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Unisex: Dickpics sind kein Sexting

Es gibt zu viele Dickpics auf dieser Welt.

Deswegen hier ein Foto einer Banane.

[Symbolfoto: pixabay]

02.08.2019 15:45 - Jacqueline Brinkwirth

Ein Vorteil der heutigen Zeit ist, dass man Fotos innerhalb von Sekunden einmal um die halbe Welt schicken kann. Der Nachteil ist, dass einige dieser Fotos manchmal Penisse abbilden. Warum Dickpics allerdings weder Sexting noch eine coole Art sind ein Gespräch anzufangen.

Eine Kolumne von Jacqueline Brinkwirth

Sexting ist eine dieser neumodernen Sachen, über die eure Großeltern und Eltern vermutlich den Kopf schütteln. Irgendwie verständlich, wenn man bedenkt, dass man sich ja auch einfach zum Sex in der realen Welt treffen könnte. Allerdings ist Sexting auch eine gute Möglichkeit, miteinander in die Kiste zu gehen, wenn man nicht mal eben um die Ecke wohnt. Und es kann ja durchaus auch anturnen, der Person, die man sexuell anziehend findet versaute Nachrichten zu schreiben oder ein pikantes Foto zu schicken. Kann man alles machen, sofern das Gegenüber ebenso an Bord mit der Idee ist wie man selbst.

Was ich allerdings meist ziemlich abturnend finde, sind Dickpics. Das hat gar nicht mal so sehr etwas damit zu tun, dass ich Schwänze grundsätzlich unattraktiv finde. Im Gegenteil. Ich finde die ziemlich nett. Allerdings habe ich in meinem Leben erst ein einziges Foto von einem Penis bekommen, das eine andere Wirkung hatte als Belustigung oder Irritation. Warum ist einfach: es war ein schöner Penis, das Foto war gut ausgeleuchtet und  insgesamt ästhetisch ansprechend. Mir war sofort klar, dass sich der Mensch, zu dem der Penis gehörte, Mühe gegeben hatte, sein bestes Stück entsprechend in Szene zu setzen.

Eine absolute Ausnahme, wie ich während meiner Online-Dating-Karriere feststellen musste. Denn allzu oft wurden Dickpics da als Eisbrecher verwendet, um ins Gespräch zu kommen. Die einzige Frage, die mir dabei jedoch jedes Mal auf der Zunge brannte, war, wie ich ein Gespräch über etwas anfangen soll, dass nicht einmal ansatzweise attraktiv ist. Vom Berg Dreckwäsche im Hintergrund über blasse Beine auf Disney-Bettwäsche bis hin zu nicht erigierten und schlichtweg unbeeindruckenden Geschlechtsteilen – ich habe viel gesehen und auf 99 Prozent dieser Anblicke hätte ich lieber verzichtet. Mein Höschen blieb dabei übrigens auch trocken wie die Sahara.

Dickpics hingegen machen sich das Ganze viel zu leicht.

Hatte ich vorher vielleicht noch mit dem Gedanken gespielt, mich auf ein wenig Sexting einzulassen, hielt mich ein schlecht ausgeleuchtetes Dickpic in allen Fällen sofort davon ab. Denn, und das ist das eigentliche Problem von Dickpics, sie haben so wenig mit Sexting zu tun wie Donald Trump mit Menschenrechten. Sexting sollte sich darum drehen, dem Gegenüber deutlich zu machen, wie heiß man ihn findet oder was man gerne an welchen Orten mit ihm*ihr tun würde.

Dickpics hingegen machen sich das Ganze viel zu leicht. Es ist der lieblose und traurige Versuch zu zeigen, dass man einen Penis hat, der jeden Sexwunsch erfüllen kann. Was natürlich absoluter Unsinn und auch echt überheblich ist. Liebe Menschen mit Penis, die Dickpics gern verschicken: Ihr habt doch sicher mehr zu bieten als ein paar Zentimeter Fleisch mit Eichel. Wenn ihr wollt, dass Menschen euch attraktiv finden, sagt ihnen, wie attraktiv ihr sie findet oder was der Gedanke an ihren nackten Körper in euch auslöst. Aber bitte, bitte, behaltet euren Penis dabei für euch. Oder sorgt zumindest dafür, dass das Foto, das ihr verschickt, einen künstlerischen Anspruch hat. Kunst sollte immer etwas beim Betrachtenden auslösen. Kleiner Tipp: Im besten Falle ist dieses Gefühl nicht Abscheu. 

Bildquelle: lizenzfreies Bildmaterial von pixabay

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