Studentische Monatszeitung für Duisburg, Essen und das Ruhrgebiet

GESELLSCHAFT

Rückkehr zur Normalität? Auf keinen Fall!

Tristess, Sorgen und Probleme sind auch nach der Pandemie noch da. [Foto: pixabay]
18.09.2021 15:51 - Özgün Ozan Karabulut

Die Corona-Pandemie hat unser Leben im Griff, egal ob Studium oder Freizeitgestaltung. Viele machen sich Hoffnungen auf Besserung und reden von der Rückkehr zur vermeintlichen Normalität. So wie es früher war, war es aber alles andere als gut und normal.

Ein Kommentar von Özgün Ozan Karabulut

„Bitte bleibt zu Hause, seid solidarisch!“ So hörte man es im ersten Lockdown. Soziale Kontakte und ein Ansteckungsrisiko sollten eingeschränkt werden. Was aber, wenn man gar kein Zuhause hat? Gerade die Pandemie zeigt in aller Deutlichkeit, wie anfällig und fragil unsere Gesellschaft ist. Einigen ist es wie Schuppen von den Augen gefallen: Wohnungslosigkeit, Armut und Ungerechtigkeit sind keine Nebenprodukte des Kapitalismus, sondern unüberwindbar mit ihm verbunden. 

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Wer arm ist, hat leider Pech gehabt. 1 Prozent herrscht über 45 Prozent des weltweiten Reichtums. Natürlich alles hart erarbeitet. Warum sollte man in diese Normalität zurückkehren wollen? Die Wirtschaft hat natürlich Vorrang. Plötzlich war der Begriff der Systemrelevanz in aller Munde. Pflegekräfte und Mitarbeiter:innen im Krankenhaus werden für ihre Dienste mit einem mickrigen Lohn und Plätzchen von Andreas Scheuer entlohnt. Seit Jahren sind die miserablen Zustände in Schlachthöfen bekannt, eine Besserung ist auch nach der Pandemie nicht in Sicht.

Keine Solidarität und kein Zusammenstehen

Die viel beschworene Solidarität steht alleine auf verlorenem Posten. In unserem Gesellschaftssystem mit Ellenbogen-raus und Ich-zuerst-Mentalität existieren die Rahmenbedingungen für ein solidarisches Miteinander nicht. Bei „Impfdränglern“ ist das besonders deutlich geworden. Teilen möchte man natürlich nur Kosten und Lästiges. Zurück zur Normalität heißt weitermachen wie bisher. Da kann der nächste Dieselskandal, die nächste Finanzkrise oder Pandemie ausbrechen. Das System bleibt gleich, nur mit ein paar kleinen Facelifts. Hauptsache, der Kühlschrank ist voll und das Netflix-Abo ist bezahlt.

Die Opfer der Flutkatastrophe haben uns schmerzlich gezeigt, dass wir die Verantwortung unseres Handelns nicht auf andere abwälzen können. Die Klimakrise ist in vielen Regionen real, nun haben wir die ersten Auswirkungen auch bei uns gespürt. Zu Beginn der Pandemie war die Hoffnung noch groß, dass wir unser eigenes Handeln überdenken und kritisch hinterfragen, Stichwort Nachhaltigkeit. Das zarte Pflänzchen liegt längst zertrampelt auf dem Boden. Bitte gehen Sie weiter, hier gibt es nichts zu sehen.

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