Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

GESELLSCHAFT

Was wollen wir trinken – Wasserknappheit in Duisburg?

Wasserspender: Die Retter eines heißen Sommertages

[Symbolfoto: Sophie Schädel

07.10.2019 12:38 - Sophie Schädel

Mitten im Hochsommer kam die Nachricht: In Deutschland herrscht an vielen Orten Wasserknappheit. Auch in NRW warnten mehrere Gemeinden ihre Bürger*innen und riefen zum Wassersparen auf. Unter ihnen waren Städte im Kreis Herford und bei Minden. Der heiße Sommer ist vorbei und die Sparmaßnahmen haben zu einer leichten Erholung des Wasserbestands geführt. Aber eine Frage bleibt: Könnte es auch im Ruhrgebiet zu Wasserknappheit kommen? Wir haben in Duisburg nachgefragt.

Bis zu 1.000 Euro konnte es in Löhne, Bad Oeynhausen, Hüllhorst und Hille kosten, wenn das Ordnungsamt während der heißen Monate jemanden dabei erwischte, mit Trinkwasser den Rasen zu sprengen, einen Pool zu füllen oder das Auto zu waschen. In Duisburg gab es solche Nachrichten nicht. Thomas Kehler, Pressesprecher der Duisburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (DVV), hat uns den aktuellen Stand der lokalen Wasserversorgung erklärt.

Wie funktioniert die Wasserversorgung?

Die Stadtwerke Duisburg versorgen in Duisburg etwa 250.000 Haushalte mit Trinkwasser. Gewonnen wird das Wasser in zwei eigenen Wasserwerken, die sich in Düsseldorf-Wittlaer und -Bockum befinden. Dabei wird Grundwasser über Brunnen gefördert, gefiltert, aufbereitet und anschließend als Trinkwasser in Lebensmittelqualität in das Duisburger Versorgungsnetz eingespeist. Zusätzlich  bezieht das Unternehmen Trinkwasser über eine Pipeline aus dem Halterner Stausee im Kreis Recklinghausen.

„Pro Jahr versorgen die Stadtwerke Duisburg ihre Kunden in Duisburg mit über 30 Milliarden Liter Trinkwasser. Auch im Dürresommer 2018 konnten wir unsere Kunden problemlos, auch bei Verbrauchsspitzen, mit genügend Trinkwasser versorgen.“ Auch dieses Jahr habe man keine besonderen Maßnahmen wegen Wasserknappheit treffen müssen, so Kehler weiter.
Ob private Haushalte sparsam mit ihrem Wasser umgehen, hat einen großen Einfluss auf die Reserven: Laut DVV verbrauchen Privathaushalte und Kleingewerbe rund 85 Prozent des Duisburger Trinkwassers, Industrie und sonstige Großabnehmer wie beispielsweise Krankenhäuser nur um die 15 Prozent.  

Bis 2040 keine Einschränkungen

Aber wird Duisburg auch in Zukunft genug Wasser haben? „Bei der Trinkwassergewinnung aus Uferfiltrat könnten längere trockene Phasen zu geringfügigen Einschränkungen führen“, erklärt Kehler. Uferfiltrat ist Wasser, das Pumpen direkt aus Oberflächenwasser wie Seen oder Flüssen gewinnen. Einzelne dieser Pumpen könnten dann trockenlaufen. Dafür habe man aber Ersatzwasser im Vorrat.
„Insgesamt ist bei uns bis 2040 nicht mit Einschränkungen der Trinkwassergewinnung durch den Klimawandel zu rechnen.

Denn in den Wassergewinnungsgebieten entlang des Rheins ist mit überwiegend steigenden Grundwasserneubildungsraten und einem durchweg steigenden Gesamtabfluss zu rechnen“, beruhigt Kehler.
Kehler blickt darum trotz Erderwärmung optimistisch in die Zukunft: „Eine Sicherstellung der Wasserversorgung von Duisburg ist voraussichtlich auch in Zukunft ohne Einschränkungen möglich. Eine Reduzierung der Wasserabgabe auf den Notfallverbrauch ist demnach nicht erforderlich.“ Man beobachte die Auswirkungen des Klimawandels aber genau, um falls erforderlich schnell reagieren zu können, so der Pressesprecher.

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