Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

HOCHSCHULPOLITIK

Kein Ticket mehr auf der Chipkarte

Carlotta Kühnemann ist die AStA-Vorsitzende. (Das Foto ist aus Kühnemanns privater Hand und wurde nicht im Zuge des Interviews angefertigt.)

03.09.2018 11:25 - Dennis Pesch

Zum Beginn des Wintersemesters wird es das Semesterticket ausschließlich als QR-Code auf der MyUDEApp oder als PDF-Ausdruck geben. Warum es wahrscheinlich kein Zurück zum Semesterticket auf der Chipkarte des Studierendenausweises gibt und worauf ihr beim Verwenden des Tickets achten solltet, hat akduell-Redakteur Dennis Pesch die AStA-Vorsitzende (AStA) Carlotta „Lotti“ Kühnemann (Linke Liste) gefragt.

ak[due]ll: Ab Oktober werden die Studierenden nicht mehr in den Genuss kommen, das Semesterticket auf dem Studiausweis zu haben. Wie kam es dazu?

Lotti: Ich war die erste Generation, die kein Ticket mehr auf dem Studiausweis hatte (Anm. d Red.: Wintersemester 2016/17). Der Übergang auf die App wurde ohne unsere Einwilligung beschlossen, obwohl wir Vertragspartner der Verkehrsbetriebe Ruhrbahn und DVG (Anm. d. Red.: Duisburger Verkehrsgesellschaft) sind. In den Gesprächen mit dem Einschreibewesen und den Verkehrsbetrieben haben wir immer wieder deutlich gemacht, dass wir die App-Variante ablehnen. Vom Einschreibewesen haben wir da aber keine Unterstützung erhalten. Im Gegenteil: Wir mussten gegen das Einschreibewesen und unsere Vertragspartner argumentieren. Unsere Interessen werden nicht gleichberechtigt berücksichtigt. Es ist so, als würden meine Eltern meine Wohnung für mich kündigen, obwohl ich erwachsen bin und das nicht möchte.

ak[due]ll: Gibt es denn kein Zurück mehr zur Chipkarte?

Lotti: Uns haben die Verkehrsbetriebe nur gesagt, dass das einfach nicht möglich sei. Also haben wir uns vor allem darauf konzentriert, dass die App besser funktioniert. Was wir auch durchgesetzt haben, ist dass die Daten der Studierenden besser geschützt werden. Die Studierenden müssen das Ticket derzeit über den VRR-Ticketshop runterladen. Da werden dann auch alle unsere Daten an den VRR weitergegeben. Das wird sich bald ändern, leider noch nicht zum Wintersemester. Die Studierenden müssen das Ticket dann nicht mehr über den VRR-Shop ‚kaufen‘, sondern beziehen es über die MyUDE-App.

ak[due]ll: Warum verhandelt ihr keinen neuen Vertrag mit den Verkehrsbetrieben?

Lotti: Wenn wir sagen würden, dass wir nur Vertragspartner bleiben, wenn es das Ticket auf der Chipkarte gibt, dann würde es wohl darauf hinauslaufen, dass es überhaupt kein Semesterticket mehr gibt. Es ist ja nicht nur unser Semesterticket, das über die App laufen soll – sondern alle Tickets. Das sieht man auch bei der Deutschen Bahn. Der VRR testet auch gerade, dass auf Distanz bezahlt und per GPS geschaut wird, wo man ein- und aussteigt.

ak[due]ll: Auf was müssen die Studierenden nun achten, wenn sie das Ticket nur noch über die App in Anspruch nehmen können?

Lotti: Also ich würde immer den PDF-Ausdruck vom aktuellen Semester dabei haben. Bei einem gesprungenen Bildschirm funktioniert das Ticket zum Beispiel nicht. Auf jeden Fall sollte man auch ein Ausweisdokument dabei haben, weil das Semesterticket nur in Kombination damit gültig ist. Zudem muss bei Fahrtantritt sicher gestellt sein, dass das Ticket geöffnet werden kann. Wer es bei einer Kontrolle erst runter lädt, hatte dann vorher quasi kein Ticket, wäre also schwarz gefahren. In der MyUDE-App ist das Ticket auch eingebaut. Unten links ist ein Pfeil, auf den man klicken muss und dann öffnet sich das Ticket. Sollte es Probleme geben, dann können sich die Studierenden an uns wenden. Dafür haben wurde auch eine E-Mail Adresse eingerichtet (Anm. d. Red.: semesterticket@asta-due.de). Das hilft uns, Probleme aufzuzeigen, damit wir das in die weiteren Gespräche einbringen können.

ak[due]ll: Ihr habt angekündigt eine Einzelklage von Studierenden unterstützen zu wollen, falls es dazu kommt. Ist das noch aktuell?

Lotti: Wir hätten so eine Klage unterstützt. Das ist aber nicht mehr möglich, weil die Einschreibeordnung der UDE geändert wurde, sodass nun das Ticket auch als App-Variante von der Uni akzeptiert wird. Vorher stand dort nur die Version auf der Chipkarte des Studiausweis. Das wäre dann auch eine Klagegrundlage gewesen. Die wurde aber entzogen, seit die Einschreibeordnung beide Möglichkeiten offen lässt.

ak[due]ll: Es gab für UDE-Verhältnisse schon relativ viele Proteste gegen den Wechsel auf die App. Warum aber gab es keine Demonstration?

Lotti: Wir hatten nicht das Gefühl, dass eine Demo vielversprechend ist. Es gab die Unterschriftensammlung. Die wurde in der Argumentation vom Einschreibewesen aber als Negativbeispiel angeführt – nach dem Motto, weil sich nur über 2.000 Studierende dagegen ausgesprochen haben, fänden das alle anderen gut. Und als wir die Gespräche mit den Verkehrsbetrieben und dem Einschreibewesen begonnen haben, war der Drops auch eigentlich schon gelutscht. Wir hätten aber auch besser in die Studierendenschaft hinein kommunizieren können, dass da nicht mehr viel zu machen ist.

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