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GESELLSCHAFT

Warum Sex mit einem Umschnalldildo geil sein kann

Auch viele heterosexuelle Männer stehen auf Penetration mit einem Umschnalldildo. [Foto: Julia Segantini]

27.05.2019 11:23 - Redaktion

Teil 5 der Unisex-Kolumne: Was ist Pegging? Wir haben uns von einer nicht-binären Person erklären lassen, was es damit auf sich hat und nachgefragt, warum es lustvoll sein kann, Sex zu haben, ohne dabei direkt körperlich stimuliert zu werden.

Beim Pegging benutzt eine Person einen Umschnalldildo, um eine andere Person zu penetrieren. „Die penetrierte Person ist dabei generell ein Mann. Das typische Beispiel ist: Hetero-Paar, Frau schnallt sich einen Dildo um und fickt den Mann. Bei Lesben gehört es aber auch häufig zum Sex dazu“, erklärt Lou*. Sie* ist eine nicht-binäre Person und hat diese Praktik für sich entdeckt.

Warum sie* gerne peggt, hängt bei Lou mit ihrem Gender zusammen. „Ich identifiziere mich als trans-maskuliner Mensch“, sagt sie*. Das heißt, sie* identifiziert sich zu einem gewissen Grad mit Männlichkeit, zum Beispiel darin, wie sie* ihr* Leben lebt, ihren Körper empfindet und Sex hat. „Aus irgendeinem Grund finde ich es sehr toll, einen Penis zu haben und das nachzuahmen, kann sich für mich sehr gut anfühlen und auch sehr bestätigend in meiner Identität sein“, erklärt sie*.

Dass sie* bei der Penetration körperlich nichts spüren kann, stört sie* nicht. „Genau daran merkt man, wie viel sich von dem sexuellen Reiz im Kopf abspielt“, betont sie*. Lust hängt für sie* deshalb nicht zwangsläufig mit körperlicher Stimulierung zusammen. „Wenn ich einen Umschnalldildo trage, bekomme ich auch einen „geblasen“. Was mir ja körperlich gar nichts bringt, aber das ist so geil. Das ist richtig unglaublich, ich kann das gar nicht beschreiben. Das ist, als würde ich da etwas spüren“, beschreibt sie*. Deshalb stört es sie* nicht im geringsten, dass es bei ihr nicht zum Höhepunkt kommt. Wichtiger ist ihr* der Reiz, die andere Person zum Orgasmus zu bringen.

„Genau daran merkt man, wie viel sich von dem sexuellen Reiz im Kopf abspielt“

Da Ganze sei auch ein Machtspiel, da die penetrierende Person sich der anderen Person gegenüber dominierend verhalte. „Ich habe total den klaren Kopf während der Sache und die andere Person ist mir richtig ausgeliefert, aber auf eine lustvolle Art, das finde ich ganz geil“, schildert sie*.

Ihre Pegging-Partner seien größtenteils heterosexuell gewesen. „Ich denke, wenn da nicht so ein Stigma drum wäre, würden das auch mehr machen“, vermutet sie*. „Ich denke, es kann Männern zeigen, was sie sexuell für Möglichkeiten haben. Viele denken nur an vaginale Penetration, auch, weil sie nicht als schwul gesehen werden wollen. Was gar keinen Sinn macht, weil eine Prostata haben ja alle und deswegen fühlt es sich ja gut an“, meint sie*.

*Name von der Redaktion geändert

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