Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

GESELLSCHAFT

Scheiß drauf, Toiletten für Alle!

Unisex Toilette der UDE

[Symbolfoto: David Peters]

03.02.2020 11:00 - Magdalena Kensy

Das dritte Geschlecht wurde Ende des Jahres 2018 gesetzlich anerkannt. Somit besteht die Möglichkeit sich beim Bürgeramt als divers an- oder umzumelden. Bei der Senatssitzung der UDE im Januar wurde dieses Thema von der Diversity Kommission angesprochen. Was sich in Zukunft für Menschen, die sich als divers identifizieren, an der Universität Duisburg-Essen ändert und welche Rolle die Toiletten der Universität Bielefeld dabei spielen. 

Die Gesetzesänderung entstand Ende 2018, da die vorherige Regelung als Verstoß gegen das Persönlichkeitsrecht und das Diskriminierungsverbot des Grundgesetz gewertet wurde. Mit dem zusätzlichen „divers“ werde Menschen, die sich nicht einem Geschlecht zugehörig fühlen, ein Stück Würde und positive Identität gegeben. Dieses positive Gefühl, sich identifizieren zu können als der*die man wirklich ist, durch das erfahren von struktureller Diskriminierung schnell ins Negative umschlagen. Die staatliche Anerkennung sei nur ein kleiner Erfolg von großer Akzeptanz, so der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) der Universität Bielefeld. 

Wenn der Klogang zum Spießrutenlauf wird

Seit dem Sommer 2018 setzt die Universität Bielefeld auf All-Gender-Toiletten. Der AStA hat sich in Gesprächen mit dem Rektorat auf vier Unisex-Toiletten einigen können. In der Publikation Poolpropaganda der Universität Bielefeld, die regelmäßig über den AStA berichtet, informieren sie die Studierendenschaft über diesen Erfolg und die Beweggründe für solch eine Umgestaltung des Toilettenkonzpetes. „Wir gehen von einer Vielfalt der Geschlechter aus. Trotzdem werden viele Bereiche des gesellschaftlichen Lebens binär strukturiert“, berichtet Poolpropaganda. Diverse Menschen müssen besonders in öffentlichen Toiletten, durch das Aufsuchen von vermeintlich „falschen“ Toiletten, Diskriminierung gegenüberstehen. Unisex-Toiletten funktionieren nach dem Motto: „Ein Klo für alle, die auf‘s Klo gehen wollen.“

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Für das Einführen von Unisex-WCs werden keine neuen gebaut, sondern bestehende Herrentoiletten in Unisex-Toiletten umgewandelt. Die Umwandlung beinhaltet das entfernen der Urinale, „weil Kabinen im Gegensatz zu Urinalen für alle nutzbar sind, Zwangsoutings vermieden und die Privatsphäre geschützt werden soll.“ Auf dem Campus gibt es weiterhin über 300 Frauen- und Männertoiletten. 

Was ändert sich an der UDE?

Die Diversity Kommission der Universität Duisburg-Essen hat sich im Januar im Senat dafür ausgesprochen, dass sich Menschen, die sich als divers bezeichnen, nicht mehr bei Lehrpersonen, beim Umschreiben oder im Einschreibungswesen, wegen einer Änderung rechtfertigen müssen. 
Des Weiteren spricht sich die Kommission dafür aus All-Gender-Toiletten an der UDE einzuführen. Dazu gab es schon Gespräche zwischen den beiden Universitäten, da nach Angaben der Kommission die Uni Bielefeld ein gutes Konzept entwickelt hat, das die UDE sich als Beispiel nimmt. 

Wer sich häufiger am Campus Duisburg aufhält oder dort schon mal die ein oder andere Party oder Veranstaltung im AStA-Keller Duisburg (AKD) gefeiert und besucht hat, stand den Toilettenschildern schon gegenüber. Im AStA-Keller sind die Schilder nicht nach männlich und weiblich getrennt, sondern mit der Beschriftung „All Gender“ und „TransInter*Frauen“ beschriftet. Damit ist das, die vorzeitig Einzige, Unisex Toilette der UDE. 

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