Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

GESELLSCHAFT

Vom Tuten und Blasen keine Ahnung

Ein Blowjob kann auch ganz schnell unangenehm werden.
[Symbolbild: Pixabay]

22.04.2019 15:35 - Julia Segantini

So schnell es geht, bis zum Anschlag rein, die Zähne einsetzen – worauf kommt es bei einem Blowjob wirklich an? Welche schlechten Erfahrungen man machen kann und warum es wichtig ist, offen übers Blasen zu sprechen, haben wir Louis*, Lehramtsstudent der Mathematik und Physik* an der Universität Duisburg-Essen, gefragt. 

Ich weiß noch, wie mir ein Typ auf Nachfrage gesagt hat, man könne beim Blasen nicht großartig etwas falsch machen. Da stimmt entweder mit seinen Ansprüchen oder mit meinen Fähigkeiten etwas nicht, dachte ich. Louis hat sowohl mit Männern als auch mit Frauen die Erfahrung gemacht, dass man Einiges verkehrt machen kann. „Der Kapitalfehler schlechthin ist beißen“, findet er. „Viele tun das. Die denken, möglichst oft rein und raus und die Zähne nutzen, dann gibt es mehr Reibung.“

Louis hat mehrere unschöne Erfahrungen gemacht. „Früher in der Pubertät kam noch die Zahnspange hinzu. Aber in dem Alter hatte man wenigstens noch keine Schamhaare, die sich darin verfangen konnten“, erinnert er sich. Allerdings sei mal eine Freundin mit einem Piercing am Lippenbändchen an seiner Behaarung hängen geblieben, weil sie den Penis besonders tief in den Mund nehmen wollte, erzählt er. Schuld am Irrglauben, beim Blasen ginge es vor allem darum, sich möglichst viel Penis möglichst tief in den Rachen zu schieben, seien viele Pornos. Diese würden ein falsches Bild normalisieren, findet Louis. „Dabei stimmt das nicht, der wichtigste Teil ist die Eichel und die ist ganz vorne“, erklärt er. „Sonst kotzt dir jemand hinterher auf den Bauch, hab ich auch schon erlebt. War zum Glück nur ein One-Night-Stand“, erinnert er sich. 

Einen Unterschied zwischen Männern und Frauen kann er hinsichtlich der Fähigkeiten nicht feststellen. „Ich habe früher nur was mit Mädchen, bzw. später dann Frauen gehabt. Irgendwann habe ich es dann mit Männern probiert und dachte, vielleicht können die das besser, das ist auch so ein Klischee bei Schwulen“, erzählt er. „Aber da war es genau das selbe. Die wissen eben nur, was sie selbst mögen, nicht, was ein anderer mag.“

Offene Kommunikation ist der Schlüssel.

Weil es viele verschiedene Vorlieben gibt, sei eine offene Kommunikation der Schlüssel zu einem guten Blowjob. „Nur weil das Eine dem Einen gefällt, heißt das nicht, dass es den Anderen auch gefällt“, stellt er klar. Viele hätten allerdings Schwierigkeiten damit, darüber zu reden. Bei einem One-Night-Stand komme es oft nicht zu wirklichen Gesprächen und in einer Beziehung habe man manchmal Angst, den*die Partner*in zu verletzen oder zu verunsichern. In einer einige Monate andauernden Affäre habe es allerdings sehr gut funktioniert, sagt er. „Da konnten wir offen über alles reden. Wenn einem was nicht gefallen hat, hat man danach gesagt: ‚Okay, nächstes Mal machen wir das so und so‘. Wenn sich beide darauf einlassen, klappt das wunderbar. Nur das Problem ist erstmal, so jemanden zu finden“, sagt er. Nach seinen anfänglich schlechten Erfahrungen mit offener Kommunikation habe er zunächst gedacht, man spreche über solche Dinge eben nicht. „Bis ich erwachsener wurde und gemerkt habe, doch, darüber sollte man reden, sonst macht das nie Spaß“, ist er sich sicher. 

*Name und Studienfach zur Anonymisierung von der Redaktion geändert

Bildquelle: lizensfreies Bild, pixabay

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