Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

GESELLSCHAFT

Warum demonstriert man gegen das Polizeigesetz?

Foto: dap
09.07.2018 12:19 - Maren Wenzel

Wir waren für euch auf der Großdemonstration gegen das geplante Polizeigesetz am 07. Juli in Düsseldorf und haben verschiedene Menschen gefragt, warum sie an der Demonstration teilnehmen.

 

Knute und Kiesel

Warum demonstriert ihr heute?

Knute: Wir spielen in einer Punkband, die Grabowskis, und wir machen Lieder gegen die Bullen. Wenn man dann nicht hier ist, macht man sich unglaubwürdig.

Und was haltet ihr von den Verschärfungen im Polizeigesetz?

Knute: Verschärfen der Gesetze war schon immer scheiße, das weiß man ja schon seit den Dreißiger Jahren. Heute ist es Ausdruck eines allgemeinen Rechtsrucks: Lager bauen, Polizei aufrüsten, das finde ich schlimm. Jetzt kann man noch demonstrieren. Dann sollte man das auch tun.

Kiesel: Ich finde Unschuldsvermutung und Privatheit gehören zu einem Staat. Ich möchte weiterhin streiten und zu Demos gehen können, ohne in Verdacht zu geraten. Für einen Rechtsstaat ist das Polizeigesetz völlig unangemessen. Die von der Polizei eingesetzten Taser können ja auch für Menschen mit Herzproblem lebensgefährlich werden.

 

Meike und Christoph mit Tochter Emma (2 Jahre alt) auf dem Schoss, die während des Interviews an einem Pfirsich nuckelt.

Warum seid ihr heute mit eurer Tochter zur Demo gegangen?

Christoph: Ich finde die Vorstellung gruselig, dass wir in eine Zeit zurückgeworfen werden könnten, in der Polizeiarbeit nicht überprüft werden kann, wenn es so weitreichende Befugnisse gibt, dass alles gerechtfertigt werden kann.

Auch, dass Gesetze geschaffen werden, die einem Angst machen. Wenn die falsche Regierung – zum Beispiel eine rechte – sie gegen einen verwendet. Einen Tag lang kann man auch mal auf eine Demo gehen, um schlimmeres zu verhindern.

Meike: Wenn du Kinder hast, hast du die Verantwortung, dass die Zukunft frei bleibt. Ich will nicht, dass unsere Kleene später mal unter Generalverdacht steht.

Was stört euch am geplanten Gesetz am meisten?

Christoph: Man muss gar nicht einer konkreten Straftat bezichtigt werden und kann schon in Gewahrsam landen. Es heißt immer, als gesetzestreuer Bürger müsse man sich keine Sorgen machen, aber da habe ich dann schon starke Zweifel.

 

Cora

Warum bist du hier?

Ich bin hier, damit die Polizei nicht noch willkürlicher ihre Macht demonstrieren und ausnutzen kann. Ich glaube, dass vor allem Menschen mit verschiedenen Herkünften am meisten betroffen sind. Also, dass sie noch willkürlicher kontrolliert und sogar Platzverweise bekommen können.

 

Gamze

Was hältst du vom geplanten Polizeigesetz?

Ich möchte nicht in einer Welt leben, in der ich ständig überwacht werde. Ich finde es vollkommen unangemessen, wo dann überall Kameras stehen könnten. Das hört sich nach einer Dystopie und nicht wie die Wirklichkeit an.

Die Landesregierung macht einen Fehler: Mehr Sicherheitsgefühl für Alle kommt nicht durch schärfere Gesetze, sondern durch eine Polizei, die von und für die Bürger*innen ist. Und das ist einfach nicht der Fall, wenn Beamt*innen wahllos Menschen kontrollieren.

Ich verliere immer mehr das Vertrauen in diesen Staat und fühle mich immer mehr unter Beobachtung nur aufgrund meines Aussehens. Und wenn ich mir dann vorstelle, dass die das nur von der AfD getrieben beschließen wollen, habe ich gar keine Worte mehr. Wie können ein paar Verängstigte so viel mehr zählen als die Gemeinschaft?

3.200 Tonnen CO2 in einer Kleinstadt einsparen? Zwei UDE-Ingenieure haben da was entwickelt

Wir haben einen der Wissenschaftler interviewt und gefragt, wie man mit einer Abwasser-Wärmepumpe und einem Software-Agenten 3.200 Tonnen CO2 einsparen kann.
 
 

Senatswahl 2018: der Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS)

Es treten Kandidat*innen von vier politischen Listen der Universität Duisburg-Essen an. Wir haben ihnen vier Fragen gestellt.
 

Staub+Trocken=

2.4

Wie viele Bücher sind im Bestand der UDE?

 
Konversation wird geladen