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HOCHSCHULPOLITIK

Animal-Pay-Gap liegt bei 100 Prozent

Makaken: Nicht nur vom Aussterben bedroht, auch auf dem Arbeitsmarkt sieht es nicht gut für sie aus. (Foto: Willard/flickr.com, CC BY-NC-ND 2.0)

27.09.2017 09:27 - Sarah Dannehl



Ein Kommentar von Sarah Dannehl

Ein kurioser Rechtsstreit geht zu Ende. Die Tierschutzorganisation PETA und der britische Fotograf David J. Slater einigten sich außergerichtlich über das Affen-Selfie. Die Geschichte: Slater reiste 2011 durch Indonesien, als sich der Makake Naruto auf der Insel Sulawesi seine Kamera schnappte und schnell noch ein cooles Selfie schoss. Das Bild ging um die Welt, Slater ging leer aus. PETA forderte das Urheberrecht für Naruto. Zu Recht? In Zukunft gehen 25 Prozent der Einnahmen aus dem Selfie an wohltätige Einrichtungen, die sich für den Artenschutz der Makaken einsetzen – die übrigen 75 Prozent darf der Fotograf behalten.

Zu lange schon liegt der Animal-Pay-Gap bei 100 Prozent. Einzig Jan Böhmermann kämpfte zuvor für die Rechte der Affen und trug fünf Schimpansen aus dem Gelsenkirchener Zoo für den Song „Menschen, Leben, Tanzen, Welt“ bei der GEMA ein. Naruto und viele andere Tiere bleiben jedoch trotz künstlerischem Einsatz unbezahlt. Dabei sollte klar sein, dass Naruto aus Hunger und Leid handelte – sich einen Jahresvorrat Bananen verdienen wollte. Stattdessen muss er den geringen Verdienst nun mit seinen Artgenoss*innen teilen und sich von Menschen vorschreiben lassen, wie die Auszahlung auszusehen hat.



Die ohnehin wenigen Tiere, die sich in der Fotografie-Branche betätigen, werden weiter benachteiligt. Für einen Affen scheint kein Platz in einer humanen Gesellschaft, zumindest nicht mit denselben Rechtsansprüchen wie von denen von Menschen. Wäre eine Tier-Quote die Lösung?

Warum meint PETA überhaupt zu wissen, dass das Urheberrecht im Interesse Narutos liegt und eine Anklage in seinem Namen stellen zu müssen? Woher weiß PETA, was der Affe sagen wollte? Laut der Organisation handelte Naruto mit Absicht. Aber dafür müsste er wissen, was eine Kamera ist und wie sie funktioniert. Vielleicht wollte der Makake auch einfach nur Slater imitieren – war neugierig was das Wesen ihm gegenüber die ganze Zeit macht.Ist das schon cultural appropriation, also die Aneignung einer fremden Kultur?

Aber seien wir mal ehrlich: Wenn PETA wirklich im Interesse des Affen gehandelt hätte, hätten sie ihm einen Instagram-Account eingerichtet, damit er seinem Drang zur Selbstdarstellung auf einer passenden Bühne nachgehen und sich seinen Traum vom Influencer-Leben erfüllen könnte.

Kriege ohne Ende

Vergangene Woche wurde in Berlin das Friedensgutachten vorgestellt, das INEF der UDE war federführend beteiligt.
 

Raum der Stille: Streit um rituelle Handlungen

 

Ein Fünftel des AStA-Etats ist schon weg

Wenn es um Pünktlichkeit geht, könnte der AStA der Deutschen Bahn ernsthafte Konkurrenz machen. Mit rund 30 Minuten Verspätung tagte die Studierendenvertretung aus Grüner Hochschulgruppe (GHG), Juso Hochschulgruppe (Jusos) und Linker Liste (LiLi) am Dienstag, 17. April, in Duisburg. Etwas schneller als sonst sollte es gehen, auf ausschweifende oder wiederholende Aussagen sollte man in Zukunft verzichten, betont Vorsitzende Carlotta Kühnemann (LiLi) mit Nachdruck. Zu diskutieren gab es Einiges: Im Fokus standen verschiedene Anträge zu Veranstaltungen, die der AStA mit einer Ausnahme allesamt annahm. Eine Bewilligung von 4.855 Euro versprach er allein in der ersten Sitzung des Haushaltsjahres. Innerhalb eines Jahres hat der AStA für Anträge von Gästen ein Gesamtetat von 25.000 Euro zu Verfügung. Das jetzt bereits fast ein Fünftel dessen verteilt wird, sei kein Problem, meint Co-Vorsitzender Marcus Lamprecht (GHG). Auf anderen Sitzungen würden weniger Anträge eingereicht, sodass sich die Ausgaben ausgleichen würden.
 
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