Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

GESELLSCHAFT

Systemausfall beim VRR zum Semesterstart

So eine Quittung haben Studierende erhalten, die unfreiwillig ohne Ticket gefahren sind. (Foto: lenz)

09.04.2018 10:58 - Lorenza Kaib



Auf Studierende, die nach Ostern das neue Semesterticket herunterladen wollten, wartete eine böse Überraschung. Weder durch die myUDE-App noch auf der Internetseite des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR) kam man an den Fahrschein. Es handelte sich dabei nicht um Einzelfälle, sondern um eine technische Störung beim VRR. Betroffen waren Besitzer*innen des neuen Studierendenausweises, bei dem das Ticket nicht wie zuvor auf einer integrierten Chipkarte hinterlegt ist. Genaue Angaben dazu, wie viele Studierende betroffen waren, gab der VRR nicht bekannt.

Fahren ohne gültiges Ticket trotz bereits gezahltem Semesterbeitrag: Diese absurde Realität  erwartete mehrere Studierende Anfang der Woche. Für Einige blieb es jedoch nicht bei erfolglosen Downloadversuchen und einem mulmigen Gefühl im öffentlichen Personennahverkehr. Wer in dieser Zeit in eine Kontrolle geriet, muss sich nun auf den Weg zum Nachzeigen des Tickets machen und sich darum kümmern, der Bearbeitungsgebühr von satten sieben Euro zu entgehen. Auch ich wurde am Mittwoch, 4. April, am Berliner Platz in einer groß angelegten Kontrolle beim unfreiwilligen Fahren ohne Fahrausweis erwischt.

Serverstörung beim VRR verantwortlich für Problematik

„Es ist richtig, dass der VRR einen Ticketshop anbietet, der über stationäre Internetseiten und der App von Kunden angesteuert werden kann und den Kauf von Tickets ermöglicht. In diesem System ist ein sogenannter Ticketgenerierer angeschlossen, welcher 2D-Barcodes als Ticket ausgibt. Dieses System hat augenblicklich ein technisches Serverproblem“, äußert sich Sabine Tkatzik, Pressesprecherin des VRR, gegenüber der akduell. Nach wie vor gebe es ein technisches Problem im Shopsystem, weshalb sie die Verkaufsfunktion von Tickets deaktivieren mussten. „Wir arbeiten intensiv daran, den zuverlässigen Verkauf von Tickets wieder herzustellen. Ein ‚Ausstellen‘ von Semestertickets ist jedoch laut Aussage der Fachleute aktuell wieder möglich.“

Der AStA der Universität Duisburg-Essen informierte auf Deutsch sowie auf Englisch bereits über den technischen Ausfall und erklärte, was zu tun ist: „Ihr könnt trotzdem beruhigt den ÖPNV nutzen und solltet ihr kontrolliert werden, könnt ihr das Ticket nachzeigen. Um dann die Bearbeitungsgebühr nicht entrichten zu müssen, wendet euch an Herrn Ciesielski vom Dezernat für Studierendenservice.“

Wer zahlt die Bearbeitungsgebühr?

Ludwig Ciesielski fasst die Situation wie folgt zusammen: „Diese Probleme führten laut Aussage von eos.uptrade, Vertragspartner der Verkehrsbetriebe, am 3.4.2018 in der Zeit von 12 bis 14 Uhr zu Ausfällen des Systems. Diese dauerten dann noch an bis zum Mittag des nächsten Tages und konnten dann von eos.uptrade behoben werden.“ Einige wenige Studierende hätten sich bei ihm wegen einer Bußgeldbelegung aufgrund des fehlenden Tickets gemeldet. „Bei diesen Studierenden wird die Forderung jedoch ohne großen Aufwand – es reicht hier eine Mail an meine Abteilung, die wir an die Ruhrbahn weiterleiten – niedergeschlagen“, so Ciesielski. Die Studierenden, die von dem Ausfall betroffen sind, können sich an ihn per E-Mail unter ludwig.ciesielski@uni-due.de wenden.

Das bestätigt auch Simone Klose, Pressesprecherin der Ruhrbahn. „Sollte dies im Zusammenhang mit dem mittlerweile behobenen technischen Problem stehen, können diese Studierenden ihren Beleg für das Erhöhte Beförderungsentgelt (EBE) entweder in einem KundenCenter der Ruhrbahn oder beim Dezernat für Studierendenservice einreichen. Grundsätzlich ist jeder Studierende verpflichtet, mit Beginn eines neuen Semesters einmalig und vor Fahrtantritt das aktuelle SemesterTicket über die App myUDE herunterzuladen. Es handelt sich also nicht um einen ‚Freifahrtschein‘.“

Forderung nach Zweifachlösung bleibt bestehen

Das aktuelle Serverproblem sieht der AStA als weiteren Beweis dafür, dass die vom VRR im Alleingang getätigte Abschaffung der Chipkarte auf den Studierendenausweisen ein Fehler war: „Als AStA haben wir genug von den häufig auftretenden Problemen mit dem Mobilen Ticket und setzen uns für die Möglichkeit ein, beide Optionen (Chipkarte und Mobiles Ticket) beizubehalten.“

Dies bekräftigt auch Carlotta Behle (Grüne Hochschulgruppe) vom Referat für Ökologie, Mobilität und Infrastruktur: „ Zunächst einmal will ich betonen, dass wir die Semesterticketproblematik sehr ernst nehmen – und daher mit dem Vorsitz und dem Senat versuchen eine Lösung zu erreichen, bei welcher das Ticket auch wieder auf die Chipkarte kommen soll.“

Ciesielski geht davon aus, dass sich „im Zeitalter der Technik (...) derartige Ausfälle eines Systems nie vollständig vermeiden lassen. Es handelt sich hier auch nicht um ein spezielles Problem mit dem Semesterticket, sondern um technische Probleme beim Vertragspartner der Ruhrbahn.“

Die Probleme mit dem derzeitigen Semesterticket hören jedoch nicht beim Serverausfall auf, es hapert an vielen Baustellen. „In einem Gespräch mit dem E-Point der Bibliothek – welcher oftmals die ersten Ansprechpartner für diese Probleme sind – habe ich bestätigt bekommen, dass auch ohne Serverprobleme regelmäßig Studierende sich nicht einloggen, das Ticket nicht herunterladen können oder den Anmeldeprozess nicht verstehen“, führt Behle aus. Ausländische Studierende seien davon oft betroffen, da die Seiten des VRRs und die Informationen des Studierendensekretariats nur auf Deutsch vorliegen. „Auch wenn wir prinzipiell neuen Technologien offen gegenüber stehen, sieht man an den massiven Problemen, welche aus unserer Sicht absolut keine ‚Einzelfälle‘ mehr sind, dass das App-Ticket einfach keine verlässliche Option ist“, so Behle.

Das Herunterladen des Semestertickets funktioniert fürs Erste wieder. Wie es jedoch langfristig mit dem Politikum weitergeht und ob zukünftig derartige Störungen und Ausfälle vermieden werden können, bleibt unklar.

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