Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

GESELLSCHAFT

Summer Schools: Lernen, wenn andere Urlaub machen

Schnell sein: Noch könnt ihr euch für Summer Schools in den kommenden Semesterferien bewerben. (Foto: caro)

26.03.2018 20:30 - Sarah Dannehl



Kaum sind die Semesterferien vorbei, werden schon die nächsten geplant? Neben Hausarbeiten, Praktika und Urlaub bietet sich auch die Teilnahme an einer Summer School an – egal ob im In- oder Ausland. Die Suche nach einem interessanten Programm und der Finanzierung gestaltet sich jedoch teilweise etwas schwierig.

Summer Schools bieten Studierenden die Möglichkeit, sich außerhalb ihrer Studienordnung weiterzubilden und im Idealfall zusätzliche Credits zu erwerben. In ein- bis mehrwöchigen Intensivkursen wird Fachwissen vermittelt, internationale Kontakte geknüpft und Strukturen anderer Universitäten kennengelernt. Soziale Aktivitäten und die Erkundung der Umgebung runden häufig das Angebot ab. Und ganz nebenbei gibt es noch ein Fleißsternchen im Lebenslauf.

Je nach Universität können die Teilnahmevoraussetzungen variieren. So werden unter anderem etwa ein aktuelles Transcript of Records, ein Motivations- oder ein Empfehlungsschreiben gefordert. Aus diesen Gründen ist es ratsam, sich frühzeitig auf die Suche nach einem geeigneten Programm zu begeben, damit man trotz Bearbeitungszeit alle nötigen Dokumente rechtzeitig beisammen hat. Viele Anmeldefristen enden bereits Ende März bis Mitte April.

Egal ob Sommer, Frühling, Winter

Unter demselben Konzept gibt es aber auch zu anderen Jahreszeiten entsprechende Angebote. Durch eine Kooperation zwischen den American Studies-Programmen der Universitäten Essen-Duisburg, Radboud (Niederlande) und Wyoming (USA) können Master-Studierende einmal jährlich die RUDESA Spring Academy besuchen, die zur Hälfte in Nijmegen und zur Hälfte in Essen stattfindet. Durch die finanzielle Förderung der drei Universitäten ist das Angebot inklusive der Unterbringung für die Studierenden kostenlos.

In der Regel sind Summer Schools jedoch kostenpflichtig. So lädt die Fachhochschule Aachen vom 13. bis zum 18. August (Bewerbungsschluss: 31. Mai) zur „3D Printing Summer School” ein und veranschlagt allein für den Unterricht, Getränke und das kulturelle Rahmenprogramm 550 Euro. Kosten für die An- und Abreise, Unterkunft und Verpflegung fallen zusätzlich an. An der SGH Warsaw School of Economics können Studierende vom 2. bis zum 14. September (Bewerbungsschluss: 28. Mai) für 835 Euro zum Thema „Vertraute Fremdheit? Die Beziehungen zwischen Polen und Deutschland in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft“ forschen. Nur das Abendessen wird nicht von dem All-Inclusive-Programm abgedeckt. Zwar gibt es die Möglichkeit, durch eine Summer School auch mal die Räume von Elite-Universitäten zu betreten, bei umgerechnet fast 2.700 Euro etwa für die „International Politics Summer School” an der Oxford University dürfte für viele Studierende aber der Traum schnell wieder vorbei sein.

Doch auch 500 Euro für eine Woche Unterricht können sich viele Studierende nicht leisten und diese werden von solchen Angeboten ausgeschlossen. Gerade für Studierende, die nicht an einem längeren Auslandsaufenthalt teilnehmen können oder möchten, wäre so ein Kurzprogramm ein Kompromiss, der aufgrund der Kosten trotzdem nicht zwangsläufig realisierbar ist.

Ohne Moos nichts los

Finanzielle Unterstützung können Studierende in Form von Stipendien erhalten. Diese werden teilweise von den Universitäten, die die Summer Schools anbieten, selbst ausgeschrieben, können aber nicht allen Teilnehmenden gewährt werden. Je nach Programm gibt es Vergünstigungen für Early-Bird-Bewerbungen oder wenn man einer Partneruniversität angehörig ist. Für das der Universität.

Um einen Überblick über aktuelle Summer Schools zu erhalten, hat die Universität Duisburg-Essen auf ihrer Homepage verschiedene Anlaufstellen zusammengetragen sowie ausgewählte, jährlich stattfindende Veranstaltungen aufgelistet. Die Internet-Plattform , das Angebot umfasst jedoch auch Vorlesungen vieler anderer Universitäten.

Zertifikat von der Elite-Uni

Das klingt fast zu schön, um wahr zu sein. Denn auch bei dieser Variante müssen Studierende Abstriche machen. Credit Points können keine erworben werden und eine Bestätigung über die Teilnahme in Form eines Zertifikates gibt es nur für diejenigen, die extra zahlen. Der Kurs „Buddhism through its Scriptures” ist zum Beispiel Teil der Veranstaltungsreihe „World Religions Through Their Scriptures XSeries Program” der Harvard University und kann ohne Vorkenntnisse belegt werden. Ein Teilnahmezertifikat kostet jedoch 50 US-Dollar je Kurs. Im Vergleich ist dieses Angebot zwar deutlich günstiger, allerdings werden auch hier Kurse für mehrere hundert Dollar angeboten bis hin zu MicroMaster-Programmen, mit den dort erworbenen Credit Points man versuchen könne, sich bei Universitäten zu bewerben, die diese anerkennen und so den Studierenden ermöglichen, das Masterstudium dort zu verkürzen.

Zum Teil erhält man aber auch erst nach Zahlung einer Kursgebühr Zugang zu allen Lehrmaterialien oder die Möglichkeit einer Benotung der eingereichten Aufgaben. So bleibt bei beiden Varianten der bittere Beigeschmack, dass nur wer zahlt oder Glück hat, Zugang zu allen Bildungsangeboten erhält.

Von Frauen für Frauen

 

Das allerletzte Interview

Visa Vie gilt als Pionierin im Hiphop-Journalismus. Wir haben mit ihr über ihren neu erschienen Podcast gesprochen.
 

|Theorieklatsche|

„Die Amis sind an allem Schuld“

Wir haben uns die strukturelle und gesellschaftliche Abwertung von dem Soziologen Heiko Beyer erklären lassen.
 
Konversation wird geladen