Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

GESELLSCHAFT

Beziehungsweise

Sexualität nach der Geburt

21.04.2021 09:55 - Lena Janßen

Alina* und Henning* sind vor einem Jahr zum ersten Mal Eltern geworden. Seitdem ihr gemeinsames Kind auf der Welt ist, ist nichts mehr, wie es einmal war. In unserem neuen Beziehungsweise erzählt Alina, wie sich das Sexleben des Paares nach der Geburt ihres Kindes verändert hat.

„Nach so einer Geburt, da denkt man an vieles, aber nicht an Sex“, erzählt Alina lachend. „Zumindest war es bei mir so.“ Im Gegensatz zu Alinas Schwangerschaft verlief die Geburt ihrer Tochter nicht vollständig problemlos. „Sie musste mit einer Art Saugglocke geholt werden, da sie falsch herum in meinem Bauch lag und sich von allein vor der Geburt nicht mehr gedreht hat.“ Die Alternative wäre ein Kaiserschnitt gewesen, doch Alina wollte von Anfang an eine natürliche Geburt. „Dementsprechend war mein Körper nach der Geburt sehr angestrengt und ich musste mich schonen“, erklärt sie.

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„Meine Frauenärztin hat mir dazu geraten, den Fokus auf meinen Körper zu legen und mich darauf zu konzentrieren, was mir und meinem Körper gerade guttut“, berichtet Alina. Da durch die Ablösung der Plazenta eine Wunde entsteht, raten die meisten Frauenärzt:innen dazu, in den ersten vier bis sechs Wochen nach der Geburt auf Sex zu verzichten. Die Wunde muss heilen, da das Infektionsrisiko sonst höher ist. Alina hatte weit über sechs Wochen hinaus Schmerzen im Intimbereich. Über einen langen Zeitraum kann sie nicht schmerzfrei sitzen, die meiste Zeit liegt oder steht sie. „Wenn du den ganzen Tag Schmerzen da unten hast, dann hast du einfach keine Lust auf Sex“, gibt sie ehrlich zu.

Das erste Mal

Hinzu kommt, dass das Baby die ganze Aufmerksamkeit von Henning und Alina fordert. Vor allem für die Mutter stellte das eine Herausforderung dar: „Als Frau macht man nach einer Geburt einen anderen Prozess durch als ein Mann. Der Körper verändert sich erneut, der Hormonhaushalt schwankt und entscheidet man sich als Frau zu stillen, dann teilt man über die Schwangerschaft hinaus den Körper mit seinem Kind.“ Alina ist häufig müde und erschöpft.

Nachdem sich der Alltag mit Kind bei Alina und Henning eingependelt hat, siegt am Abend meist das Bedürfnis nach Schlaf. „Als ich zum ersten Mal wieder Lust auf Sex mit Henning verspürt habe, fehlte uns dann die Ruhe oder Energie. Wir wollten unsere Zeit für Intimität aber auch nicht planen, also haben wir es langsam angehen lassen“, erzählt Alina. Als der Zeitpunkt gekommen ist, sind beide aufgeregt. Der letzte Sex liegt bereits ein halbes Jahr zurück: „Wir waren beide unsicher. Henning hatte Bedenken, mir eventuell wehzutun und ich war verunsichert wegen meiner körperlichen Veränderungen.“ Daraufhin sprechen sie über ihre Sorgen und Ängste und schaffen sie gemeinsam aus der Welt: „Ein Gespräch hat vieles leichter gemacht. Danach konnten wir unseren ersten Sex nach der Geburt wirklich genießen. Es war fast wie in unserer Anfangszeit“, schmunzelt Alina.

*Namen von der Redaktion geändert

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