Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

GESELLSCHAFT

Wenn man sich wie im falschen Vortrag fühlt

„Propaganda und Uninformiertheit“ waren Vorwürfe, die promovierte Iranistin Golrang Khadivi am vergangenen Mittwoch, 24. Januar, nach ihrem Vortrag über „Frauen*rechte im Iran“ zu hören bekam. Dieser fand im Rahmen des Jahresprojekts „Fluchtursachen“ der Medizinischen Flüchtlingshilfe Bochum e.V. (mfh) im Bahnhof Langendreer statt. Nicht nur die Zuhörer*innen waren irritiert.
 

Im Dialog mit Rassist*innen?

Nachdem an der Ruhr-Universität Bochum (RUB) massig Aufkleber und Flyer der neurechten Identitären Bewegung (IB) aufgetaucht waren, kam es zum hochschulpolitischen Eklat. Der kommissarische AStA-Vorsitzende Simon Lambertz, Liste der Naturwissenschaftler und Ingenieure, (NAWI) würde mit den Rassist*innen das Gespräch suchen. Dafür bekam er harsche Kritik.
 

Zurück nach Afghanistan - und dann?

Am Dienstag, 23. Januar, fand die neunte Sammelabschiebung nach Afghanistan statt, zum zweiten Mal vom Düsseldorfer Flughafen aus. Etwa 300 Personen demonstrierten dort ab 17 Uhr dagegen: Das Flugzeug hob trotzdem ab. Der Bundesregierung zufolge kamen letztlich 19 Personen in Kabul an – betitelt als „Straftäter, Gefährder und Identitätsverweigerer“. Vergangene Woche erlebte Afghanistan zwei Anschläge, die Sicherheitslage und die wirtschaftliche Situation machen den Ankommenden das Sichern ihrer Existenz kaum möglich – der Protest gegen die Rückführungen nach Afghanistan geht weiter.
 

17 Jahre ohne Lohnerhöhung

Die studentischen Hilfskräfte (SHKs) der Berliner Hochschulen legten vom 23. bis zum 25. Januar mit einem Warnstreik ihre Arbeit nieder. Etwa 1.000 studentische Beschäftigte beteiligten sich im Anschluss an einem Demonstrationszug zur Technischen Universität Berlin. Sie kämpfen für einen besseren Tarifvertrag.
 

Afrin: Nicht nur ein kurdischer Kampf

Seit über einer Woche führt das türkische Militär mit der Freien Syrischen Armee (FSA) einen Angriffskrieg auf die Enklave Afrin in Nordsyrien durch. Afrin liegt in Rojava, ein größtenteils von Kurd*innen selbstverwaltetes Autonomie-Projekt, das dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan ein Dorn im Auge ist. Eine unrühmliche Rolle spielt die Bundesregierung, die wegen ihrer wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zur Türkei die Kurd*innen in Deutschland kriminalisiert. Das trifft auch Studierende der Universität Duisburg-Essen (UDE).
 

Stoffels stumme Steinkohlezechen

2018 schließen mit den Bergwerken Prosper-Haniel in Bottrop und der Zeche Ibbenbüren die letzte Steinkohlezechen in der Bundesrepublik. Was für Umweltbewusste und Klimaschützer*innen ein Grund zur Freude ist, nehmen die Kulturbetriebe des Ruhrgebietes zum Anlass für einen Blick zurück auf die industrielle Vergangenheit. Am Sonntag, 21. Januar, wurde im Zuge der Reihe „Glückauf Zukunft!“ die Ausstellung „Josef Stoffels. Steinkohlenzechen-Fotografien aus dem Ruhrgebiet“ eröffnet. Zu sehen sind über 400 teilweise unveröffentlichte Fotografien von einem kommerziellen Fotograf, der als Amateur anfing und erst gegen Ende seiner Karriere seine Meisterprüfung ablegte.
 

Freie Bahn für fiese Vermieter*innen

Ärger zwischen Mieter*innen und Vermieter*innen ist kein neues Thema; der Vermietende ist nicht erreichbar, Mängel werden erst nach Wochen beseitigt oder die Arbeit wird ganz einfach auf den Mietenden abgewälzt. Viele Studierende sehen sich besonders oft mit solchen Problemen konfrontiert. Nur wenige unter ihnen sind Mitglied beim Mieterschutz und ihre Unerfahrenheit wird oft ausgenutzt. Woran das liegt und wie man sich dagegen zur Wehr setzen kann, erklären die Mietergemeinschaft Essen e.V und der Mieterschutz im Revier.
 

"Lehrkräfte sollen vermitteln, was sie selbst nicht können"

Am Institut für Germanistik der Universität Duisburg-Essen (UDE) ist man besorgt: Nicht wenige Lehramtsstudierende im Fach Deutsch haben große Probleme im Bereich der Rechtschreibung und Grammatik – und stehen bald vor Schulklassen, um genau diese Stoffe zu vermitteln. An der UDE gibt es Institutionen, die den betroffenen Studierenden Hilfe anbieten.
 

Die Feindseligkeit in der Normalität

Ausgerichtet von der Jugendhilfe und Berufshilfe Essen, der Volkshochschule Essen (VHS) und der Universität Duisburg-Essen im Rahmen einer Ringvorlesung der Sozialen Arbeit fand am Dienstag, 9. Januar, in der VHS ein Vortrag zum Phänomen der Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit (GMF) statt. Referent Wilhelm Heitmeyer, Soziologe an der Universität Bielefeld, forscht seit mehr als 30 Jahren zu Rechtsextremismus, Konflikten und Gewalt – im Verlauf der Veranstaltung verstrickte sich der renommierte Forscher jedoch in Widersprüche.
 

Aggressionstrigger: studentische Pendler*innen

Vergangenen Montag, 8. Januar, teilte die Universität Duisburg-Essen auf Facebook einen Kommentar mit dem Titel <a href="https://www.derwesten.de/staedte/essen/uni-duisburg-essen-warum-deine-argumente-fuers-pendeln-bullshit-sind-id211964175.html">„Warum mich studentische Pendler aggressiv machen“</a> von Jana Gilfert, Volontärin bei der Westen. Die Argumente der Pendler*innen seien laut Gilfert „absoluter Bullshit“. Ist das so? Unter vielen Studierenden sorgte ihre Meinung für Unmut.
 

Alltagsrassismus im Fitnessstudio?

Begründet durch die Präsentation religiöser Symbolik werden Kopftuchträgerinnen immer wieder von Sportangeboten ausgegrenzt. Jüngst hat der Duisburger Verein BSF Hamborn 07 einer Mutter mit Kopftuch den Zutritt verboten, als sie ihre Kinder für einen Tanzkurs anmelden wollte. Wie konsequent die Studiobesitzer*innen das Neutralitätsgebot ihrer Satzung – auf das sie sich in diesem Fall berufen – wirklich umsetzen, hat akduell für euch verdeckt getestet.
 

Habe Mut, spende Blut!

Eher schleppend läuft derzeit die Blutsbande-Aktion der Blutspendezentrale des Universitätsklinikum (UK) Essen , höchtens acht Studierende spenden am Tag ihr Blut. Bis Montag, 29. Januar sollen noch 300 Blutspenden erreicht werden. Dafür winken eine Aufwandsentschädigung von 20 Euro und bei Erfolg der Aktion 2.000 Euro Preisgeld für die Fachschaftenkonferenz. Bis dahin stehen jeden Montag Helfer*innen des UK am Campus Essen bereit, um Blutspenden entgegen zu nehmen.