Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

GESELLSCHAFT

Wie starte ich eine Band?

Bis ihr vor einem Publikum spielt, ist es ein weiter Weg. [Foto: privat]

12.01.2022 08:47 - Selome Abdulaziz

Ihr habt gerade ein neues Instrument gelernt und wollt euch im jammen mit anderen Musiker:innen ausprobieren? Oder ihr klimpert schon ewig zuhause vor euch hin und wollt raus auf die Bühne? Dann ist eine Band vielleicht das Richtige für euch. 

Wir lieben uns und andere - Polyamorie im Portrait

Von Selome Abdulaziz in Schwerpunkt
 

Eine Band mit einem Mitglied ist keine richtige Band. Das heißt: Zuerst braucht ihr Mitstreiter:innen, die mit euch die Leidenschaft für Musik teilen. Ihr könnt dafür eure Familienmitglieder, Freund:innen oder Arbeitskolleg:innen fragen, ob sie Menschen kennen, die ein Instrument spielen. Wenn ihr auf diesem Weg keinen Erfolg haben solltet, könnt ihr es bei Jam Sessions probieren. Hier findet ihr eine Liste mit Orten im Ruhrgebiet. Bei einer Jam Session kann man einfach auf die Bühne und mit anderen zusammen improvisieren. Wenn es vibet, könnt ihr die Person fragen, ob sie weiter mit euch musizieren möchte. Allerdings kann das für Anfänger:innen einschüchternd sein. Dann ist das Internet vielleicht der richtige Ort für euch. In Facebook Gruppen wie „Musiker / Band sucht (NRW)“ oder in Internet-Foren könnt ihr Gesuche aufgeben und auf Anzeigen von Bands antworten, die nach neuen Mitgliedern suchen. Wenn ihr es lieber Old School mögt, könnt ihr auch in Musikschulen, an eurer Uni oder im Rewe um die Ecke ein ausgedrucktes Gesuch an ein schwarzes Brett heften. Egal ob online oder analog, versucht möglichst spezifisch zu sein: Welche Instrumente sollen es sein, welche Art von Musik schwebt euch vor und wo genau sucht ihr? 

Wenn ihr Leute gefunden habt, mit denen es musikalisch und persönlich passt, braucht ihr noch einen Ort zum Proben. Wenn ihr keinen Keller oder Schuppen zur Verfügung habt, müsst ihr einen Proberaum suchen, zum Beispiel über eBay Kleinanzeigen. Jetzt solltet ihr euch überlegen, in welche Richtung ihr gehen möchtet. Covern oder eigene Songs? Englische oder deutsche Texte? Punk, Metal oder doch lieber Chamber Pop? Als Cover-Band hat man mehr Möglichkeiten, Geld zu verdienen, da ihr eher für Geburtstage oder Hochzeiten gebucht werdet. Andererseits seid ihr weniger frei und müsst das spielen, was die Gastgeber:innen hören möchten. Natürlich könnt ihr auch einen Mix machen und sowohl eigene Songs als auch Cover spielen. Das Schreiben von Songs wirkt auf den ersten Blick wie eine große Herausforderung, aber wenn ihr bei den Proben gemeinsam jammt, entstehen vielleicht erste Ideen, an denen ihr tüfteln könnt. 

Vom Proberaum auf die Bühne

Ihr habt jetzt erste Songs geschrieben, eine Setlist erstellt und fleißig geprobt, fehlt nur noch ein Name. Das ist vielleicht der schwierigste Part, denn es gibt unzählige Möglichkeiten: ein Misch aus euren Namen (AnnenMayKantereit), ein Gegenstand (The Doors) oder kompletter Nonsens (Hoobastank). Als Kriterium könntet ihr darauf achten, welche Assoziationen der Name weckt. Ein Name wie Demon klingt eher nach Metal als nach Schlager-Truppe. Es gibt aber auch Bands, die damit spielen: The Killers machen keinen Death Metal, sondern seichten Indie Rock. Probiert verschiedene Namen aus, sprecht mit Freund:innen darüber und stellt euch vor, eure Band ist Headliner eines Festivals und ihr seht den Namen auf einem Plakat. Wenn ihr mit dieser Vorstellung zufrieden seid, habt ihr den passenden Namen gefunden. Passt nur auf, dass es den Namen nicht schon gibt.

UDE: Ein Ort für offenes Denken

Von Lena Janßen in Schwerpunkt
 

Um dem Ziel Festival-Headliner näher zu kommen, braucht ihr Live-Erfahrung. Die einfachste Möglichkeit, an Auftritte zu kommen sind Open Stage-Events. Diese ähneln den Jam Sessions, allerdings kann man dort auch mit einer Band eingeübte Songs spielen. Meistens hat jeder Act 10 bis 20 Minuten Zeit. Vielleicht sind auch Bandwettbewerbe interessant für euch. Dort bekommt ihr die Möglichkeit, euch auf der Bühne auszuprobieren und könnt Preise wie Studioaufnahmen gewinnen. Im Ruhrgebiet gibt es zum Beispiel den Wettbewerb „Campus Ruhrcomer“ für studentische Bands.

Wenn ihr in einem Club oder bei einem Stadtfest auftreten wollt, braucht ihr Hörproben von eurer Musik. Wie ihr Songs selbst aufnehmen könnt, erfahrt ihr hier. Eine Möglichkeit ins Studio zu gehen, ohne viel Geld ausgeben zu müssen, sind Förderungen. Bei Create Music NRW könnt ihr Projekte wie einen Musikvideodreh, eine Studioaufnahme oder ein Konzert fördern lassen. Jetzt fehlen nur noch ein Pressetext und gute Fotos eurer Band, um Bewerbungen an Booker:innen zu versenden. Schaut euch die Webseiten von euren Lieblingsbands an, um euch inspirieren zu lassen. Auch ein Social Media Auftritt ist heutzutage wichtig, hier könnt ihr zum Beispiel Clips von eurer Musik teilen, um neue Fans zu gewinnen.

Sampling „La Planete Sauvage“

So konnte einem längst vergessenen Filmkomponisten aus den 1970ern neues Leben eingehaucht werden.
 

Afrozensus: Die Erfahrungen von Schwarzen Menschen in Deutschland

Der Afrozensus ist ein Projekt, das die Lebensrealität von Schwarzen Menschen abbilden möchte. Hier lest ihr die wichtigsten Aspekte.
 

4 deutschsprachige Indie-Alben: Die besten Veröffentlichungen aus 2021

Wir haben uns für euch durch neue Indie Alben des Jahres durchgehört und stellen euch die Highlights vor.
 
Konversation wird geladen