weggen im Namen der Initiative Weitblick Duisburg-Essen einen Antrag auf finanzielle Unterstützung von 369 Euro. Damit wollen Weggen und seine Mitstreiter*innen einen neuen Pavillon kaufen und die Filmlizenz von „Systemsprenger“ erwerben, ein deutscher Spielfilm von Nora Fingscheidt aus dem Jahr 2019. In dem Drama geht es um das 9-jährige Mädchen Benni, eine sogenannte „Systemsprengerin“. So werden Menschen im Bildungssystem, der Sozialen Arbeit oder mit psychischen Erkrankungen genannt, die nicht in das vorgegebene „Hilfe“-System passen.

Weitblick ist eine Studierendeninitiative, die sich an deutschen Hochschulen für globale Bildungsgerechtigkeit einsetzt und an der UDE einen Ableger hat. „Wir arbeiten mit Projekten in Marxloh und Senegal zusammen. Ein Teil unserer Arbeit ist Awareness zu schaffen und Spenden zu generieren“, erklärte Antragsteller Weggen auf der Sitzung. Demnach wird der Pavillon vor allem für Festivals benötigt, wo die Initiative um Spenden wirbt.

Diskussionen gab es anschließend um die Lizenz zum Film. In Duisburg und Essen gibt es jeweils Unikinos, die von Studierenden betrieben werden: „Die könnten den Film vielleicht auch günstiger bekommen“, wendete Christian Sydow (Linke Liste) vom Hochschulpolitik-Referat ein. Carlotta Behle (Grüne Hochschulgruppe) aus dem Kulturreferat erklärte daraufhin, dass es während der COVID-19-Pandemie weiterhin darum gehe, die Ausbreitung des Virus nicht zu fördern: „Falls die Veranstaltung nicht stattfinden kann, sollten die Gelder wieder freigegeben werden.“ Letztlich wurde der Antrag einstimmig durch die 14 AStA-Referent*innen angenommen.

Support für sexuelle Aufklärung an Schulen

Medine Yavuz von der Initiative SCHLAU Duisburg beantragte beim AStA 470 Euro für Workshop-Materialien zur Aufklärung über sexuelle Orientierungen an Schulen. Yavuz und ihre Kolleg*innen besuchen mit ihren Workshops Schulklassen, Sportvereine und Jugendgruppen in Duisburg. In den Workshops und Gesprächen sprechen sie mit Jugendlichen über „Diskriminierung, Zugehörigkeit und gesellschaftliche Vielfalt“, heißt es auf der Webseite des Vereins.

„Wir haben sehr gute Erfahrungen mit den Schüler*innen gemacht“, erklärte Yavuz in der Sitzung. Von der Stadt Duisburg seien ihnen jedoch Anfang 2020 die Fördergelder gestrichen worden: „Wir stehen kurz davor, das Projekt abbrechen zu müssen“, sagte die Antragstellerin und UDE-Studentin, die das Projekt seit einigen Jahren begleitet. Durch die fehlenden Fördergelder könnten Workshops nicht mehr durchgeführt werden. Anfragen gebe es von den Schulen trotzdem genug. Folglich wendete sich Yavuz an den AStA. Auch andere Spendenmöglichkeiten würden ausgelotet, um die Arbeit fortsetzen zu können.

 „Man sollte mal nachfragen, wieso die Fördergelder gestrichen wurden."

Gustav Berger (Grüne Hochschulgruppe) aus dem Ökologie-Referat zeigte sich erbost über die Streichung der Fördergelder: „Man sollte mal nachfragen, wieso die Fördergelder gestrichen wurden. Wir sollten Lobbyarbeit dafür machen, damit die wieder bewilligt werden“. Langfristig dürften studentische Gelder nicht die Gelder der Stadt ersetzen, erklärte er. Dem stimmte auch Yavuz zu. Carlotta Behle ergänzte: „Es ist Awareness-Arbeit, von der wir später profitieren werden, weil viele Duisburger Schüler*innen an die Uni kommen.“ Bei 13 Ja-Stimmen und 1 Enthaltung wurde der Antrag angenommen.

Schutzmasken für Geflüchtete

Zwei Anträge auf finanzielle Unterstützung gab es aus dem AStA selbst. Janina Albrecht aus dem Kulturreferat beantragte 50 Euro für Versandkosten, um sich an der Aktion #sewforsolidarity zu beteiligen. Unterstützer*innen von Geflüchteten nähen Masken, um sie auf die griechischen Inseln zu schicken, auf denen seit Monaten tausende Geflüchtete ohne Schutz vor der Pandemie ausharren müssen: „Weltweit wird von uns erwartet, Abstand zu halten und uns mit Masken zu schützen. Während die Masken bei uns weitestgehend verfügbar sind, werden sie von den ca. 42.000 Menschen in den Geflüchtetencamps dringend benötigt“, erklärte Albrecht im Antrag, der einstimmig von den AStA-Referent*innen angenommen wurde.

500 Euro beantragte der AStA-Vorsitzende Max Wernicke für eine politische Social-Media-Kampagne des Soziokulturellen Zentrums „Stapeltor“ in Duisburg, das seit dem 15. Juni auch offiziell von der Stadt unterstützt wird. Kurz vor der entscheidenden Ratssitzung veranstaltete das Team des Stapeltor noch einen Stream mit Redebeiträgen und DJ-Sets. Außerdem sprachen sich dutzende Menschen und Prominente aus dem Duisburger Kulturbereich in Share-Pics für die städtische Finanzierung eines Soziokulturellen Zentrums aus. Auch hier beschloss der AStA einstimmig eine Bewilligung.
 

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