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GESELLSCHAFT

Beziehungsweise

Zwischen Monogamie und Filmküssen

 

30.06.2020 11:44 - Laura Lindemann

Paula und Tom führen eine monogame Beziehung. Hier und da kommt es jedoch vor, dass Paula einen anderen Mann küsst. Denn sie arbeitet als Schauspielerin. Wie sich das auf ihre Beziehung auswirkt, erzählen sie der akduell.

 „In den Momenten, in denen ich einen fremden Menschen küsse, bin ich eine andere Figur“, beschreibt Paula. „Dann empfinde ich nur das, was in der Regieanweisung steht.“ Die 22-Jährige macht eine Ausbildung zur Theater- und Filmschauspielerin. Ihr gefällt es, ihre Filmpartner zu küssen, weil es sich in dem Moment für sie als Figur echt anfühlt. In der Ausbildung lernt sie, während des Spielens auf Gefühle zurückgreifen zu können.

Mein „Nein“ reicht aus

Unsere Redakteurin ärgert sich, dass viele Personen erst von einem ablassen, wenn man vorgibt, in einer Beziehung zu sein.
 

Auch auf Verliebtheitsgefühle. „Es ist natürlich aufregend, weil ich in einer monogamen Beziehung lebe, aber sobald die Szene vorbei ist, ist mein Gefühl, das ich in meiner Rolle für jemanden empfinde, sofort weg. Es ist wie ein On-off-Schalter, den man dann drückt.“ Ein schlechtes Gewissen ihrem Freund gegenüber hat sie deshalb nicht. „Tom weiß immer, wen ich küsse, das erzähle ich ihm vorher. Wenn er es nicht wüsste, wäre mir das unangenehm.“

Die beiden sind seit drei Jahren ein Paar. Wie ist das für einen, den*die Partner*in beim Küssen mit jemand anderem auf der Bühne zu sehen? „Mir geht es damit nicht so gut, ich fühle mich mit dem Gedanken nicht wohl“, sagt Tom. „Für mich persönlich ist Küssen sehr intim und etwas, das man nur mit dem Partner macht.“ Dennoch hat er großes Vertrauen in seine Freundin und versucht, zwischen Realität und Theater zu unterscheiden. „Ich merke, dass sie zu 1000 Prozent in ihrer Rolle ist, und ich weiß, dass Paula alles für das Theater machen würde, weil es ihr Leben ist.“

Offenheit und Ehrlichkeit

Weiter als jemanden zu küssen, musste Paula beim Schauspiel noch nicht gehen. Für sie gibt es aber keine Grenzen. „Das finde ich gerade so spannend am Schauspiel, weil ich Sachen mache, die ich in meinem normalen Leben nie erfahren würde.“ Dessen ist sich ihr Freund nun bewusst. Bevor beide zusammengekommen sind, hat er sich keine Gedanken darüber gemacht.

„Ich kann mir vorstellen, dass wir bei diesem Thema nicht immer auf einen Nenner kommen werden“, so Tom. „Und wenn mich etwas zu sehr stören würde, dann ist es wichtig, das offen und ehrlich anzusprechen.“ Angst, dass sie als Schauspielerin durch die Kussszenen schnell Gefühle für eine andere Person entwickeln könnte, hat Paula nicht. „Wenn es passiert, dann ist es eben so. So etwas kann man nie ausschließen, weil man ja viel Zeit mit der Person verbringt. Das kann aber überall passieren.“ 

Das Wichtigste in ihrer Beziehung sind Kommunikation, Vertrauen und Dankbarkeit. Denn Paula sagt auch: „Ich weiß es so sehr zu schätzen, mit Tom zusammen zu sein, weil sich das Küssen mit keinem so schön anfühlt wie mit ihm.“

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