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Unisex: Sexuelle Erregung durch Füße

Einer von vielen Fetischen: der Fußfetisch. [Foto: Redaktion]
03.02.2021 15:27 - Redaktion

Vor längerer Zeit lernte unsere Autorin einen Mann mit einem Fetisch kennen. Bis dahin war sie mit dem Thema noch nicht in Berührung gekommen. Sie begann zu recherchieren und hatte vor allem eines: viele Fragen. Zeit für eine neue Unisex-Kolumne, heute mit Teil 15.

Während meiner Studizeit lernte ich im März 2014 Lukas* kennen. Wir dateten einige Wochen. Bei einem unserer Treffen – wir lagen gerade im Bett und knutschten – sagte er: „Ich denke du solltest wissen, dass ich einen Fetisch habe. Ich werde von Füßen sexuell erregt.“ Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich mich nicht großartig mit Fetischen auseinandergesetzt. Ich wusste, dass es sie gibt, aber nicht in welchen Formen und wie sie sich äußern. Außerdem waren Füße für mich nie besonders aufregend, auch nicht Ekel erregend, sondern einfach Füße. Sie sorgen für einen festen Stand und helfen bei der Fortbewegung. 

Ich begann also zu recherchieren und zog eine Internetsuchmaschine zu Rate. „Als sexueller Fetischismus wird in der Regel eine sexuelle Devianz (Anm. d. Red.: Abweichung) verstanden, bei der ein meist unbelebter Gegenstand, der sogenannte Fetisch, als Stimulus der sexuellen Erregung und Befriedigung dient“, spuckte mir der Wikipedia-Artikel als Definition aus. Zusätzlich unterscheidet sich das „fetischistische Verhalten individuell stark“ und es kann sich „auf einen einzigen Gegenstand, auf mehrere Objekte, Materialien oder auch Körperteile beziehen“. Doch meine gesamte Neugier konnte das Internet nicht befriedigen.

Fragen über Füße

Bei meinem nächsten Treffen mit Lukas hatte ich einige Fragen an ihn. Er erzählte mir, dass er schon bevor er sexuell aktiv wurde, sein Faible für Füße entdeckt hatte und von ihnen erregt wurde. Was genau er an Füßen spannend findet, konnte er sich allerdings selbst nie erklären. „Die Erregung ist einfach da“, so beschrieb er es. Er mochte es, Füße in Sommersandalen anzuschauen, sie anzufassen und zu massieren, sie abzulecken und zu guter Letzt die Stimulation seines Penis mit den Füßen. All das würde seine sexuellen Fantasien zum Teil mehr anregen als zum Beispiel Brüste oder dem allgemeinen Austausch von Intimitäten. Auch meine Füße hatte er bereits ins Visier genommen: Er schaute und fasste sie gerne an, sagte mir immer wieder, wie schön sie aussehen würden.

Für mich war es damals schwer denkbar, Füße in unser Sexleben einzubinden und dabei womöglich der aktive Part zu sein. Zudem fiel es mir schwer nachzuvollziehen, was den Reiz an Füßen für ihn ausmachte. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass es auch für mich erotisch sein könnte, auch wenn sein Fetisch für mich kein Problem darstellte oder ich es abstoßend fand. Letzten Endes kam ich nie dazu es herauszufinden: Lukas ging zurück zu seiner Ex-Freundin und ich lernte bisher keinen Mann mit einem Fetisch mehr kennen. Nur hin und wieder erreichen mich Nachrichten auf Instagram von fremden Männern, ob ich meine getragenen Strümpfe oder Socken verkaufen möchte. Dann erinnere ich mich an Lukas und sein Faible für Füße und muss schmunzeln. 

* Name von der Redaktion geändert
 

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