Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

GESELLSCHAFT

Warum mehr Menschen verantwortungsvoll Drogen nehmen sollten

Dieses Bild wurde akduell von verantwortungsvollen

Konsument*innen zur Verfügung gestellt. (Symbolbild: anonym)

26.02.2019 15:41 ​​​​​- [anonym]

Der Konsum illegaler Drogen wird in Deutschland oft verurteilt. Dabei sterben jährlich weitaus mehr Menschen an den Folgen von regelmäßigem Alkohol- und Tabakkonsum. Ein Plädoyer für mehr Aufklärung.

Ob LSD, MDMA oder Speed – der Erwerb, Besitz und Verkauf illegaler Drogen ist in Deutschland durch das Betäubungsmittelgesetz verboten, weil sie als stark gesundheitsgefährdend eingestuft werden. Aufklärung findet vor allem über den Schulunterricht statt: Filme wie Wir Kinder vom Bahnhof Zoo sollen Angst vor Abhängigkeit erzeugen, um die Bereitschaft zum Drogenkonsum von vornherein zu minimieren. Dabei sorgt diese Angst vor allem dafür, dass falsche Annahmen verbreitet werden.

Weniger gefährlich als propagiert

Die wenigsten illegalen Drogen machen unmittelbar abhängig oder sind bei gelegentlichem Konsum lebensgefährlich.

Drogen wie Ecstasy gelten als bewusstseins-erweiternd.

Im Gegenteil: Psychoaktive Substanzen wie MDMA oder Ecstasy können sich teilweise sogar positiv auswirken. Die erhöhte Ausschüttung von Serotonin löst bei Konsument*innen ein starkes euphorisches Gefühl aus. Farben und Musik werden anders wahrgenommen, die eigene Empathie gesteigert. Ecstasy hat deswegen vor allem im Partyleben ein Zuhause gefunden und gilt in diesen Kreisen weithin als bewusstseinserweiternd. Bei ausreichend langen Konsumpausen ist das Risiko bleibender Schäden gering. Auch eine physische Abhängigkeit wie beispielsweise bei Alkohol ist medizinisch bislang nicht nachgewiesen. Gefährlich wird der Konsum erst, wenn Pillen mit giftigen Substanzen verunreinigt sind, Konsument*innen überdosieren oder die Nebenwirkungen nicht kennen. Überhitzung, Kreislaufzusammenbruch oder Herzstillstand können die Folgen sein – und sogar tödlich enden. In der Präventionspolitik wird deswegen zur Abschreckung allzu häufig die Gefährlichkeit illegaler Drogen betont – über Wirkweisen jedoch kaum aufgeklärt.

Verantwortungsvoller Konsum

Der Konsum legaler Drogen wie Alkohol und Tabak hingegen wird in der Gesellschaft normalisiert. Dabei führen diese weitaus häufiger zum Tod. Schätzungen zufolge sterben in Deutschland  jährlich rund 74.000 Menschen an den Folgen von übermäßigem Alkoholkonsum. Tote durch Drogenkonsum gab es 2017 laut Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung nur 1.272.

Das eigentliche Problem einer restriktiven Drogenpolitik ist verantwortungsloser Konsum. Die meisten Todesfälle im Zusammenhang mit illegalen Drogen kommen zustande, weil Konsument*innen nicht wissen, wie sie die Risiken des Konsums minimieren oder weil die konsumierten Substanzen verunreinigt sind. Eine teilweise Legalisierung könnte Abhilfe schaffen. Substanzen würden nicht nur kontrolliert, sondern auch in begrenzten Mengen vertrieben werden. Was dem Drogendealer am Kotti egal ist, müsste hier Fokus der Regierung sein: Nicht den Konsum an sich zu bekämpfen, sondern Grundlagen zu schaffen, um in Deutschland aufgeklärten, verantwortungsvollen und risikoarmen Konsum zu ermöglichen. 

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